VW E-Up!: Der Käfer der Zukunft
2013 will Volkswagen in den Markt der Elektroautos einsteigen und diesen Modellen zum Durchbruch verhelfen.

Die Designer haben dem 3+1-Sitzer E-Up! ein freundliches Gesicht verpasst.
Am Vorabend der IAA gibt Volkswagen einen sehr realistischen Ausblick auf die Mobilität der Zukunft und liefert gleichzeitig ein Bekenntnis zur Elektrisierung des Antriebsstrangs. 2013 soll die Serienversion des E-Up! auf die Straße kommen. Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn hat sich große Ziele gesetzt: „Solch ein Elektroauto muss für weite Kreise bezahlbar und kompromisslos alltagstauglich sein, um durchschlagend erfolgreich zu sein. Erst dann, mit hohen Stückzahlen, möglichst auf allen Kontinenten, kann wirklich vom Beginn des automobilen Elektro-Zeitalters und einer spürbaren Umweltentlastung gesprochen werden.“ Und diesen Zeitpunkt will Winterkorn etwa um das Jahr 2020 erreicht haben, dann soll das Elektromobil von VW bei den Stückzahlen den Polo überholen.
2011 kommt die Serienversion des Up! – Zwei Jahre später folgt die E-Version
In der Zwischenzeit werden die TSI- und TDI-Motoren weiterhin große Bedeutung haben. Die moderne Motorenpalette wird auch im 2011 eingeführten Stadtmobil Up! zum Einsatz kommen. Aber schon zwei Jahre später soll es eine rein elektrisch angetriebene Version geben. Die nun vorgestellte Studie gibt einen sehr konkreten Ausblick darauf und überrascht mit kompakten Lösungen. Das Fahrzeug ist als 3+1-Sitzer ausgelegt. Bei 3,19 Metern Außenlänge finden drei Passagiere ausreichend Platz. Hinter dem Fahrer befindet sich ein weiterer Notsitz mit eingeschränkter Beinfreiheit. Das Konzept kennt man aus dem Toyota iQ. Die Fondsitze lassen sich umklappen und erweitern den spärlichen Kofferraum von 80 Liter auf bis zu 520 Liter.
Fahrleistungen versprechen keine lahme Ente
Das weitaus interessanteste Detail ist aber die Antriebseinheit. Der vorne untergebrachte Elektromotor leistet maximal 60 kW (die Dauerleistung beträgt 40 kW). Vom Stand weg werden 210 Nm maximales Drehmoment an die Vorderräder geliefert. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 135 km/h, der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert keineswegs lahme 11,3 Sekunden. Vorrangig im städtischen Betrieb eingesetzt ist die Beschleunigung von 0 auf 50 Sekunden interessant. Sie dauert gerade einmal 3,5 Sekunden. Neben der Drehmomentcharakteristik ist vor allem auch das niedrige Gesamtgewicht von 1085 Kilogramm dafür verantwortlich.
Ladezeit an der Haushaltssteckdose dauert fünf Stunden
Das überrascht, denn allein die Batterien wiegen 240 Kilogramm und das gesamte Antriebspaket noch einmal 140 Kilogramm. Die Batterien sind in einer Wanne im Fahrzeugboden untergebracht. Die Reichweite beträgt bis zu 130 Kilometer. Geladen wird der E-Up! über eine Steckdose, die unter dem VW-Logo auf der Motorhaube untergebracht ist. Bei Schnellladestationen werden in einer Stunde etwa 80 Prozent der Gesamtkapazität geladen. An das 230-Volt-Hasunetz angeschlossen dauert die volle Ladung etwa fünf Stunden. Volkswagen berechnet für eine Strecke von 100 Kilometer Stromkosten von etwa zwei Euro (Nachtstrom). Bei den Batterien setzen die Wolfsburger auf Lithium-Ionen-Technik. Damit diese nicht überhitzen, kommt eine Luftkühlung zum Einsatz – eine Reminiszenz an den VW Käfer.
Freundliches Design
Die zweite Erinnerung an den legendären Volkwagen liefert das Design. An der Front sind deutliche Anklänge an den Käfer erkennbar, ohne dabei Retro zu wirken. Insgesamt zeugt die Linienführung von Walter de Silvas Team von Eleganz und Emotion. Der Innenraum ist klar und von einem technischen Layout geprägt. Ein touchsreen-basiertes HMI (Human Machine Interface) lässt sich kinderleicht bedienen und liefert alle nötigen Informationen – in erster Linie den Ladezustand der Batterien. Das Navi leitet zur nächstmöglichen Ladestation. Das Laden selbst lässt sich außerdem über das Mobiltelefon überwachen und steuern. Der VW E-Up! verzichtet zwar auf Details wie elektrisch verstellbare Außenspiegel, eine Klimaanlage ist aber an Bord. Diese kann wie die übrige Bordelektronik durch Solarzellen auf dem Dach versorgt werden.
Elektroautos werden noch Jahre brauchen, um sich durchzusetzen
Über den Preis des E-Up! kann noch nichts gesagt werden. Den Aussagen von Martin Winterkorn folgend, darf aber ein attraktiver Preis erwartet werden. Zu bedenken bleibt ja auch, dass sich ein solches Konzept wegen der Reichweite nur für den urbanen Bereich rechnet und daher nur ein Zusatzangebot darstellen kann. Daher sind die Absatzschätzungen auch noch etwas verhalten. Bis 2020 könnte der Anteil der E-Mobile zwischen 1,5 und zwei Prozent betragen. Vorherrschend werden weiterhin konventionelle Verbrennungsmotoren bleiben. Zunehmende Bedeutung gewinnen auch bei Volkswagen verschiedene Hybridkonzepte.
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