Saab-Verkauf ist geplatzt
General Motors gibt bekannt, dass die schwedische Sportwagenschmiede Koenigsegg ihr Übernahmeangebot für Saab zurückgenommen hat. Die Zukunft von Saab ist damit offen.
Die Zukunft der Marke Saab ist äußerst ungewiss.
Nächster Donnerschlag für General Motors: Nach dem geplatzten Opel-Deal mit einem Konsortium rund um Magna müssen sich die Amerikaner auch von der Idee die Marke Saab zu verkaufen verabschieden. In einem kurzen Statement hat GM bekannt gegeben, dass der kleine schwedische Sportwagenbauer Koenigsegg die geplante Übernahme von Saab abgeblasen hat. GM-Präsident Fritz Henderson zeigt sich sehr enttäuscht über diese Entscheidung. In den nächsten Tagen wird man in Detroit die Situation analysieren und über die weitere Zukunft von Saab entscheiden.
Chinesischer Investor stand bereit
Über die Gründe, warum Koenigsegg sein Übernahmeangebot zurückgezogen hat, ist vorerst nichts bekannt. Bis vor wenigen Tagen hat es noch sehr gut ausgesehen. Im Juni haben Koenigsegg und General Motors einen Vorvertrag für die Übernahme der Marke Saab unterzeichnet. Anfang September hat Koenigsegg außerdem eine Absichtserklärung mit dem chinesischen Konzern Beijing Automotive Industry Holding (BAIC) unterzeichnet. Darin war vorgesehen, dass die Chinesen als Minderheitsbeteiligter bei Koenigsegg einsteigen und somit die Pforten für Saab auf dem chinesischen Markt öffnen. Außerdem hat Saab um einen Kredit bei der Europäischen Investitionsbank in Höhe von rund 450 Millionen Euro angesucht.
Zukunft der Marke Saab ist ungewiss
Während der ganzen Übernahmeverhandlungen gab es auch wieder ein automobiles Lebenszeichen von Saab in Form des neuen 9-5. Mit der Präsentation der gehobenen Mittelklasse-Limousine ging auch die Bekanntgabe einher, dass diese im Stammwerk in Trollhättan produziert werden soll. Dort sind gegenwärtig rund 3400 Mitarbeiter beschäftigt. Wie es nun mit dem Modell, den Beschäftigten und der Marke als Ganzes weitergeht, ist ungewiss. Vom Verbleib im GM-Konzern, über das Finden eines neuen Inverstors bis zur Liquidation der Marke ist alles möglich.
Koenigsegg baut 18 Fahrzeuge pro Jahr
Schon während der Übernahme von Saab durch Koenigsegg gab es Zweifler an der Machbarkeit dieses Deals. Koenigsegg ist wesentlich kleiner als Saab. Das Unternehmen wurde 1994 von Christian von Koenigsegg gegründet und ist spezialisiert auf den Bau von extremen Supersportwagen. Aktuell produzieren 45 Mitarbeiter rund 18 Fahrzeuge pro Jahr. Der Koenigsegg SSC Ultimate Aero TT ist mit 412 km/h das schnellste Straßenfahrzeug der Welt.
DruckenSenden25.11.2009 von Thomas Weibold