Nissan Cube mit Elektroantrieb
So wird der Zauberwürfel zum Sauberwürfel: Der Nissan Cube fährt nun auch elektrisch
Der Cube dient als Projektfahrzeug für Nissans elektrische Zukunft. 2011 soll ein eigenständiges, fünfsitziges Modell folgen.
Kein anderer Nissan ist so cool wie der Cube. Und trotzdem mussten die Fans in Europa eine Generation lang warten, bis der Würfel auf Rädern zum Jahreswechsel auch durch unsere Straßen kullert. Und kaum haben die Japaner die zweite Generation des kantigen Kleinwagens fit für den Export bekommen, machen sie ihren Kunden schon wieder den Mund mit einem Auto wässrig, dass es vorerst nicht zu kaufen gibt: Den Cube E. Denn zumindest in einem Prototypen der letzten Auflage macht nun ein Elektroantrieb den Zauberwürfel zum Sauberwürfel und dient als Vorbote einer sauberen Zukunft.
Flüsterleise und erstaunlich flott durch die Stadt
„Dieses Auto nutzt genau den Antrieb, den wir in unserem ersten Elektrofahrzeug einbauen werden“, verspricht Florian Wunch, der in der europäischen Nissanzentrale in der Schweiz arbeitet und bei der Entwicklung künftiger Mobilitätskonzepte förmlich unter Strom steht. Der Griff zum Zündschlüssel ist deshalb ein bisschen so etwas wie eine Zeitreise, wenn sich der Cube danach flüsterleise in Bewegung setzt und erstaunlich flott durch die Stadt stromert. Obwohl der Elektromotor kaum größer ist als eine Partyfässchen Bier, entwickelt er so viel Drehmoment wie ein drei Liter großer Sechszylinder und macht dem kleinen Würfel deshalb beim Ampelstart mächtig Beine: Von den 250 Kilo Zusatzgewicht für die Batterie im Wagenboden und unter dem kleineren Kofferraum ist dabei nichts zu spüren. Allerdings währt der Rausch vom Rasen ohne Reue nicht lange: Viel mehr als 140 Sachen läuft der Stromer nicht, und nach 100 bis 150 Kilometern muss er für acht Stunden an die Steckdose.
Aufladen im Supermarkt oder während der Fahrt durch Induktion
Aber das ist nur eine Notlösung: Bis die Serienfahrzeuge auf die Straße kommen, rechnet Nissan-Manager Wunch auch mit einem weit verzweigten Netz von Schnellladestationen, an denen ein Tankstopp nicht mehr länger dauert als ein Einkauf im Supermarkt oder das Mittagessen im benachbarten Restaurant. Außerdem halten sich die Japaner ihr Konzept auch für andere Optionen offen. Schon bald werde man die Akkus deshalb an den Wechselstellen von Shai Agassis Projekt „Better Place“ mithilfe eines Serviceroboters binnen drei Minuten austauschen lassen. Und falls wirklich jemand genügend Geld für ein paar Kilometer Induktionsschleifen auf der Autobahn in die Hand nehme, werde man die Elektroautos von Nissan während der Fahrt laden können, stellt Wunch in Aussicht. Beim Transrapid komme schließlich dasselbe Prinzip zum Einsatz.
Wie ernst es Nissan mit dem E-Mobil meint, lesen Sie auf Seite Zwei.