Mercedes SL: König der Roadster
Mit seinen 60 Jahren ist der Mercedes begehrenswert wie eh und je. Bei der Neuauflage der Ikone haben sich die Stuttgarter wieder der namensgebenden Maxime sportlich und leicht besonnen. Wir haben es ausprobiert.

Der neue SL kommt am 30. März nach Österreich und kostet ab 103.000 Euro.
„Es gibt rund 900 Millionen Autos auf der Welt und tausende Modelle. Aber es gibt nur eine Handvoll Auto-Ikonen“, sagt Dieter Zetsche. Und der Mercedes-Chef lässt keinen Zweifel daran, dass der SL für ihn da ganz vorne mitfährt. Denn kein anderes Auto ist gleichermaßen luxuriös und sportlich, komfortabel und kraftvoll, traditionell und innovativ 103.000 Euro seinem Namen endlich wieder alle Ehre. Denn nachdem der Zweisitzer zusehends zur barocken Diva geworden ist, besinnt sich Mercedes nun wieder auf die Kernbegriffe „Sportlich“ und „Leicht“, die dem Traumwagen sein Kürzel eingetragen haben.
Nomen est omen
Als wäre er in jeder Dimension deutlich geschrumpft und nicht sogar ein paar Zentimeter gewachsen, lässt sich der SL nun sehr viel flotter durch die Kurven treiben. Er ist nicht nur schnell, sondern scharf, haftet auch in engen Kehren länger an der Ideallinie und wirkt so handlich und leichtfüßig wie sein kleiner Bruder SLK. Während der auf 435 PS erstarkte 4,7-Liter-V8 mit schier unbändiger Kraft und der ganzen Wucht von 700 Nm den Zweisitzer anschiebt, müssen die 18-Zöller auf der Hinterachse kräftig in den Asphalt greifen, damit nicht die ganze Pracht im Rauch der Gummis aufgeht anschiebt. Der SL 500 schnellt in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 und fährt bei 250 km/h so mühelos in den Begrenzer, dass sich die Frage nach dem AMG-Modell eigentlich von selbst erübrigt.
Perfekte Abstimmung
Dabei sucht das verstellbare Fahrwerk die nötige Balance aus Vergnügen und Verbindlichkeit und lässt den Lenker nie über die Straße im Unklaren. Im Gegenteil: Mit seiner breiteren Spur hat der SL einen besseren Stand und läuft stabiler als je zuvor. Nur im Sportmodus zollt Projektleiter Jürgen Weissinger dem Spieltrieb Tribut und lässt den Roadster ein wenig schwänzeln, bevor ihn die Elektronik sicher wieder einfängt.
Erleichtert
Möglich wird der athletische Anspruch vor allem durch einen völlig neuen Rohbau: „Wir fertigen das neue Modell komplett aus Aluminium“, erläutert Weissinger. Die Karosserie wiegt deshalb nur 254 Kilogramm und ist damit etwa 110 Kilogramm leichter als in konventioneller Bauweise. Weil Weissingers Mannschaft auch sonst auf jedes Kilo geschaut hat, summiert sich der Diäterfolg je nach Modell- und Motorvariante auf bis zu 140 Kilogramm. „Das ist, als würde ein stattlicher Beifahrer samt großem Gepäck aussteigen“ verbildlicht Projektleiter Thomas Rudlaff die Gewichtsersparnis, von der man nicht nur bei der Kurvenhatz profitiert. Sondern natürlich bedeutet weniger Gewicht auch weniger Verbrauch.“
Weniger Verbrauch - theoretisch.
Weil es zudem die aufgeladenen Benzindirekteinspritzer aus E- und S-Klasse gibt, hat der SL bis zu 29 Prozent weniger Durst. Der 306 PS starke V6 im SL 350 ist deshalb mit 6,8 Litern zufrieden, und für den Achtzylinder aus dem fast 15 000 Euro teureren SL 500 stellt Mercedes einen Verbrauch von 9,1 Litern in Aussicht. Klar, dass dies aber nur ein theoretischer Wert ist, der sich auf der Testfahrt bei entsprechend lustvoller Gangart auch locker verdoppeln lässt.
Mercedes SL: König der Roadster
Der König unter den Roadstern, der Merc...
Pünktlich zu seinem 60. Geburtstag geht...
Als wäre er in jeder Dimension deutlich...
DruckenSenden12.03.2012 von Thomas Geiger