Mercedes A-Klasse: In Würde verjüngt
Die neue, der alten A-Klasse gegenüberzustellen ist genauso zulässig, wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Der neue Benz-Einsteiger ist ein komplett neues Auto, das die Vergangenheit ein Kehricht kümmert und alles was bei Mercedes einmal mit A begonnen hat so lässig abschüttelt, wie sie aussieht, die neue A-Klasse. Der erste Test.

Die neue A-Klasse hat mit der altern gar nichts mehr am Hut. Zu haben ist der dynamische Kompakte ab Juli ab 24.950 Euro.
Es ist ja nicht so, dass die neue A-Klasse einfach mit der Vergangenheit brechen würde. Es ist vielmehr so etwas wie eine Katharsis, ein monumentaler Befreiungsschlag von einem Ausmaß, wie ihn Phönix dereinst erlebte. Aus der - Verzeihung – kopflastig daherschlingernden, alles andere als sexy wirkenden Pensionistenkutsche wurde ein Kompakter, der punkto Sportlichkeit und Dynamik, zumindest in visueller Hinsicht, die Konkurrenz samt und sonders in die Tasche steckt. Manchmal braucht es eben eine Überhöhung, um ein Ansinnen deutlich zu machen. Und dieses hier lautet: Frischfleisch für den Stern!
Sehr cool
Mit jeder Faser seines Seins, macht die neue A-Klasse einen auf cool. Das beginnt bei der äußerst bulligen Front mit tellergroßem Stern, riesigen Lufteinlässen und ebensolchen Scheinwerfern mit aufwändiger Grafik. Die Silhouette ist gekennzeichnet von einer hohen Schulterlinie, scharf gezogenen Sicken und Kanten und schmaler Fensterlinie. Sehr sporty auch das Heck mit kleingeschnittenem Fenster, präsentem Dachspoiler und charakterstarken LED-Rückleuchten. Man merkt: Zurückhaltung steht nicht unbedingt mehr an erster Stelle der firmeneigenen Leitkultur.
Ausgeprägte Vertrauensbasis
Das setzt sich im Inneren fort: kühle Materialien, reduzierte, schnörkellose Architektur mit den mittlerweile obligaten Lüftungsdüsen im Turbinenlook als Blickfang. Alles liegt Mercedes-typisch gut zur Hand. Das griffige Lederlenkrad, der ergonomisch perfekt positionierte Schaltknauf und die, man muss es sagen wie es ist, vermutlich besten Sitze der Klasse, sind Fahrmotivatoren erster Güte. Und der Benz hält auch in Motion ganz klar, was er im Stillstand verspricht: Präzises, knackiges Handling, dem man von der ersten Sekunde weg, sein volles Vertrauen schenkt. Und so lässt man sich ad hoc derart in Kurven rein, wie man es bei anderen Autos erst nach einer gewissen Eingewöhnungsphase wagt.
Spaßmotivator
Die motorische Krönung für derartige athletische Abstimmung ist eindeutig der 211 PS starke Top-Benziner im A250, in Kombination mit dem schnellen 7-Gang-DCT-Getriebe. Heissa, was macht damit die Kurvenhatz für Freude. Das in der Sport-Version serienmäßig von AMG überarbeitete Fahrwerk lässt die A-Klasse tatsächlich am Asphalt kleben. Selbst wenn das DSC deaktiviert wird, hält der kompakte Sindelfinger die Spur, dass man das Ganze fast schon als deppensicher bezeichnen kann. Unterlegt wird die Leistungsschau von herrlich heiserem Gegröhle mit zwischengeschaltetem Gesprotze, auch Misfire genannt. Noch heißer her wird im kommenden Jahr gehen, wenn Benz den A45 AMG launcht. Wie viel Pferde sich dann unter der Haube tummeln, will man noch nicht bekannt geben.
Sparvariante
Aber auch in den niedrigeren Leistungsstufen laboriert man nicht am faden Aug`. Als da wären: der 156 PS starke A 200 und der 180er mit 122 PS auf der Otto-Seite. Die Dieselpartie wird derweilen noch vom 200 CDI mit 136 PS angeführt. In Bälde aber kommt da ein 170 PS starker 2,2-l-Selbstzüder zum Vorschein. Den Sparmeister gibt der 180 CDI BlueEFFICIENCY mit 109 PS und einem Verbrauch von 3,8 Liter.
Platz da!
Und so sollte der die A-Klasse also bestens gerüstet sein, um in der stolzen, sehr arrivierten Premium-Kompakt-Mischpoche ihren Platz zu finden. Wenn denn der A-Klasse doch etwas zu schaffen machen könnte, dann am ehesten der mit 341 Liter im Vergleich doch kleinste Kofferraum. Auch die Integration des zentralen Displays in der Mittelkonsole haben andere eleganter gelöst und sogar als Touchscreen ausgeführt.
Aufpasser
Preislich rangiert die neue A-Klasse im Grunde dort, wo sich auch schon der A3 und der 1er BMW herumtreiben. Den A 180 gibt es ab 24.950 Euro allerdings Mercedes-typisch recht nackt. Was allerdings an Bord ist, und das macht ihn äußerst konkurrenzfähig, ist ein radargestütztes Kollisionswarnsystem, das ab Tempo 30 akustisch vor einen drohenden Auffahrunfall warnt und etwaiges zu zaghaftes Bremsen des Fahrers selbständig so verstärkt, dass das Auto vor dem Hindernis zum Stillstand kommt.
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DruckenSenden28.06.2012 von Christian Zacharnik