Jeep Commander: Die hohe Kante
Jetzt zeigen die Amerikaner Größe: Mit Platz für sieben Passagiere, Luxus bis zum Abwinken und Traktion für eine Reise ans Ende der Welt.
Der Jeep Commander ist ein typischer Amerikaner mit österreichischen Wurzeln.
Einerseits ist dieser Überjeep ein logisches Auto: Der SUV-Boom und die in den USA vielerorts noch immer herrschende Vorliebe für X-Large-Produkte haben eine Erweiterung des Angebots nach oben nahe gelegt. Andererseits ist der Auftritt des Commander alles andere als logisch: Mit einer Karosserie voller Ecken und Kanten, mit angeschraubten Kotflügelverbreiterungen und mit seinem mächtigen, aufrecht stehenden Grill mag er überhaupt nicht dem gängigen Bild dieser Luxusliga entsprechen.
Wir dürfen aber beruhigen: Der martialische Auftritt ist Teil einer sehr klug geplanten Show. Natürlich beherrscht der große Jeep die Kunststücke intelligenter Allradtechnologie, natürlich wird man mit ihm auch anspruchsvollere Geländepassagen souverän absolvieren. Aber hinter seiner kantigen Fassade verbirgt sich ein sanfter Riese mit vielen Talenten.
Die Bausteine zum Glück
Beispielsweise ein perfekter Reisebegleiter. Gerade diese Eigenschaft würde man einem 2,4-Tonnen-Auto nicht ohne weiteres zutrauen, aber der sehr angenehme V6-Diesel (von Mercedes, mit Partikelfilter) und die extrem weich schaltende Automatik bereiten dafür den Boden. Ein weiterer Baustein zum Glück ist das Fahrwerk, das keine groben Schläge austeilt, andererseits auch von höheren Geschwindigkeiten verhältnismäßig unbeeindruckt bleibt. Nicht zuletzt qualifiziert sich der Commander mit gelungener Geräuschdämmung, gut funktionierendem Tempomat, bequemen Sitzen und hervorragender Übersicht zum Langstreckenauto.
Dass man im Gegensatz zu anderen Autoriesen keine Einbußen im Alltag hinnehmen muss, macht den Jeep besonders sympathisch. Mit 4,78 Metern hat er durchaus noch europäisches Format (ein Passat Variant ist länger), zudem konnte der Wendekreis kompakt gehalten werden, was auch Parkmanöver erleichtert. Ein optischer und akustischer Parkpilot ist in unserer Topausstattung obendrein serienmäßig.
Rot-weiß-rote Handarbeit
Mit beiden Händen verpackter Luxus konterkariert ebenfalls das grobe Auftreten des Jeep. Wir finden hier Leder, elektrisch verstellbare Pedale, ein 276-Watt starkes Premium-Audiosystem, ein digitales Reifendruck-Kontrollsystem, automatisch abblendende Spiegel und eine Drei-Zonen-Klimaautomatik. Außerdem entdecken wir noch das gute Gefühl – nämlich ein Auto zu fahren, das in Österreich gebaut wird.
DruckenSenden29.06.2009 von Peter Schönlaub