Porsche Cayenne II: Sparprogramm
Porsche will mit dem neuen Cayenne seinen SUV aus dem Kreuzfeuer der Kritik manövrieren. Erreicht werden soll das mit dezenterem Auftritt und genügsameren Motoren. Ein Hybrid-Antrieb ist das Aushängeschild der Vernunftsorientierung.

Abgespeckt, hat der neue Porsche Cayenne: 180 Kilo leichter und bis zu 23 Prozent sparsamer. Deutlichstes Zeichen der vernuftorientierteren Ausrichtung des Zuffenhausen-SUV: Ein Hybrid-Cayenne mit einem Normverbrauch von 8,2 Liter.
Er steht wie kein anderes Auto am Pranger der Klimakritik und gilt seinen Gegnern als Sinnbild der automobilen Unvernunft. Doch für Porsche war und ist der Cayenne ein Erfolgsmodell, das den Schwaben in vielen Ländern erst die Tür geöffnet und den Weg zu neuen Kundengruppen erschlossen hat. Statt sich auf ihre Sportwagen zu konzentrieren und Familienväter oder andere Viererrunden mit dem Panamera zu ködern, halten die Stuttgarter deshalb konsequent an ihrem Geländegiganten fest und rücken auf dem Genfer Salon die zweite Generation ins Rampenlicht. Allerdings entdeckt der Buhmann jetzt die Vernunft und fährt mit abgespeckter Statur, sparsameren Motoren und einem Hybridantrieb aus dem Kreuzfeuer der Kritik. In den Handel kommt der Sportler unter den SUV bereits Anfang Mai.
Länger, leichter, windschlüpfriger
Auch in der zweiten Auflage ist der Cayenne ein Zwilling des VW Touareg und folgt damit den Vorgaben der neuen Konzernmutter aus Wolfsburg. Aber das ist diesmal kein Schaden. Schließlich ist der Wagen nicht nur im Radstand um vier und in der Länge sogar um fünf Zentimeter gewachsen, sondern vor allem ist er fast vier Zentner leichter und mit der niedrigeren Dachlinie sehr viel windschnittiger geworden.
Mehr Eigenständigkeit
Obwohl oder gerade weil Porsche mittlerweile unter das Wolfsburger Konzerndach gerückt ist, haben sich die Entwickler bei der Neuauflage des Cayenne erfolgreich um noch mehr Abgrenzung zum Touareg bemüht. Deshalb fährt das Schwaben-SUV in den meisten Versionen mit einem anderen Allradantrieb als der Niedersachse, unter der Haube stecken zum Teil völlig eigenständige Motoren, und auch beim Design gehen die beiden Brüder unterschiedliche Wege. So ist der Cayenne beim Generationswechsel sehniger und sportlicher geworden und hat seine vorlaut aufgerissene Schnauze ein wenig geschlossen. In der Länge ist der Cayenne um fünf Zentimeter gewachsen, Dass er trotzdem zierlicher daherkommt liegt von allem an der optimierten Aerodynamik. Im Innerenraum kommt nun eine, wie beim Touareg, um 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank zum Einsatz. Punkto Cockpitdesign stand der panamera Pate. für den Porsche-SUV in zweiter Auflage.
Erster Hybrid aus Zuffenhausen
Wichtiger als die Schönheitskur ist den Schwaben allerdings der Sparkurs, der den Cayenne ein wenig sozialverträglicher machen soll. Vorreiter auf der Grünen Welle ist der Cayenne S Hybrid: Unter seiner Haube arbeiten ein 333 PS starker V6-Benziner und ein E-Motor mit 47 PS im Team. Allerdings ist der Stromer stark und die Batterie groß genug, dass der grüne Gigant bis Tempo 60 auch mehrere Kilometer geräuschlos und sauber ohne Sprit durch die Stadt säuseln kann. Weil er zudem auf der Autobahn bis weit jenseits der Richtgeschwindigkeit ohne Motor „segelt“ und die Ingenieure auch sonst an jeder Sparschraube gedreht haben, sinken der Normverbrauch auf 8,2 Liter und der CO2-Ausstoß auf 193 g/km. Das macht den vermutlich größten und schwersten Porsche zugleich zum sparsamten Benziner im Modellprogramm.
Mehr Leistung, weniger Durst
Aber der Hybrid ist nur die Speerspitze einer Sparoffensive. Denn auch die anderen Motoren machen eine ordentliche Diät, bei der die Leistung steigt und der Verbrauch sinkt. Dabei helfen auch die neue Achtgang-Automatik und die serienmäßige Start-Stopp-Funktion, die man bei der Konkurrenz noch vergebens sucht. So leistet der V6-Benziner des Basismodells jetzt 300 statt 290 PS, ist aber mit 9,9 statt 12,9 Litern zufrieden und damit etwa 20 Prozent sparsamer. Auch beim Diesel legen die Schwaben noch einmal nach: Zwar hat der drei Liter große V6 weiterhin 240 PS, doch braucht er jetzt statt 9,3 nur noch 7,4 Liter. Noch eindrucksvoller ist der Fortschritt bei den beiden 4,8 Liter großen V8-Motoren: Im Cayenne S steigt seine Leistung um 15 auf 400 PS, während der Verbrauch um 3,4 auf 10,5 Liter zurückgeht. Und für den Turbo nennt Porsche nun einen Verbrauch von 11,5 statt 14,9 Litern. Der Versuchung, dem Motor auch noch mehr Leistung mitzugeben, haben die Entwickler allerdings widerstanden: 500 PS, so die Botschaft, sind mehr als genug – zumindest bis später irgendwann mal ein Turbo S kommt.
Der Cayenne startet bei 69.350 Euro
Die Öffentlichkeit bekommt den neuen Porsche Cayenne erstmals auf dem Automobilsalon in Genf (4. bis 14. März) zu sehen. Am 8. Mai startet europaweit der Verkauf. Der Einstiegspreis in Österreich beträgt für den 300-PS-Benziner 69.350 Euro. Knapp darüber bei 69.700 Euro beginnt der Cayenne Diesel Tiptronic. Der Cayenne S (400 PS) ist ab 88.600 Euro zu haben. Wer sich künftig mit dem ersten Hybridmodell von Porsche fortbewegen will, muss dafür 89.400 Euro hinblättern. Das Topmodell, der Cayenne Turbo, schlägt schließlich mit exakt 140.000 Euro in der Preisliste zu Buche.
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DruckenSenden25.02.2010 von Thomas Geiger