Land Rover MY12: Defenders in the Dark
2015 wird das „Urviech“ Defender wohl endgültig auslaufen. Dennoch, oder gerade deswegen, bekommt er nun noch einmal eine gehörige Frischzellenkur verpasst. Und seine „Kollegen“ Discovery, Range Rover Sport und Range Rover auch gleich.

Eine Legende nimmt leise Abschied. Bis 2015 wird man den Defender von Land Rover noch in bekannter Form bekommen, dann steht ein grundlegender Wandel bevor.
Mit dem Land Rover DC100 Concept zeigte uns der britische Traditionshersteller unlängst, wie es mit dem Defender ab 2015 ungefähr weitergehen soll, wenn Abgasnormen und Fußgängerschutzregelungen die bisherige Form und Konstruktion endgültig zum Auslaufmodell verdammen. Dennoch bekam er nun, für das Modelljahr 2012, eine gehörige Überarbeitung spendiert – samt neuem Motor und diversen Detailverbesserungen. Wie sich diese auf die Stärken und Schwächen des Gelände-Klassikers auswirken, ließ man uns in einem zweitägigen Event in Schottland selbst herausfinden. Eine Gelegenheit, bei der auch gleich die für 2012 fein überarbeiteten Versionen des übrigen, überdurchschnittlich geländegängigen Lineups von Land Rover zeigen durften, was sie für neue Tricks gelernt haben.
Defender MY12
Außenhaut und Interieur blieben beim 2012er-Update des Defenders, egal in welcher Ausführung (90, 110, 130), nahezu unangetastet. Die zwei neuen Ausstattungsvarianten, die ab sofort angeboten werden, stellen dem Interessenten nur neue Leichtmetallräder, sowie Optionen auf Leder/Stoff-Sitze und ein Lederlenkrad zur Auswahl. Deutlich mehr getan hat sich unter der Haube. Ein neuer Vier-Zylinder-Turbodiesel mit 2,2 Liter Hubraum löst das alte 2,4l-Aggregat ab und bietet trotz kleinerem Hubraum dieselben Leistungswerte: 123 PS und 360 Nm Drehmoment sorgen nach wie vor für ausreichend Leistung, die angenehm über das gesamte Drehzahlband verteilt und dank der bekannten Anti-Stall-Technologie auch immer parat gestellt wird. Klar im Vorteil ist der Neue hingegen in Sachen Endgeschwindigkeit. Diese wurde von 132km/h auf 145km/h erhöht. Darüber hinaus hat der Defender nun einen Dieselpartikelfilter verpasst bekommen und erfüllt die strenge EU5-Norm (die CO2-Emissionen blieben mit 266 g/km für den Defender 90 und jeweils 295 g/km für 110 und 130 gleich). Dabei waren allerdings neue Ideen gefragt, galt es doch seine Geländefähigkeiten und somit vor allem auch seine legendäre Robustheit nicht zu mindern. Zu diesem Zweck wurde der Filter direkt hinter den Motor, in die Downpipe, gesetzt. Dadurch erreichen die Ingenieure, dass ihm maximal heiße Abgase zugeführt werden, wodurch man für eine komplette Säuberung des Systems gerade mal 10 Minuten lang mit ungefähr 30-35 km/h durch die Gegend fahren muss. Eine wirklich feine Sache – zumindest aus rein technischer Sicht.
Leisekraxler
Für den Käufer selbst bringt der Verbau des DPF natürlich erst mal nichts, womit sich die Techniker bei Land Rover andernorts nach Möglichkeiten umsehen mussten, den Interessenten mit diesem Modell einen Mehrwert zu bieten. Und man wurde fündig – beim Refinement. Die Geräuschkulisse wurde durch eine Motorschallabdeckung deutlich optimiert, womit der neue Defender akustisch ein ganzes Stück zurückhaltender zu Werke geht als sein Vorgänger. Alte „Eigenheiten“ des Gelände-Urviechs sind hingegen geblieben. Der Wagen ist nach wie vor nicht hundertprozentig dicht (lieber in Waschstraßen nicht im Wagen sitzen bleiben), und der rechts unter dem Schalthebel positionierte Regler für Übersetzung und Sperren will nach wie vor mit strenger Hand geführt und kleinen Tricks überrumpelt werden. Doch im Grunde gehört das alles doch zum Charme des Defenders dazu, nicht wahr?
Land Rover rüstet für 2012 auf
Im Trubel um die Markteinführung des Ra...
Äußerlich hat sich beim Defender nichts...
Dort verrichtet nun ein neuer, 2,2-Lite...
DruckenSenden15.11.2011 von Johannes Posch