Im November erzielte der Automarkt wieder ein starkes Plus gegenüber dem Vorjahr. Die Rekordmarke von 320.000 Neuzulassungen könnte heuer übertroffen werden.
Mit Stichtag 30. November wurden in Österreich im Jahr 2009 bereits 299.981 Pkw neu zugelassen, das sind um 6284 Fahrzeuge mehr als im gesamten Jahr 2008. Geht es nach Experteneinschätzung sind im Dezember noch einmal bis zu 20.000 Neuzulassungen möglich. Anfang des Jahres hätte wohl niemand auch nur einen Euro auf diesen Verkaufserfolg gewettet. Die Auswirkungen der Finanzkrise zeichneten ein dunkles Bild für den Automarkt. Mit Einführung der Verschrottungsprämie begann das Geschäft aber wieder zu brummen. Zum Jahresende könnte der Automarkt an der 320.000er-Marke anklopfen und auf Rekordniveau abschließen. Der bisherige Verkaufsrekord datiert aus dem Jahr 1992, als knapp über 320.000 Fahrzeuge neu zugelassen wurden.
Ab Jänner gilt der NoVA-Malus für Modelle mit mehr als 160 g CO2/km
Dass sich im Dezember noch einmal knapp 20.000 Neuzulassungen ausgehen könnten, sehen die Experten in so genannten Vorzieheffekten begründet. Ab 1. Jänner 2010 gilt die Malusgrenze bei der NoVA ab einem CO2-Ausstoß von über 160 g/km. Bisher lag die Grenze bei mehr als 180 g/km. Daher könnte einige Käufer verleitet sein, noch schnell ein Modell mit mehr als 160 g CO2/km zu kaufen.
Privatkundenanteil steigt auf 57 Prozent
Im November 2009 wurden insgesamt 25.612 Neuwagen in Österreich angemeldet. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Plus von 29,1%. Der November 2009 war aber bereits von einem Verkaufseinbruch gekennzeichnet. Dieser hielt rund fünf Monate an. Mit Einführung der Ökoprämie konnten wieder verstärkt Privatkunden in die Autohäuser gelockt werden. Schätzungen gehen von rund 25.000 zusätzlichen Neuwagen aufgrund der Ökoprämie aus. Private Kunden sind es auch, die den Markt stützen. Waren in den vergangenen Jahren Firmenkunden mit bis zu 55% bestimmend, liegt nun der Privatkunden-Anteil bei 57%. „Die Freude am Autokaufen ist zurück, die niedrigen Sparzinsen tun das übrige, dass sich vor allem Privatkunden jetzt zum Neuwagenkauf entschließen, bringt es Wolf-Dieter Hellmaier, Geschäftsführer der Porsche Holding, auf den Punkt.
Mehr VW Golf verkauft als Renault insgesamt
Sehr zufrieden kann Hellmaier auch mit dem Abschneiden der VW-Konzernmarken sein. Der Marktanteil von VW, Audi, Skoda, Seat und Co stieg auf 31,6% an. Auf den ersten sechs Plätzen im Modellranking finden sich geschlossen Modelle aus dem Markenprogramm. Unangefochten auf Platz 1 steht der VW Golf. Von Jänner bis November 2009 wurden 19.186 Golf unter das Volk gebracht. Damit übertrifft das Wolfsburger Kompaktmodell allein die gesamten Verkäufe von Renault inklusive Dacia (18.999 Einheiten). Nur Opel und Ford konnten mit jeweils knapp über 20.000 verteilt über alle Modellreihen knapp mehr verkaufen als der VW Golf.
Trend geht zu sparsamen, kleinen Modellen
Der Golf als Marktführer macht auch deutlich, dass die Kompaktklasse weiterhin das tonangebende Segment ist. Rund 40% des Gesamtmarktes entfallen auf dieses Segment. Dahinter folgen die Kleinwagen vom Schlag eines VW Polo. Ihr Anteil ist von 28 auf rund 30% gewachsen. Einen deutlichen Anstieg von fünf auf 7,5% können auch die günstigen Kleinstwagen verzeichnen. Das ist zum einen wiederum der Verschrottungsprämie zu verdanken. Auf der anderen Seite sieht man aber auch, dass die Konsumenten auf steigende Treibstoffpreise reagieren und zu verbrauchsgünstigen Modellen greifen. Demzufolge sinkt auch der Anteil der großen Modelle. So müssen Mittelklasse, gehoben Mittelklasse und die Luxusklasse spürbare Einbrüche verschmerzen. Auch bei den Antriebsarten setzt sich ein klarer Trend fort. Waren vor einigen Jahren Dieselmodelle in Österreich noch dominierend, so hat sich im Laufe eines Jahres der Trend genau umgekehrt. 2008 betrug der Dieselanteil noch knapp über 54 Prozent, heuer kommen Benziner auf diesen Anteil.
Das Ranking der meistverkauften Modelle im November 2009
| Modelle |
Nov. 2009 |
Nov. 2008 |
Veränderung in % |
| VW Golf |
1840 |
1638 |
+12,3 |
| VW Polo |
899 |
548 |
+64,1 |
| Renault Mégane |
760 |
351 |
+116,5 |
| Fiat 500 |
628 |
344 |
+82,6 |
| Skoda Fabia |
623 |
427 |
+45,9 |
| Audi A4 |
582 |
527 |
+10,4 |
| Seat Ibiza |
557 |
749 |
-25,6 |
| Citroen C4 |
556 |
217 |
+156,2 |
| Skoda Octavia |
548 |
281 |
+95 |
| Audi A3 |
494 |
329 |
+50,2 |
Die meistverkauften Modelle von Jänner bis Novmeber 2009
| Modelle |
Jän.-Nov. 2009 |
Jän.-Nov. 2008 |
Veränderung in % |
| VW Golf |
19.186 |
16.433 |
+16,8 |
| VW Polo |
8305 |
7075 |
+17,4 |
| Seat Ibiza |
7766 |
4761 |
+63,1 |
| Skoda Octavia |
7031 |
5287 |
+33 |
| Skoda Fabia |
6859 |
7871 |
-12,9 |
| Audi A4 |
6500 |
7658 |
-15,1 |
| Renault Mégane |
5930 |
4352 |
+36,3 |
| Opel Corsa |
5795 |
4558 |
+27,1 |
| Ford Focus |
5766 |
6282 |
-8,2 |
| Ford Fiesta |
5244 |
3416 |
+53,5 |
Die Top 10 Marken von Jänner bis November 2009
| Marken |
Jän.-Nov. 2009 |
Marktanteil |
Jän.-Nov. 2008 |
Marktanteil |
| VW |
47.000 |
15,7% |
45.721 |
16,4% |
| Opel |
21.106 |
7% |
19.734 |
7,1% |
| Ford |
20.743 |
6,9% |
19.111 |
6,9% |
| Renault/Dacia |
18.999 |
6,3% |
18.706 |
6,7% |
| Audi |
16.954 |
5,7% |
15.442 |
5,6% |
| Skoda |
16.451 |
5,5% |
14.546 |
5,2% |
| Fiat/Abarth |
15.589 |
5,2% |
14.366 |
5,2% |
| Peugeot |
14.783 |
4,9% |
13.504 |
4,9% |
| Seat |
13.736 |
4,6% |
9751 |
3,5% |
| BMW/Mini |
12.963 |
4,3% |
12.785 |
4,6% |