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22.10.09 von Thomas Geiger

Lexus LFA: Der Reis ist heiß

Mit 560 PS bläst der Supersportwagen LFA die Langeweile aus dem Lexus-Programm.

zur FotoshowLexus
Vor zehn Jahren erfolgte der erste Pinselstrich, nun wird der Lexus LFA endlich Realität. 
Sie sind luxuriös, raffiniert, technisch anspruchsvoll und mittlerweile dank ihres Hybridantriebs sogar in den meisten Fällen politisch korrekt: Doch Lust und Leidenschaft sucht man bei den Modellen von Lexus bislang zumeist vergebens. Aber damit ist bald Schluss. Denn mit dem neuen Lexus LFA wollen die Japaner jetzt allen beweisen, dass auch sie Benzin im Blut haben. Der Supersportwagen fährt in einer Liga mit Lamborghini, Ferrari & Co und hatte sein eigentliches Debüt – noch im Tarnkleid eines Prototypen – bereits beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring. Doch erst jetzt beim Heimspiel auf der Motorshow in Tokio lässt Lexus vollends die Hüllen fallen und öffnet gleichzeitig die Orderbücher. Dann müssen sich passionierte Schnellfahrer beeilen: Mehr als 500 Autos werden nicht gebaut.

Bis auf das Navi keine Gleichteile mit anderen Lexus-Modellen
Für den LFA hat das Team um Chefingenieur Haruhiko Tanahashi keine Kosten und Mühen gescheut: „Bis auf die Bedienung für das Navigationssystem gibt es keine Gleichteile mit anderen Fahrzeugen des Konzerns“, bestätigt Europa-Sprecher Robert Tickner: Der V10-Motor, das an der Hinterachse angeschlagene, sequentielle Sechsganggetriebe, das Fahrwerk, selbst die Sitze, das Lenkrad und das Kombiinstrument wurden eigens für den japanischen Tiefflieger entwickelt. Kein Wunder, dass der Preis so am Ende bei über 400.000 Euro landet. Trotzdem wird das Projekt nie kostendeckend sein, räumt Tickner klaglos ein. „Aber das macht nichts, denn wir haben hier viel für die Zukunft gelernt.“

Mehr Rennwagen als Straßenfahrzeug
Technisch ist das mit schnellen Strichen und scharfen Schnitten gezeichnete Coupé einem Rennwagen näher als einem Straßenfahrzeug: „Dieses Auto trägt die Gene der Rennstrecke in sich“, sagt Tickner mit Blick zum Beispiel auf die Karbonstruktur der Karosserie, die gegenüber einem Alu-Renner 100 Kilo spart und das Gesamtgewicht auf eindrucksvolle 1480 Kilogramm drückt. Die Bremsen sind aus Keramik, das Fahrwerk wurde in abertausend Runden auf der Nordschleife abgestimmt, und ein Getriebe wie dieses findet man in Serienfahrzeugen ebenfalls selten – wo sonst kann man die Schaltzeiten mit einem kleinen Rändelrad am Cockpit fast auf die Millisekunde genau einstellen?

Luxus und Komfort kommen nicht zu kurz
Dennoch ist der Wagen keine puristische Fahrmaschine ohne Komfort: Die Schalensitze sind eng aber bequem, statt der üblichen Hosenträger gibt es konventionelle Dreipunkt-Gurte, in die erstmals ein Airbag eingearbeitet wurde, und die Augen starren gebannt auf ein eigenwilliges Cockpit mit analogen und digitalen Anzeigen, in dem der Tacho auf Knopfdruck hin- und herwandert wie der Becher eines Hütchenspielers. Weitet man den Blick, streift er über eine luxuriöse Landschaft aus schwarzem Glanzkarbon und feuerrotem Leder, das eine leicht aggressive Grundstimmung verbreitet und den Fahrer buchstäblich heiß macht auf die erste Runde.

3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, Topspeed 325 km/h
In Fahrt bringt den LFA ein in Handarbeit montierter Zehnzylinder, der 4,8 Liter Hubraum hat, auf 560 PS kommt und mit Freuden bis an das Maximum von 9000 Touren dreht. Während bis zu 480 Nm an den 305er-Walzen auf der Hinterachse reißen und die drei pyramidenförmig angeordneten Endrohre wie die Trompeten von Jericho mit einem anschwellenden Kreischen eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit des LFA in die Welt schreien, sich die Nackenhaare aufstellen, innen jedes Gespräch unmöglich wird, schießt der Donnerkeil davon, als gäbe es kein Morgen mehr: Nur 3,7 Sekunden braucht er bis Tempo 100 und erst bei 325 km/h hat der Rausch des Rasens ein Ende. Und mal ganz ehrlich: Wen juckt bei so einem Auto schon ein Praxisverbrauch weit in den Zwanzigern, wenn es nur 500 Stück davon gibt und keine andere Marke auf einen größeren Hybridanteil kommt als Lexus?

Der LFA weckt die Leidenschaft
Natürlich kann man mit dem LFA auch ganz gelassen über die Landstraße rollen als wäre er ein besserer Corolla und dabei sogar einen überraschend hohen Federungskomfort genießen. Aber wer bestellt im Gourmetrestaurant schon das Diät-Menü oder trinkt im Burgund nur Saft und Wasser? Deshalb braucht es kaum mehr als ein, zwei Kurven um die Leidenschaft zu wecken und ins Sportprogramm zu wechseln: Man dreht die Gänge weiter aus, schafft 80 im ersten, 120 im Zweiten, 170 im Dritten und hofft, dass die örtliche Polizei heute die Radarpistole im Halfter lässt. Zwischenzeitlich wächst aus dem Heck ein riesigen Spoiler, der Wagen saugt sich förmlich auf dem Asphalt fest und schneidet so präzise durch die Kurven wie ein japanischer Spitzenkoch durch eine Lachsseite. Wo man sich eben noch über Laster oder Traktoren geärgert hat, schaltet man jetzt ganz gelassen ein, zwei Gänge herunter und ist im Nu an jedem Hindernis vorbei. Während die anderen noch auf eine entsprechend große Lücke warten, fragt sich der Lexusfahrer höchstens: War da was?

Auf der Straße erst ab Frühjahr 2011
So schnell das Auto auch sein mag, so langsam war seine Entwicklung. Denn die ersten Striche auf dem sprichwörtlich weißen Blatt hat Chefingenieur Tanahashi bereits vor zehn Jahren gemacht. Und auch wenn sein Team jetzt endlich fertig ist, brauchen Schnellfahrer noch ein bisschen Geduld, sagt Tickner: Die Produktion beginnt erst nächsten Herbst, und ausgeliefert wird nicht vor Frühjahr 2011.

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