Opel Corsa 1,4: Urbane Schminke
Wieso müssen Armaturenbretter immer schwarz und Felgen silber sein? Wieso kommen nicht ein bisschen mehr Farben im Automobilbau zum Einsatz, um alles ein wenig verspielter und freundlicher zu gestalten? Und wieso gibt uns Opel den Corsa Color ausgerechnet in schwarz-weiß?

Ein cooler Zeitgenosse, dieser aufgemascherlte Corsa. Sieht stark aus, ist aber mit 100 PS recht brav motorisiert.
Das erste Auto, das Freiraum zur Individualisierung bot war der erste Mini unter BMW-Regie. Dass man damit modische, auto-affine und/oder stylebewusste Kundschaft bedienen kann und somit anspruchsvolle, meist junge Kundenkreise erschließt ist die eine Seite – dass diese Menschen gerne bereit sind, auch den einen oder anderen Euro mehr für ein Auto auszugeben, macht es auch für die Hersteller interessant. So hat sich auch Opel, nach dem großen Erfolg der sofort ausverkauften, limitierten "Black&White" Edition des Corsa, zum ständig optional erhältlichen Farbenspiel durchgerungen. In der Preisliste nennt sich der farbenfrohe Corsa ganz einfach "Color" und kommt wahlweise zusätzlich noch in sportlichem Rennflaggen-Design oder mit coolen Rennstreifen daher. Ein Exemplar der zweiteren Ausführung stellte sich dem autonet.at-Intensivtest. Es galt aber nicht nur die Beklebung bei unserem Test zu beachten, denn neben den nun erhältlichen auffälligen Sonderserien erfuhr der Corsa auch ein Facelift mit einigen Verbesserungen, die es auszuprobieren galt.
Rennstreifen – Rennmotor?
Die erste Frage die sich aufdrängt, wenns um die Motorisierung geht: passt sie denn zum dick auftragenden Äußeren mit den Streifen? Es lässt sich nur mit einem "Jein" beantworten. Unser Testkandidat wurde von einem 1,4 Liter 4-Zylinder Benziner angetrieben der 100 PS leistet. Das ist jetzt nicht schwächlich in einem Kleinwagen, aber echte Sport-Ambitionen kommen keine auf. Typisch für einen Sauger möchte er gedreht werden, dann beginnt der Spaß – aber auch der Spritkonsum. Unser Testverbrauch pendelte sich bei 7,5 Litern ein, was nach überwiegend Stadtverkehr bei schon recht frischen Temperaturen in Ordnung geht. Überland würde eventuell ein drehzahlsenkender sechster Gang helfen, ein wenig sparsamer unterwegs zu sein. Wer wirklich brav fährt (oder die optionale Start/Stop-Funktion um knappe 300 Euro dazuordert) kommt der Verbrauchsangabe von 5,5 Litern auf 100 Kilometer auf jeden Fall nochmal etwas näher. Wir hatten aber lieber Spaß beim Fahren – denn das Fahrwerk und die Lenkung laden dazu ein.
Knackiges Fahrwerk, direktes Handling
Der "große Bruder" unseres Testkandidaten ist der 210 PS starke Corsa OPC Nürburgring-Edition, der sich der flotten Gangart noch sehr viel eindeutiger verpflichtet fühlt und sie auch virtuos beherrscht. Das grundsätzliche Fahrwerkslayout haben der "gutbürgerliche" 100PSler und der OPC aber gemeinsam – und das merkt man. Das knackige Fahrwerk ist in Verbindung mit den coolen, weiß lackierten 17-Zoll Felgen schon eher resch abgestimmt, macht bei Kurvenfahrt aber richtig Spaß und fühlt sich sicher an. Die zu diesem Zwecke überarbeitete Servolenkung, für die der Corsa anfangs Kritik einstecken musste, liefert gutes Feedback und ist nun ausreichend exakt um die Mittellage. Im Griff hat man jenewelche auch perfekt, denn das Lederlenkrad mit Bedienknöpfen liegt gut in der Hand – und ist auf Wunsch sogar beheizt. Eine von vielen Nettigkeiten, die an sich sehr komfortabel sind, aber bezahlt werden möchten. Die Auswahl an Extras für den Corsa ist für diese Klasse unüblich groß.
Intensiv-Test: Opel Corsa 1,4 Twinport
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DruckenSenden29.11.2011 von Philipp Stalzer
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