So schützen Sie sich gegen Autodiebe
Die Zahl der Autodiebstähle hat stark zugenommen. Mit welchen Verhaltensweisen und Hilfsmitteln Sie sich schützen können, erfahren Sie hier.

Nur wenige Handgriffe benötigt ein Profi, um ein Auto innerhalb kürzester Zeit zu knacken.
Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Im August sind die Autodiebstähle in Österreich wieder leicht zurückgegangen. Die schlechte Nachricht: Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl aber insgesamt deutlich zugenommen. Allein in Wien stieg die Autodiebstähle zwischen Jänner und Juli 2009 um 71,6 Prozent gegenüber den ersten sieben Monaten 2008 an. Die Autohersteller setzen zwar alles daran, die Fahrzeuge sicherer gegen Einbruch und Diebstahl zu machen. Die Autoknacker auf der anderen Seite werden aber auch immer gefinkelter. Mit einigen einfachen Maßnahmen kann man aber den Dieben das Leben schwer machen und sie von ihrem bösen Werk abhalten.
Die Tricks der Autodiebe
Die Zahlen belegen, dass Einbrüche in und Diebstähle von Kraftfahrzeugen zu einem immer größeren Problem werden. Manchmal wird es den Tätern sehr leicht gemacht. Die Bandbreite ist groß: vom schnellen Gelegenheitsverbrecher, der sich bei offen im Fahrzeug liegenden Wertgegenständen bedient, bis zum professionellen Autoknacker, der auf Bestellung Fahrzeuge beschafft. Das Phänomen Autodiebstahl kann man mittlerweile nicht mehr auf ausgewählte Premiummodelle eingrenzen. In der „Beliebtheitsskala“ gewinnen auch immer mehr kleinere Modelle an Bedeutung. Ältere Modelle stehen ebenfalls auf der Liste, weil sie leichter zu knacken sind. Als Leichtsinn einzustufen ist, wenn man das Fahrzeug unversperrt abstellt oder Gegenstände offen einsehbar im Fahrzeug liegen lässt. Die Diebe bedienen sich aber auch moderner Technologie, um etwa das Funksignal der Zentralverriegelung zu stören oder auszulesen. Profis benötigen oft nur zehn bis zwanzig Sekunden, um ein Auto zu stehlen. Dann gibt es noch Tricks, die vor allem in südlichen Ländern zur Anwendung kommen. Die Diebe zerstechen einen Reifen, weisen den Fahrer später auf den Schaden hin und geben vor, helfen zu wollen. Der Fahrer wird abgelenkt, Mittäter räumen in der Zwischenzeit das Auto aus oder machen sich gleich mit dem Fahrzeug aus dem Staub.
Tipps gegen Autodiebstahl und –einbruch
Mit einigen einfachen Verhaltensweisen und Hilfsmitteln kann man sich gegen Autodiebe schützen. Die Polizei gibt eine Reihe von Punkten an, die man beachten sollte:
Das Fahrzeug immer versperren.
- Fenster, Türen, Schiebedach und das Faltdach des Cabrios immer schließen, wenn das Fahrzeug abgestellt wird.
- Den Wagen nie mit laufenden Motor stehen lassen. Dieben reicht oft ein kurzer Augenblick der Unaufmerksamkeit.
- Autopapiere, andere Dokumente, Bargeld, Bank- und Kreditkarten, Fotoapparate und andere Wertgegenstände nicht im Handschuhfach oder frei einsehbar im Fahrzeug liegen lassen. Gelegenheitsdiebe werden oft von banalen Kleinigkeiten wie dem Münzgeld für einen Einkaufswagen angezogen.
- Waffen niemals im Fahrzeug lassen. Das sollte eigentlich ein Ding der Selbstverständlichkeit sein. Offenbar hat die Polizei aber Grund genug, das explizit anzuführen.
- Den Reserveschlüssel nicht im Auto aufbewahren.
- Handys und Navigationsgeräte nicht sichtbar im Auto lassen.
- Besondere Vorsicht ist auch geboten, wenn plötzlich der Tankdeckel fehlt. Profis können anhand des Tankschlosses einen Zweitschlüssel anfertigen und das Fahrzeug zu einem späteren Zeitpunkt entwenden.
- Misstrauisch sollte man werden, wenn die Funkfernbedienung der Zentralverriegelung scheinbar nicht funktioniert. Diebe könnten das Signal stören oder sogar den Code auslesen und sich so Zutritt zum Fahrzeug verschaffen.
Mit welchen Sicherungsmaßnahmen Sie sich gegen Autodiebe schützen können, erfahren Sie auf Seite 2.
Im Fachhandel gibt es eine Unmenge an mechanischen und elektronischen Einrichtungen, um sich gegen Diebstahl abzusichern. Manche Dinge wirken recht banal und sind auch sehr kostengünstig, bieten aber einen guten Schutz. Alles was einen Einbruch erschwert, verleitet die Autoknacker dazu, die Finger vom Fahrzeug zu lassen, weil es zu lange dauern würde. Am besten ist daher die Kombination von mehreren Sicherungseinrichtungen.
An mechanischen Sperren gibt es unter anderem:
- Sperrstock am Lenkrad, der das Lenken unmöglich macht
- Sperrstange zwischen Lenkrad und Bremspedal montiert
- Schalthebelsicherung: der Ganghebel wird mit einem Bügelschloss im Rückwärtsgang fixiert, der Automatik-Wählhebel in der Parkstellung
- Schalter zur Unterbrechung der Stromunterbrechung: damit wird die Fahrzeugelektrik unterbrochen, der Motor kann nicht gestartet werden. Ist der Schalter gut im Innenraum versteckt, wird es für einen Autodieb zu zeitintensiv, danach zu suchen.
Elektronische Sicherungssysteme
Vor allem ältere Modelle lassen sich mit diesen Einrichtungen gut absichern. Moderne Fahrzeuge haben meist bereits werkseitig zumindest eine elektronische Wegfahrsperre oder bei teuren Modellen auch eine Alarmanlage. Aber auch diese Sicherungseinrichtungen lassen sich nachrüsten. Wegfahrsperren sind nach dem Abziehen des Zündschlüssels aktiv. Das Fahrzeug kann nur wieder in Betrieb genommen werden, wenn vom Schlüssel ein passender Code an die Fahrzeugelektronik übermittelt wird. Diese Systeme werden ständig weiterentwickelt, da auch professionelle Autodiebe auf immer gefinkeltere Einrichtungen zurückgreifen, um die Wegfahrsperre zu überwinden. Alarmanlagen für Autos sind ein weiterer Schutz gegen Einbrecher. Diese gibt es ab rund 100 Euro im Zubehörhandel. Sie sollten Türen, Motorhaube, Kofferraumdeckel, Innenraum und Zündschloss gegen Manipulation absichern und im Bedarfsfall Alarm schlagen. Idealerweise verfügt die Alarmanlage über einen eigenen Signalton. Wichtig ist auch, dass die Stromversorgung unabhängig von der Autobatterie erfolgt. Ansonsten ließe sich die Alarmanlage leicht außer Betrieb setzen. Ein Ultraschallfeld überwacht den Innenraum und registriert jede Bewegung im Fahrzeug. Sobald die Scheibe eingeschlagen wird, schlägt das System Alarm. Moderne Anlagen verfügen auch über eine Alarmierungsfunktion über Pager oder Telefonverbindung. Falls das Fahrzeug dem Lenker mit Gewalt genommen wird, kann er Dank der „Anti-Überfall-Funktion“ noch aus 100 Meter Entfernung mit einer Fernsteuerung Alarm auslösen. Der Räuber wird im Fahrzeug eingeschlossen und die Sirene aktiviert.
Nicht auf die Sicherung des Autoradios vergessen
Bei der Absicherung des Fahrzeuges sollte man nicht auf das Autoradio vergessen, das oft Objekt der Begierde ist. Viele Modelle verfügen über ein abnehmbares Bedienteil, ohne das das Radio für den Dieb unbrauchbar ist. Andere können auch durch eine Code- oder Keycard-Sicherung geschützt sein.
Ortungssysteme sind sehr guter Schutz
Als sehr effiziente Sicherungsmaßnahme bei Autodiebstahl kristallisiert sich die Satellitenortung heraus. Der ÖAMTC kooperiert beispielsweise mit der österreichischen Firma Dolphin Technologies. Diese bietet ein GPS-Ortungssystem an. In einer Leitzentrale kann aus der Ferne der Standort des Fahrzeugs ermittelt werden und sogar die Motorelektronik unterbrochen werden. Der Dieb wird so an der Weiterfahrt gehindert. Das Fahrzeug kommt zum rechtmäßigen Besitzer zurück. 98 Prozent aller Fahrzeuge mit Satalarm, die in den Jahren 2007 und 2008 gestohlen worden sind, wurden wieder aufgefunden.
Wie Satalarm von Dolphin Technologies funktioniert, veranschaulicht dieses kurze Video.
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