Luxuriöser lässt es sich mit Sack und Pack nicht durch die Gegend gondeln, als im E-Klasse Kombi, dem so genannten T-Modell. Wir sind den großen Stuttgarter in der 250 CDI-Vierzylinder-Version mit 204 PS gefahren.
Drücken wir es mal so aus: Frauen sind die vielschichtigeren Wesen, die anspruchsvolleren, lassen sich längst nicht so leicht zufriedenstellen wie unsereins. Besonders deutlich wird das beim Thema Automobil. Der Job des Motorjournalisten bringt einen mindestens vierzehntägigen Testwagenwechsel mit sich. Und während man sich selbst mit so ziemlich jedem Fahrzeug arrangiert und auch jedem einzelnen gute Seiten abgewinnen kann (wirklich schlecht ist heutzutage nämlich kein Auto mehr), verfährt werte Gattin da mit dem fluktuierenden Fuhrpark weit weniger tolerant: Zu groß, zu klein, zu laut, zu hart, zu weich, zu auffällig, zu fad, zu protzig, zu schnell, zu langsam, zu irgendwas – Hauptsache negativ konnotiert.
Besänftigt
Und dann das: plötzlich kein harter Rekurs mehr vom Beifahrersitz. Stattdessen erstmals stille Akzeptanz (das ist schon sehr viel, glauben Sie mir) und schließlich der Satz: was kostet der? Übersetzt heißt das so viel wie: der wäre es. Das ist zuvor erst einmal passiert, und zwar bei einem – Bescheidenheit ist eine Zier - 911er. In gegenständlichem Fall war´s der Mercedes TE 250 CDI BlueEFFICIENCY Avantgarde. Da die Nuancierung bei weiblicher Betrachtungsweise bekanntlich eine nicht gerade untergeordnete Rolle spielt, wäre auch noch die Farbe zu erwähnen: cupitbraun metallic.
Friedenstifter
Jetzt wollte ich es aber ganz genau wissen: warum dieses Auto? Elegant sei er, dabei aber nobel zurückhaltend, ohne protzige Allüren. Herrlich geräumig und edel im Innenraum. Selbst bei meiner Fahrweise - die ich selbst im Übrigen für sehr ausgeglichen und souverän halte - sei er, so sie, äußerst komfortabel, nie unangenehm. Und damit ist das Wesen des neuen TE auch perfekt erfasst. Das Fahrwerk trägt den Benz trotz sportlich abgestimmtem und tiefer gelegtem Fahrwerk (DIRECT CONTROL) mit einer Konzilianz über jegliche straßenbauliche Unzulänglichkeiten, die ihresgleichen sucht. Auch die Fliehkräfte in schnell gefahrenen Kurven werden nicht durch übertriebene Straffheit direkt an die Passagiere übertragen. Eine Eigenschaft, die dazu angetan ist, auf kurvigem Terrain einen Zahn zuzulegen, ohne gleich ein innerfamiliäres Zerwürfnis zu riskieren.
In der Ruhe liegt die Kraft
Allerdings findet der TE 250 CDI seine wahre Bestimmung vielmehr in bedächtigem, gemessenem Vorankommen. Nicht, das er nicht könnte, wenn er wollte. Dafür garantieren schon allein die sich bereits ab 1.600 Touren kraftvoll bemerkbar machenden 500 Newtonmeter Drehmoment des 204 PSers. Aber eine E-Klasse im Stress gibt nie ein schönes Bild ab. Schon gar nicht in der Kombi-Version. Sich fahrtechnisch dieser Attitüde anzupassen fällt aber nicht sehr schwer: Sind die Türen einmal mit gewohnt sattem Plopp ins Schloss gefallen, scheint mit dem Lärm auch die Rastlosigkeit der Welt ausgeklammert.
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