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McLaren MP4-12C Spider
 
  • Bild: Martin Datzinger
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Schon gefahren: McLaren MP4-12C Spider

Neuer McLaren MP4-12C Spider

02.06.2013 | 00:00 | (autonet)

Mit der Entwicklung des MP4-12C ist McLaren einen Schritt in Richtung Alltag gegangen. In den 90er Jahren produzierten die Briten den legendären McLaren F1, der schon zu Produktionszeiten zur absoluten Legende wurde und von dem nur knapp über 100 Exemplare gebaut wurden. Von 2003 bis 2009 widmete sich die Rennwagenschmiede der Kooperation mit Mercedes-Benz - die ja in der Formel 1 schon zuvor mit den legendären Silberpfeilen ab 1995 ihren Anfang nahm – und produzierte den ebenfalls bereits zur Legende gewordenen Mercedes-Benz SLR McLaren. Auf dem Genfer Automobilsalon 2013 zeigte McLaren nun unlängst auch den Nachfolger des F1, den neuen McLaren P1, der mit Hybrid-Technik unglaubliche 916PS leistet. Seit 2011 ist McLaren allerdings auch in die Breite gegangen, denn mit dem MP4-12C haben die Briten seit damals nun auch eine zivilere, alltagstauglichere Modellreihe im Portfolio, die zwar immer noch über astreine Rennsport-Gene, Formel 1-Technik und beeindruckende Leistungsdaten verfügt, aber insgesamt für ein breiteres Publikum geeignet ist, als die beiden bisherigen Dreamcars F1 und SLR. Für das aktuelle Jahr hat McLaren den MP4-12C nun auch als offenes Cabrio-Modell im Programm, das auf den Namenszusatz „Spider“ hört.


Topspeed: 329km/h!!!
Angetrieben von einem Mittelmotor mit acht Zylindern in V-Formierung, der aus 3,8 Litern Hubraum brachiale 625PS entfacht und über ein Drehmoment von 600 Nm vefügt, ist der McLaren in Sachen Leistung schon mal in bester Gesellschaft im Reigen der straßenzugelassenen Supersportwagen. Mit einem Gewicht von 1474 Kilogramm ist schafft der Spider den Sprint auf Tempo 100 in 3,1. Die 200er Marke winkt der MP4-12C Spider dann übrigens nach neun Sekunden durch. Genau! Das ist dann der Zeitpunkt wo die Tachonadel des altbewährten Familien-Kombi gerade die 80er Markierung streift. Schluss mit Beschleunigen wäre dann im Falle des McLaren Spider erst bei 329km/h

Die echten Trümpfe hebt sich der McLaren Spider jedoch für Abschnitte abseits der Beschleunigungsorgie auf. Potente Motoren haben ja heutzutage viele Autos eingebaut. 500 oder 600PS findet man bereits in so manchen Gran Turismos der Nobelmarken. 280km/h auf der Geraden abzuspulen ist nun nicht mehr wirklich die ganz große Kunst im Automobilbau. Die Spreu vom Weizen trennt sich dann wenn es um echte Handlingqualitäten auf der Bergpassage oder der Rennstrecke geht. Und da legt der McLaren die Karten ganz unverblümt auf den Tisch und macht Fahrer und Passagier auf eindrucksvolle Weise klar was es mit der vielbesungenen Formel 1-Technik auf sich hat.

Hohe Festigkeit durch Carbon
Schnelle Sport-Cabrios neigen ja durch die geöffnete und daher vergleichsweise unfeste Dachstruktur meist zu Beeinträchtigungen im Fahrverhalten und Handling. McLaren Spider ist das nicht der Fall. Denn durch die außergewöhnliche Festigkeit und Steifigkeit des Kohlefaser-MonoCells - das übrigens von der Salzburger Firma Carbotech kommt - ist es möglich sich im 12C Spider genau der gleichen Fahrwerkskomponenten und Einstellungen zu bedienen, wie in der geschlossenen Variante. Die Aufhängung basiert auf Doppelquerlenkern mit Schraubenfedern, wie in einem Formel 1-Wagen. Innovative adaptive Dämpfer, die hydraulisch miteinander gekoppelt und mit einem gasgefüllten Druckspeicher verbunden sind, bieten proaktives Ansprechverhalten je nach Straßenzustand und Wunsch des Fahrers. Elektronische Sensoren überwachen die Bewegung von Karosserie und Rädern, und erhöhen je nach Umstand die Dämpfung. Es stehen die Einstellungen Normal, Sport und Track zur Verfügung, die unabhängig von den Getriebeeinstellungen arbeiten. Durch dieses einzigartige hydraulische System ist es möglich im 12C komplett auf Metallstabilisatoren zu verzichten.

McLaren MP4-12C Monocell:


Die Carbon-MonoCell bietet nicht nur Vorteile hinsichtlich Festigkeit und Gewicht, sondern verbessert auch das Erscheinungsbild. Das aus einem Stück geformte Design wurde geschaffen, um den perfekten Innenraum zu bieten – geräumig, aber kompakt. Die Lenksäule ist auf den Fahrer zentriert und verläuft parallel zu seinem Sitz und den Schultern. Die Brems- und Gaspedale liegen beide direkt in einer Linie mit dem Fahrer – alle primären Bedienelemente befinden sich in Reichweite. Die gesamte Innenraumarchitektur ist sowohl elegant im Design, als auch übersichtlich und intuitiv zu bedienen.

Herzstück des McLaren MP4-12C Spider ist natürlich die Antriebseinheit. Das Konzept eines geringen Gewichts hört bei Aufbau und Chassis des 12C Spider noch lange nicht auf. Ein leichter Aufbau ermöglicht es den Designern Gewicht im gesamten Design-Prozess zu sparen. Dazu gehört auch der einzigartige 3,8-Liter- Twinturbo-V8-Motor, der nur 199 kg wiegt. Der von McLaren Automotive entworfene, britische M838T-Motor bietet Trockensumpfschmierung und eine Flatplane-Kurbelwelle, die beide dazu beigetragen, dass Ingenieure den Motor extrem tief im Chassis platzieren konnten. Dadurch senkt sich der Schwerpunkt, mit einhergehender Optimierung von Handling und Agilität.



Das Siebengang Doppelkupplungsgetriebe wurde unverändert aus dem geschlossenen Modell übernommen. Wie beim 12C lässt sich das Getriebe auf Normal, Sport und Track einstellen und bietet somit zunehmend schnellere Schaltvorgänge sowie unterschiedliche Schaltpunkte im Automatikbetrieb. Diese Modi werden über den Regler „Powertrain“ auf dem „Active Dynamics Panel“, vulgo Mittelkonsole, gewählt.

Alles offen
Und da es bisher noch unerwähnt blieb: All das ist natürlich mit offenem Dach zu erleben, denn der McLaren MP4-12C Spider ist vor allem auch ein astreines Cabrio, dessen Verdeck vollelektrisch in 17 Sekunden und bis zu 30km/h öffnen bzw. schließen lässt. Am Ende der Dachabsenkung schließen sich die Fenster komplett und die Heckscheibe fährt auf „Aero“-Position, die gleichzeitig Windturbulenzen reduziert. Halten Sie die Schalter nach dem Öffnen des Dachs weiter gedrückt, so senken sich auch die Fenster und die Heckscheibe komplett. Ein Überrollschutzsystem gewährleistet maximalen Insassenschutz. Jeder hintere Bügel enthält eine Stahlstruktur, die dafür ausgelegt ist, Aufprallenergie aufzunehmen und den Fahrer und Beifahrer zu schützen.

Neben den unglaublichen Fahrleistungen dieses Supersportlers ist allerdings vor allem auch die Alltagstauglichkeit sehr beeindruckend. Denn wenn man das möchte, kann man mit dem 12C Spider auch ganz gemütlich durch die Gegend zockeln auf eine äußerst bequeme und außergewöhnlich unspektakuläre Art und Weise und bei einem Durchschnittsverbrauch von knapp 12 Litern. Und selbst für den Wochenendeinkauf finden im Kofferraum unter der Motohaube 144 Liter Platz. Bei geschlossenem Dach bietet der Bereich unter der Dachhaube nochmals 52 Liter Gepäcksraum. Mit einem Preis von 281.400 Euro ist der McLaren MP4-12C Spider nun nicht unbedingt als günstig anzusehen. Doch angesichts der Fahrleistungen und der verbauten, immens hochentwickelten Technik aus der Formel 1, darf man ruhigen Gewissens behaupten, dass das Preis-Leistungsverhältnis trotzdem allemal stimmt. Und im Vergleich zum legendären McLaren F1, der im Jahr 1993 umgerechnet knappe 800.000 Euro kostete, ist der neue Spider allemal noch ein echtes Schnäppchen.




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