Opel Cascada: Kräftiges Lebenszeichen.
Opel ist offen für den Aufstieg. Mit dem neuen Chef Karl-Thomas Neumann an der Spitze will die Marke ein Comeback wagen und nicht mehr mit schlechten Nachrichten, sondern wieder mit guten Autos in die Schlagzeilen. Den Anfang macht die Deutsche Traditionsmarke gleich mit einer weiteren Comeback-Story: Denn drei Jahre nach dem Ende des Astra Cabrio melden sie sich mit dem Cascada jetzt wieder unter freiem Himmel zurück. Das neue Open-Air-Modell – endlich wieder mit Stoff- statt Blechdach – nutzt zwar die Bodengruppe des Astra, steigt aber mit Auftritt und Ausstattung in die nächste Liga auf. „Golf-Klasse zahlen und Mittelklasse fahren“, lautet deshalb das Motto, wenn der offene Opel demnächst zu Preisen ab 26.490 Euro Euro in Österreich auf den Markt kommt.
Dafür gibt es einen auf knapp 4,70 Meter gestreckten Viersitzer, der nichts mehr gemein hat mit dem ebenso plumpen wie pummeligen Astra TwinTop und statt den offenen VW Golf eher auf die Cabrios von Audi A5 und BMW Dreier zielt. Liebevoll gezeichnet und in jedem Blechteil anders geformt als der aktuelle Astra, macht der Cascada offen wie geschlossen eine gute Figur. Er ist schlank und gestreckt, der angedeutete Powerdome auf der Motorhaube zeugt vom dynamischen Anspruch, die feine Chromlinie auf der hohen Brüstung unterstreicht den eleganten Auftritt und das Heck erinnert aus mancher Perspektive sogar an den Sechser BMW.
Ausgezeichnete Ausstattungsdetails
Dazu gibt es – zum Teil natürlich gegen Aufpreis - eine Ausstattung, die man in der Kompaktklasse so bislang nicht kannte: Statt eines Nackenföhns muss man sich zwar mit einem Schal behelfen. Doch die Sitze surren elektrisch nach vorne. Der Gurt wird von einer Mechanik gereicht. Und das mit einer zusätzlichen Lage Vlies gegen Krach und Kälte gedämmte Verdeck bewegt sich nicht nur binnen knapp 20 Sekunden voll elektrisch, sondern arbeitet bis Tempo 50 auch während der Fahrt. Für die Showeinlage lässt sich das Verdeck vom Eissalon aus auch via Fernbedienung starten. So kann man jetzt selbst mit einem Opel manchem Sportwagen die Schau stehlen.
Das Wachstum dient allerdings nicht nur dem schönen Schein. Sondern natürlich ist das größere Cabrio auch das praktischere Auto. Im Fond können jetzt Erwachsene auch mal länger sitzen als bis zum Heurigen oder an den Schotterteich, und der Kofferraum hat eine gewisse Alltagstauglichkeit: 280 Liter bei offenem und 350 Liter bei geschlossenem Dach reichen für den Großeinkauf oder den Wochenendurlaub zu viert. Und wer noch mehr Platz braucht, kann sogar die Rückbank umlegen. Auch das ist ein Detail, das mit einem Hardtop nicht machbar wäre, argumentieren die Ingenieure für die Stoffhaube.
Bekannte Motoren
So sehr sich Opel allerdings um einen Aufstieg bemüht, so fest ist die Technik des Cascada in der Kompaktklasse verhaftet. So kennt man die Motoren zum Beispiel alle vom Astra. Los geht es mit einem 1,4-Liter-Benziner, der wahlweise mit 120 oder 140 PS ausgeliefert wird. Daneben gibt es einen 2-0-Liter-Diesel mit 165 PS und als ganzen stolz zum ersten Mal einen Benzindirekteinspritzer aus der neuen SIDI-Familie, der bei 1,6 Litern Hubraum auf 170 PS und vor allem auf bis zu 280 Nm kommt und so entsprechend viel Fahrtwind garantiert.