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Volkswagen und Suzuki gehen eine Partnerschaft ein und wollen zukünftig Kleinwagen gemeinsam entwickeln.
 
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Volkswagen steigt bei Suzuki ein

Volkswagen will sich mit 19,9 Prozent an Suzuki beteiligen und schielt damit auf den Wachstumsmarkt Indien.

09.12.2009 | 00:00 | (autonet)

Zwei Tage nach der Übernahme von Porsche setzt Volkswagen zum nächsten Deal an. In einer gemeinsamen Pressekonferenz in Tokio wurde bekannt gegeben, dass sich die Volkswagen AG mit 19,9 Prozent am japanischen Hersteller Suzuki beteiligt. Schon im September sind erste Gerüchte aufgekommen, dass die Wolfsburger ihr Marken-Portfolio weiter ausbauen wollen. Mit dieser nun ausgehandelten umfassenden Partnerschaft ist zwar die Integration von Suzuki als weitere Marke im VW-Konzern noch nicht in trockenen Tüchern, der Weg dorthin scheint aber nun eingeschlagen zu sein.

Volkswagen will größter Autohersteller der Welt werden
Bis Jänner 2010 will Volkswagen den Erwerb von 19,9 Prozent der Suzuki Aktien abschließen, vorausgesetzt die Wettbewerbsbehörden stimmen dem zu. Dieser Deal dürfte VW rund 1,7 Milliarden Euro kosten. Die Hälfte des Kaufpreises erhält Suzuki in Form von VW-Aktien. Mit dem Einstieg bei dem japanischen Kleinwagenspezialisten verfolgt Volkswagen das Ziel bis 2018 zum größten Automobilhersteller der Welt zu werden. Gleichzeitig ist das auch eine deutliche Ansage an den aktuell größten Hersteller Toyota, ebenfalls in Japan beheimatet.

Vorteile bei der Entwicklung von Kleinwagen erwartet
Der japanische Markt steht bei der vereinbarten Partnerschaft dabei gar nicht im Vordergrund. Viel wichtiger dürften für Volkswagen andere Zukunftsmärkte sein – in erster Linie Indien. Dort hat Suzuki eine beeindruckende Vormachtstellung. Zusammen mit dem Partner Maruti kommt Suzuki auf dem Subkontinent auf einen Marktanteil von über 50 Prozent. VW hat erst kürzlich ein eigenes Werk in Indien eröffnet. Suzuki. Durch die vereinbarte Kooperation erwarten sich die Wolfsburger aber auch große Vorteile bei der Entwicklung von Kleinwagen. Auf der einen Seite will man kostengünstige Modelle für Schwellenländer entwickeln, auf der anderen Seite gewinnen die kleinen Flitzer aber auch in den Industriestaaten verstärkt an Bedeutung, wobei hier ein Schwerpunkt auf umweltfreundlicher Antriebstechnik liegt.

Einstieg ist möglich, da GM Kooperation mit Suzuki beendet hat
Volkswagen kann also Kosten sparen, da die Kleinwagen nicht teuer in Wolfsburg entwickelt werden müssen und man gleichzeitig auf die Erfahrung von Suzuki in diesem Bereich setzen kann. Suzuki auf der anderen Seite profitiert, weil der vergleichsweise kleine Hersteller die Entwicklungskosten nicht alleine tragen muss. Außerdem dürften auch die Dieselmotoren aus dem VW-Konzern nicht uninteressant sein. Neben Toyota gibt es mit dem VW-Einstieg bei Suzuki noch einen weiteren kleinen Seitenhieb für einen großen Hersteller. Nach der Insolvenz von General Motors haben die Amerikaner und Suzuki eine lange bestehende Zusammenarbeit aufgelöst. Damit wurde Suzuki erst für Volkswagen frei.
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