IAA 2009: Die Stories
17.09.09 von Thomas Weibold

VW L1: Der Sprit-Fakir

Volkswagen macht Ernst und stellt für 2013 die Serienreife eines Einliterautos in Aussicht.

Picturedesk
Volkswagen zeigt die moderne Form eines Kabinenrollers mit ansehnlichen Fahrleistungen und sensationell niedrigem Verbrauch. 
Im Jahr 2002 setzte sich der damalige Vorstandsvorsitzende von Volkswagen Ferdinand Piëch in ein Auto und fuhr von Wolfsburg zur Hauptversammlung nach Hamburg. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Das einzigartige an der Geschichte war aber der fahrbare Untersatz der zum Einsatz kam. Es handelte sich um einen millionenteueren Prototyp eines Einliterautos. Damals war klar, dass die Serienfertigung eines solchen Fahrzeuges noch in ferner Zukunft liegen würde. Allein die Herstellung der Karosserie aus einem mit Carbonfaser verstärktem Kunststoff (CFK) war finanziell nicht vorstellbar. Aber wir befinden uns in einer schnelllebigen Zeit. Sieben Jahre nach dem Prototyp präsentiert Volkswagen in Frankfurt eine neue Studie mit dem schlichten Namen L1 und liefert gleichzeitig ein konkretes Datum. 2013 soll die Serienversion des Einliterautos vom Band rollen.

Vorbild: Segelflugzeug
Mit einem klassischen Auto hat die Studie L1 relativ wenig zu tun. Vier Räder, ein Lenkrad – das war es dann auch schon so ziemlich mit der Gemeinsamkeit zu einem herkömmlichen Auto. Der L1 ist 3,81 m lang, 1,14 m hoch und nur 1,2 m breit. Damit die zwei Passagiere Platz finden, sitzen sie hintereinander, wie in einem Segelflugzeug. Und von diesem Fortbewegungsmittel hat sich der L1 auch eine Menge anderer Dinge abgeschaut. Allein die Karosserie erinnert stark an ein Flugzeug. Die CFK-Hülle schmiegt sich um das Fahrzeug, um dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche zu geben. Der Cw-Wert beträgt fantastische 0,195! Zum Einsteigen öffnet sich die Dachhaube seitlich. Der L1 hat sogar einen kleinen Kofferraum mit 50 Liter Volumen zu bieten.

Bei 380 kg Gewicht verbraucht der L1 nur 1,38 Liter pro 100 km
Wie schon bei der Karosserie setzt Volkswagen auch bei den übrigen Teilen auf extremen Leichtbau. So kommen bei Fahrwerk zahlreiche Aluminiumkomponenten zum Einsatz. Alles in allem wiegt die Studie gerade einmal 380 Kilogramm. Das ist nicht einmal ein Drittel eines VW Golf. Das allein macht aber noch kein Einliterauto aus. Beim Antrieb setzen die Wolfsburger auf Hightech und haben einen Zweizylinder-Dieselmotor mit 36 PS entwickelt, der von einem Elektromotor unterstützt wird. So fährt der L1 bis zu 160 km/h schnell und verbraucht auf 100 Kilometer nur 1,38 Liter Diesel. Der CO2-Ausstoß liegt bei sensationellen 36 g/km. Bis das Feindbild aller Tankstellenbesitzer bei den VW-Händlern zu kaufen ist, wird es aber noch gut vier Jahre dauern. So lange kann man schon einmal diskutieren, wie viel der Straßenflieger kosten wird, denn dazu schweigt sich Volkswagen noch aus.
 

Um diese Funktion zu nutzen, musst du eingeloggt sein.
Du bist noch nicht registriert? Geht ganz schnell und bringt jede Menge Vorteile!
Hier geht's zur » Registrierung

 
arboe.or.at | allesauto.at | sportnet.at | du-bist-dein-sport.at | du-bist-der-teamchef.at | ichlaufe.org | massivemoves.com
microballs.at | motorradnet.at | golf.at | austriansoccerboard.at | ooeliga.at | noeliga.at | erstebankliga.at
reisenet.com | reise-blog.at | skylines.at | mammamedia.at | partnerzone.at
 

Newsletter
RSS