Mercedes SLS AMG Roadster: Trockenübung
Der SLS Roadster nimmt Form an. Wir blicken den Entwicklern bei ihrer Arbeit über die Schultern.

Auch ohne Flügel macht der SLS AMG eine gute Figur. Im September debütiert der Mercedes SLS AMG Roadster auf der IAA in Frankfurt.
Was einmal funktioniert hat, klappt auch wieder. Genau wie beim original aus den Fünfzigern schickt Mercedes jetzt auch dem neuen Flügeltürer einen Roadster hinterher. Ohne den wundervollen Flügelschlag aber dafür in herzerfrischender Offenheit gibt er seinen Einstand auf der IAA in Frankfurt und kommt zum Jahreswechsel in den Handel. Die Preise stehen noch nicht fest, dürften aber an die 250.000-Euro-Marke heranreichen.
Härtetest
Damit der schärfste Roadster der nächsten Saison nicht nur schön aussieht, sondern auch ansprechend fährt und vor allem bei jedem Wetter eine gute Figur macht, nehmen die Schwaben den Silberpfeil in diesen Tagen auf ihrer Einfahrbahn in Sindelfingen, beim Hitzetest in Amerika und bei der Stauberprobung in der Wüste heftig ran. Schließlich soll die Stoffhaube zwar luftig und leicht aussehen, bei Wind und Wetter aber so fest und sicher sitzen wie ein Stahldach. Und vor allem soll sie sich jederzeit und unter allen Bedingungen problemlos bewegen lassen: Bis Tempo 50 kann man das wie ein Z gefaltete Verdeck jetzt elektrisch nach hinten werfen und so binnen elf Sekunden die Sonne genießen.
Wasser Marsch!
Wo sich geschlossene Auto meist in den Crashanlagen bewähren müssen, rückten beim SLS Roadster fünf weitere Herausforderer in den Vordergrund: Wasser, Sand, Staub, Hitze und Kälte. Dafür war der Wagen nicht nur in allen Winkeln der Welt unterwegs, sondern wurde auch im Werk auf Herz und Nieren getestet – zum Beispiel bei der Regenprobe in Sindelfingen. In gleich 16 Tests – von der Schlauchprüfung, bei der alle Verdeck-, Tür- und Klappen-Dichtungen aus einem Wasserschlauch bespritzt werden, über die Dauerberegnung über Nacht, die Wasserdurchfahrt, die Vereisungs-, Schwall- und Hochdruckprüfung bis hin zur abschließenden Fahrt durch eine Waschanlage – haben die Ingenieure dort jeden erdenklichen Wasser-Fall simuliert, der in der Praxis möglich scheint.
Vom Stuttgarter Dauerregen in die namibische Wüste
Auch die Verdeck-Mechanik selbst wurde hart heran genommen: Bis das Auto auf der IAA zum ersten Mal die Hüllen fallen lässt, haben die Hydraulikzylinder, Elektromotoren und Gelenke bereits 20.000 Schließvorgänge auf einem stationären Prüfstand hinter sich. Hinzu kommen 2500 Schließvorgänge in der wirklichen Welt – beim Kältetest am Polarkreis, in der Hitze des Death Valley, in der Wüste von Namibia und im Stuttgarter Dauerregen.
Versteifte Alu-Karosserie
Dass der SLS auch offen alle Unbillen des Wetters meistert, haben die Entwickler von AMG schon dem Coupé in die Wiege gelegt. Die Struktur aus Aluminium zum Beispiel ist so steif, dass sie für den offenen Wagen nur minimal verstärkt werden musste. Deshalb wiegt die Rohkarosse des Roadsters mit ihren 243 Kilo nur zwei Kilo mehr als beim Coupé. Die verdankt sie vor allem den stabileren Seitenschwellern, zwei zusätzlichen Streben zwischen Instrumententafel und dem Rahmen der Windschutzscheibe sowie einer Domstrebe zwischen Verdeck und Tank, die die Hinterachse versteift.
Fahrleistungen wie der Flügeltürer
Zwar treiben die Schwaben einen hohen Aufwand für Entwicklung und Absicherung. Doch technisch liegen die Autos extrem nah beieinander. Unter dem Haube zum Beispiel bliebt es beim 6,2 Liter großen V8 mit 571 PS und 650 Nm. Geregelt über das Transaxle-Getriebe an der Hinterachse beschleunigt er den Roadster in vermutlich unter vier Sekunden auf Tempo 100 und lässt dem Coupé keinen Vorsprung. Selbst bei Vollgas gleichen sich der offene und der geschlossene SLS wie Zwillinge: Beide erreichen ein Spitzentempo von 317 km/h.
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