VW Polo Dreitürer: minus Türen - plus Dynamik
Ab Anfang 2010 ergänzt der Dreitürer die Polo-Palette. Wir sind den jugendlichen Klein-Wolfsburger bereits gefahren.

Der kleine Wolfsburger macht auch als Dreitürer eine gute Figur.
Wenn Sie, so wie der Autor dieser Zeilen, schon einmal versucht haben, ein Trumm von einem Kindersitz durch die vordere Tür, am nach vorn geklappten Sitz vorbei in den Fond eines Autos zu zwängen, dort im Fußraum knieend (und fluchend) zu befestigen und dann den dazugehörigen „Gschrapp“ hineinzuhieven, werden Sie, so wie der Autor dieser Zeilen, Fußpilz der Anschaffung eines Dreitürers vorziehen.
Wenn Sie allerdings locker, beschwingt und bar jeglichen Ballasts durchs Leben wandeln, Familienplanung weitestgehend hintangestellt haben und auch keine allzu große Anzahl Mitfahrwilliger zu ihrem Freundeskreis zählen, wird diese Karosserieform für Sie erste Wahl sein – wer braucht schließlich schon mehr Türen als er braucht. Und da wären wir auch schon, fast in medias res, beim Thema - dem neuen, um zwei Zustiegsmöglichkeiten reduzierten VW Polo.
Preisvorteil
Wäre da nicht, wie gesagt, die leidige Sache mit dem Kindersitz, die Entscheidung zwischen drei- und fünftürigem Polo würde klar zugunsten erstgenannter Option ausgehen. Und das ist vor allem monetär begründet: In der Basisversion, also in der Trendline-Ausführung mit 60 PS starkem 1.2-l-Benziner kostet der Dreitürer 12.990 Euro. Das bedeutet pro weggelassener Tür ein Minus von 340 Euro.
Designvorteil
Auch die sportivere Optik spricht dem Dreitürer eindeutig das Wort. Evident wird das vor allem angesichts der Breitseite: Die längeren Türen strecken und dynamisieren die Silhouette. Das schmaler wirkende Fensterband macht ab der geschickt getarnten B-Säule einen pfiffigen Aufwärt- und die Dachlinie einen coupéhaften Abwärtsschwung. Den sportlichen Abschluss bildet ein Spoiler über der Heckscheibe. Trotz einer im Vergleich zum „vollbetürten“ Polo kompakteren Anmutung, sind die Abmessungen ident: 3.970 Millimeter lang, 1.682 Millimeter breit und 1.462 Millimeter hoch.
Leichte Bequemlichkeitseinbußen
Punkto Kniefreiheit im Fond müssen somit keinerlei Abstriche gemacht werden. Allerdings werden Sitzriesen oder auftoupierte Schwiegermütter auf den hinteren Plätzen ob der bereits angesprochenen, abfallenden Dachlinie einen leichten Buckel machen müssen. Dafür gelingt die Übung, die Rücksitze zu erklimmen dank weit nach vorne klapp- und schiebbarer Vordersitze ganz gut. Schade nur, dass diese „Easy Entry“ genannte Funktion erst ab der Ausstattung Comfortline serienmäßig an Bord ist.
Kongeniale Partner: 1.2 TSI und DSG
Motorisch hat der „Dreier“ dasselbe zu bieten wie der „Fünfer“. Absoluter Favorit der autonet-Redaktion ist der 1.2-l-TSI-Direkteinspritzer mit 105 PS. In diesem Motor spiegeln sich die Vorteile des so genannten Downsizeings deutlich wieder: ordentlicher Punch dank Turboaufladung (174 Newtonmeter bereits 1.500 Touren) bei maximaler Wirtschaftlichkeit. Auf 100 Kilometer schluckt der agile Hubraum-Zwerg im Schnitt nicht mehr als 5,5 Liter. Wird schließlich noch das 7-Gang-DSG auf der Optionenliste angekreuzt, bleiben kaum Wünsche offen. In dieser kongenialen Kombination ist der Polo ab Anfang 2010 zu haben, gleichzeitig mit der österreichischen Markteinführung des Dreitürers.
Polo BlueMotion, Crosspolo und (juhu!) GTI
Mit dem Polo BlueMotion gesellt sich im Frühjahr 2010 ein Asket reinsten Wasser zur Wolfsburger Kleinwagenfamilie. 3,3 Liter Durchschnittverbrauch verspricht VW für den laut Eigendefinition „sparsamsten Fünfsitzer der Welt“. Als Triebfeder für diese rekordverdächtige Effizienz fungiert ein 75 PS starker 1.2 TDI mit drei Zylindern, der mit Start-Stop-Automatik und Rekuperation (Bremsenergierückgewinnung) ausgestattet wird.
Wer es robuster mag, kann ab dem Sommer kommenden Jahres auf den Crosspolo mit verhöhter Bodenfreiheit und Kunststoffbeplankung zurückgreifen.
Und nun das besondere Zuckerl zu guter Letzt: Ebenfalls ab nächstem Sommer steht der Polo GTI ins Haus. Nur soviel: 160 PS verteilt auf nicht viel mehr als 1.000 Kilo.
Preisliste? Bitte warten!
Die Preise für die letztgenannten Abkömmlinge stehen noch nicht fest. Auch für den Dreitürer gibt VW vorerst nur den Einstiegspreis von 12.990 Euro bekannt. Die detaillierte Kostenaufstellung folgt Ende des Jahres, wenige Wochen vor der offiziellen Markteinführung in Österreich.