Die Koreaner können mittlerweile auch so ziemlich alles, was die Europäer können, seit sie sich auf den Alten Kontinent konzentrieren und etliche Modelle auf europäischem Boden kreieren, zum Teil sogar produzieren. Nur die Sache mit den Emotionen, das ist bisher bei Kia weitgehend an asiatischer Ernsthaftigkeit gescheitert. Obwohl die Tochter-Company von Hyundai es mit der jüngst erfolgten Erneuerung der Kompakt-Baureihe – dem cee’d - schafft, Sportlichkeit rüberzubringen.
Die schien aber mehr optischer als faktischer Natur. Bisher. Denn jetzt darf Kia wild(er) werden, mit den neuen GT-Versionen des cee’d. Herzstück dabei ist ein 1600er-Vierzylinder-Benziner mit Turbo-Aufladung (Twinscroll). Der leistet 204 PS bei 6.000 U/min (265 Nm ab 1.750 U/min). Kombiniert ist der Antrieb mit einem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe. Damit spricht der Hersteller dem Kompakten – als Drei- („pro“) und als Fünftürer - die Fähigkeit zu, von null auf hundert in 7,7 Sekunden zu sprinten und bis zu 230 km/h schnell zu sein.
Zur optischen Unterstreichung der Leistungsbereitschaft gehört eine Reihe von Design-Elementen. Außen sind das: eigens für den GT gestaltete Front mit Wabengrill samt Scheinwerfern und Nebelleuchten, dazu Front- und Heckstoßfänger, weiters Seitenschweller und LED-Tagfahrlicht. Hinzu kommen eine Auspuffanlage mit Doppelendrohr, 18-Zoll-Alus und rot lackierte Bremszangen. Innen besteht die GT-Identität nebst anderem aus Leder-/Velours-Recaro-Sitzen, Alu-Pedalen und Dekor-Elementen in Klavierlack-Optik.
Außer dem Optik-Schliff haben die Entwickler den Antriebsstrang und das Fahrwerk dem neuen Leistungsniveau angepasst. Der Hersteller nennt unter anderem eine signifikante Erhöhung der Steifigkeit der Dämpfer. Auch wurden die Stabilisatoren verstärkt. Neu abgestimmt ist das ABS. Kia verspricht mit Reifen der Dimension 225/40 R 18 einen 100-auf-null-Bremsweg von 36,4 Metern.
Test-Terrain dafür waren die deutsche Autobahn und die Nordschleife des Nürburgrings. 160.000 Kilometer auf der einen und 480 Runden auf dem anderen sollten dafür sorgen, dass sich der koreanische Sportler auch auf österreichischen Straßen wohlfühlt.