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Der neue Golf GTI
 
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Schon gefahren: VW Golf GTI

Golf GTI: No. 7!

22.04.2013 | 00:00 | (autonet)

Im Jahr 1976 erfand Volkswagen den Golf GTI. Als erstarkte Variante des Serien-Golfs wollten die Wolfsburger den GTI anlegen, die Verkaufserwartungen hielten sich damals in Grenzen. Nur 5000 Stück des GTI plante der VW-Konzern. Doch der GTI machte es seinem Bruder, dem Standard-Golf, in Sachen Erfolg nach und wurde über die letzten Jahrzehnte zum weltweit erfolgreichsten Kompakt-Sportler am Markt. Knapp 1,9 Millionen Golf GTI wurden seit der ersten Serie verkauft, und der GTI fehlte bisher in keiner Golf-Modellgeneration. So auch nicht in der aktuellen, siebenten Generation des Golf: Der Golf VII GTI kommt im Mai in den Handel und präsentiert sich stärker, agiler und edler denn je.

Familientreffen: Golf I GTI und der neue Golf VII GTI:

 

 

 

Edel und dynamisch

Gegenüber seinem Vorgänger wurde der Radstand des  neuen GTI um 53mm verlängert. Gleichzeitig wurde aber auch der vordere Überhang verkürzt. Parallel dazu wurde die A-Säule des neuen GTI weiter nach hinten versetzt, wodurch wiederum die Motorhaube länger wurde. Alles in allem ergibt sich dadurch eine dynamisch-elegante Note, die auch durch die markanten Züge des neuen GTI gekonnt in Szene gesetzt wird. Generell wirkt der neue GTI sehr elegant, fast limousinenhaft und setzt mit typischen GTI-Merkmalen prägnante Akzente ohne jedoch mit der Potenz-Tür ins Haus zu fallen. Eindeutige GTI-Sprache sprechen unter anderem die rote Leiste im Kühlergrill, die sich jetzt bis in die Scheinwerfer erstreckt, die zusätzlichen Lufteintrittsöffnungen im Frontspoiler, eine Wabenstruktur der Lufteinlassgitter, vertikale Nebelscheinwerfer, die Xenonscheinwerfer mit ihrer unverwechselbaren Lichtsignatur, der größere Heckspoiler, markante, große und weit außen angeordnete Endrohre der Abgasanlage und schließlich speziell für den Golf GTI designte 17-Zoll Leichtmetallfelgen. Optional sind für den neuen GTI auch 18- und 19-Zöller verfügbar. Unterstützt wird die Optik auch durch das serienmäßige Sportfahrwerk, das den neuen GTI um 15mm tiefer auf die Straße presst. Natürlich fehlen auch nicht die GTI-Embleme im Kühlergrill und am Heck des Fahrzeugs. 

Mehr Platz, mehr Komfort

Im Innenraum des neuen GTI herrscht auf Anhieb Wohlfühlatmosphäre. Der sportlich dezente Touch der Außenoptik wird im Fahrzeuginneren weitergeführt. Der vergrößerte Radstand macht sich auch im Innenraum bemerkbar. Besonders größere Menschen werden die um 20 mm nach hinten verschobene Sitzposition hinterm Steuer begrüßen. Analog dazu wurde auch der Einstellbereich der Lenkung angepasst. Wie auch schon beim ersten GTI und allen darauffolgenden Modellgenerationen ist auch das legendäre Karomuster der Sitzbezüge wieder mit dabei. Der im Vorgänger „Jacky“ genannte Stoff wurde, wie beim Wechsel jeder GTI-Generation, neu designt, heißt nun „Clark“ und interpretiert das Karomuster-Thema abermals neu. Generell sind die Sitze auf viel Komfort ausgelegt, könnten jedoch in letzter Konsequenz etwas mehr Seitenhalt bieten, vor allem wenn man den GTI seinen Genen entsprechend auf schnellen, kurvigen Strecken bewegt. Bestens im Griff hat man den neuen GTI mit dem serienmäßigen Lederlenkrad im GTI-Design, das in der DSG-Variant auch über Schaltwipppen verfügt. 

Doch widmen wir uns nun endlich den wichtigsten Eigenschaften des neuen Golf GTI, nämlich Motor, Fahrwerk, Getriebe und Performance:

Der neue GTI ist serienmäßig in zwei Motorisierungsvarianten zu  haben. In der Standard-Version verfügt der scharfe Wolfsburger über einen 2,0 Liter Turbo-Direkteinspritzer, der 162kW/220PS und 350Nm Drehmoment auf die Straße bringt. Schon auf den ersten Kilometern fällt der überaus gute Durchzug schon bei geringer Drehzahl auf. Das maximale Drehmoment ist bereits ab 1.500 Umdrehungen verfügbar, das verschafft dem GTI unten rum viel Kraft beim Beschleunigen. Optional bietet VW den GTI auch als „Performance“-Modell an, dessen Leistung um 10 PS auf 230PS gesteigert wurde und das über eine Differenzialsperre und eine größer dimensionierte Bremsanlage mit innen belüfteten Scheiben verfügt.  Den Sprint auf 100 schafft der GTI in 6,5 Sekunden, der GTI Performance sogar in 6,4 Sekunden. Mit einem Topspeed von rund 250km/h ist der neue GTI außerdem auch um 10 km/h schneller als sein Vorgänger. 

Sportlich meets komfortabel

Mit dem neuen GTI zeigt VW einmal mehr wie man eine Grätsche zwischen Fahrdynamik und Alltagstauglichkeit schafft. Der Golf trifft den Schnittpunkt zwischen diesen zwei Welten ziemlich genau. Die adaptive Fahrwerksregelung DCC verfügt über drei Fahrmodi („Comfort“, „Normal“ und „Sport“), die nunmehr über den Touchscreen in der Mittelkonsole ausgewählt und angezeigt werden können. Das Fahrwerk ist im Alltagsbetrieb im Comfort-Modus sehr komfortabel aber trotzdem straff und lässt Unebenheiten zwar in die Fahrerkabine durch, ohne jedoch unbequem zu werden. Im Modus „Sport“ wird ein besonders dynamisches und agiles Fahrverhalten umgesetzt. Im Fahrprofil „Individual“ kann der DCC-Mode sogar beliebig anderen Fahrprofileigenschaften zugeordnet werden. Lässt man dem scharfen Golf dann im Sport-Modus freien Lauf, spielt das Fahrwerk all seine Trümpfe aus. Mittels der neu entwickelten Progressiv-Lenkung – durch ein progressives Übersetzungsverhältnis der Lenkung, kommt man mit deutlich kleineren Lenkbewegungen aus – knallt man den Golf sehr präzise in die Ecke, er scheint sich förmlich in den Asphalt zu krallen. Dem Handling zuträglich ist auch das verringerte Gewicht des GTI, das um 42 Kilo auf 1.351 Kilogramm gesenkt werden konnte.  Das optionale DSG-Getriebe schaltet einwandfrei und blitzschnell, man ist im Bedarfsfall immer punktgenau am Gas und kann den 220 Pferden des neuen GTI die Sporen geben.

Differenzialsperre im Performance-Modell

Exklusiv im Golf GTI-Performance kommt eine neu entwickelte, geregelte Vorderachs-Differenzialsperre zum Einsatz. Die elektronisch geregelte Sperre ist voll in die ESC-, EDS- und XDS+-Funktionen integriert und verbessert die Performance des Fahrzeugs nochmal merklich. Die Vorderachs-Differenzialsperre arbeitet ohne Leistungsverluste, sodass die vom Motor bereitgestellte Kraft zu 100 Prozent auf die Straße übertragen wird. Beim Beschleunigen aus der Kurve wird das Antriebsmoment am kurvenäußeren Rad erhöht. Es entsteht eine asymmetrische Antriebskraftverteilung, die der dynamischen Radlastverteilung entspricht. Durch diesen sogenannten „Torque-Vectoring-Effekt“ wird das Beschleunigungsuntersteuern reduziert. Auf gut deutsch heißt das,  dass man im Kurvenscheitel voll aufs Gas steigen kann und völlig frei von Lenkverzerrungen und mit geringstmöglichem Schlupf aus der Kurve beschleunigt. 

Querschnitt des neuen Differenzialgetriebes:

 

Dass Spaß nicht unbedingt teuer sein muss, beweist der neue GTI durch seinen mäßigen Durst und zeigt sich auch in der Verbrauchs-Disziplin von seiner guten Seite. Klar, wenn man den agilen Kompakt-Sportler beherzt beschleunigt kann man schon ab und an in die zweistelligen Verbrauchsregionen vordringen. Doch im Alltag begnügt sich der neue Golf mit einem Normverbrauch von 6,0 Litern. In der DSG-Variante genehmigt sich der GTI nochmals um 0,4 Liter mehr. Rechnet man nun die Verbrauchsrealität hinzu liegt man wohl bei einem Durchschnittswert von rund 7,5 - 8,0 Liter, was für ein 220PS-Fahrzeug durchaus als genügsam zu bezeichnen ist. 

Alles in allem hat VW den neuen Golf GTI auf den ersten Blick generell etwas weicher gezeichnet als in vergangenen Tagen. Doch unter dem Kleid noblen Understatements lauert ein scharfes Spaß-Gerät, das bei Bedarf die Krallen zeigt und in sich die Gene aller bisherigen sechs GTI-Generationen trägt. Die Markteinführung in Österreich startet, wie könnte es anders sein, beim legendären GTI-Treffen am Wörthersee zu folgenden Preisen

Zweitürer:

2.0 TSI 162 kW / 220 PS 6-Gang-Schaltgetriebe ab 31.690,– Euro
2.0 TSI 162 kW / 220 PS 6-Gang-DSG ab 34.090,– Euro
2.0 TSI 169 kW / 230 PS 6-Gang-Schaltgetriebe ab 32.800,– Euro
2.0 TSI 169 kW / 230 PS 6-Gang-DSG ab 35.200,– Euro

Viertürer:

2.0 TSI 162 kW / 220 PS 6-Gang-Schaltgetriebe ab 32.530,– Euro
2.0 TSI 162 kW / 220 PS 6-Gang-DSG ab 34.940,– Euro
2.0 TSI 169 kW / 230 PS 6-Gang-Schaltgetriebe ab 33.640,– Euro
2.0 TSI 169 kW / 230 PS 6-Gang-DSG ab 36.050,– Euro

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