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Opel - Magna: Deal geplatzt

Nach zähem Ringen und langem Hin und Her ist der Verkauf von Opel an Magna-Sberbank abgesagt. General Motors will Opel aufgrund eines "verbesserten Marktumfeldes" nun doch behalten. Deutsche Politiker reagieren verschnupft und fordern eine umgehende Rückzahlung des Überbrückungskredits von 1,5 Milliarden Euro.

Leider Nein: Der Magna-Deal ist geplatzt. GM will die Rüsselsheimer behalten und um 3 Milliarden Euro selber sanieren. 
Die monatelangen Avancen haben nicht gefruchtet, die Annäherungsversuche sind im Sand verlaufen: Opel-Mutter GM gibt ihre Tochter nicht zur Hochzeit mit dem austrokanadischen Zulieferer Magna frei. Das hat der Verwaltungsrat von General Motors in der Nacht auf heute, Mittwoch, den 4. November, bekannt gegeben. Damit hat das Tauziehen um den maroden Rüsselsheimer Autobauer ein vorläufiges, komplett überraschendes Ende gefunden. Noch im September hatte GM eine Empfehlung für den Verkauf an Magna abgegeben. 

Gründe für Meinungsumschwung von GM
Die Gründe für den Meinungswechsel des teilverstaatlichten Detroiter Autokonzerns fußen auf mehreren Gründen: Zum einen, so der GM-Verwaltungsrat, sei das "stark verbesserte Geschäftsumfeld" dafür verantwortlich. GM könne vor diesem Hintergrund nicht auf Opel und Vauxhall im Sinne der "globalen Strategie" des Konzerns verzichten. GM-Chef Fritz Henderson im Wortlaut: "Obwohl die Lage angespannt bleibt, hat sich das Geschäftsumfeld in Europa aufgehellt. Gleichzeitig haben sich die Finanzkraft und Stabilität von GM in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Das macht uns zuversichtlich, das Europageschäft erfolgreich restrukturieren zu können. Wir sind den Regierungen Deutschlands und anderer europäischen Länder für die harte Arbeit zur Bewältigung dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit dankbar. Wir schätzen auch die Bemühungen von Magna und seiner russischen Partner, eine angemessene Vereinbarung zu erreichen."

GM will selber sanieren
General Motors will der deutsche Regierung und der EU-Kommission nun einen eigenen Plan zur Sanierung von Opel vorlegen. Insgesamt sollen 3 Milliarden Euro in die Umstrukturierung des Konzerns investiert werden. GM hat auch angekündigt den Sanierungsplan in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Gewerkschaften auszuarbeiten. Deren erste Reaktion auf den geplatzen Dealt war indess äußerst ungehalten. Der Betriebsrat von Opel lehnt jedwede Gehaltskürzungen ab und kündigte massive Proteste an, sollte es zu Stellenkürzungen und Werksschließungen kommen. Nach früheren Plänen des US-Konzerns sollen mindestens 11.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Zudem plante General Motors Werksschließungen, etwa im belgischen Antwerpen. Bedroht war demnach auch der deutsche Standort Eisenach, den GM verkaufen wollte.

Deutsche Politik verschnupft. Magna erleichtert?
Als erster deutscher Politiker hat sich der hessische Ministerpräsident Roland Koch zum geplatzten Deal geäußert. Angesichts der negativen Erfahrungen, die er in den letzten Jahren mit GM gemacht habe, mache er sich große Sorgen um die Zukunft von Opel und seiner Arbeitsplätze. Koch fordert die sofortige Rückzahlung des von der deutschen Regierung gestellten Überbrückungskredits von 1,5 Milliarden Euro um, wie er sagt, dem deutschen Steuerzahler keine Verluste aus der Farce erwachsen zu lassen. Magna Chef Siegfried Wolf gab sich in einer ersten Reaktion hingegen betont nüchtern: "Wir verstehen die Entscheidung des GM-Verwaltungsrats, für den es im besten Interesse des Unternehmens ist, Opel zu behalten." Klingt, als ob Magna da ein Riesen-Stein vom Herzen gefallen sein dürfte.

Hier lesen Sie ein Interview mit dem renommierten Auto-Experten der TU Wien, Wilfried Sihn.

DruckenSenden04.11.2009

 

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