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Skoda Rapid Spaceback

Platz gemacht! Skoda Rapid Spaceback

04.10.2013 | 00:00 | (autonet)

Skoda Rapid Spaceback

Schrägheck schlägt Kombi

von: Beatrix Keckeis-Hiller

Erfolgreich abgelegt hat Skoda den Geruch des ehemaligen Ostblocks ja schon längst. Unter dem Schirm des Volkswagen-Konzerns haben sich die Modelle der tschechischen Autoschmiede fast durchwegs zu Bestsellern entwickelt. Der Octavia ist in allen Varianten nach wie vor eine der Hauptsäulen der Portfolios. Der Fabia hat sich - mit und ohne Rucksack - als fixe kleine Größe etabliert. Und der Superb manifestiert sich als Limo-  und vor allem als Combi-Flaggschiff. Der offroad-talentierte Yeti behauptet sich souverän in Sachen SUV und der geräumige Roomster steht vor einem Modellwechsel. Der Winzling Citigo rundet das Angebot nach unten hin ab. Und seit dem Vorjahr gibt es mit dem Rapid auch einen echten C-Segmentler.

Allerdings ist er, als Limousine, nicht das verkaufsträchtigste Karosserie-Argument für Zentral- und Westeuropa. Hier ist Stufenheck wenn, dann erst in höheren Segmenten gefragt. Doch dass es mit dem Rapid ohnehin nicht beim Viertürer bleiben würde, war von Anfang an schon klar. Nur nicht, was die nächste Karosserie-Form sein würde. Eine der naheliegendsten Lösungen wäre vielleicht ein Kombi gewesen. Die Nummer zwei in der jungen Rapid-Familie ist nun aber ein Schrägheck-Modell geworden. Weshalb? Das liegt laut Skoda-Design-Chef Jozef Kaban auf der Hand: „Warum hätten wir einen klassischen Kombi machen sollen? Wir haben doch darüber den Octavia Combi und darunter den Fabia Combi!“

Nachdem aber eine der Skoda-Domänen ein großzügiges und praktisch nutzbares Platzangebot ist, ist auch der um 18 Zentimeter auf 4,304 Meter gekürzte neue Rapid-Ableger ein Geräumiger. Das stellt die Typenbezeichnung schon klar: Spaceback. Wobei die Namens-Ähnlichkeit mit einem anderen Volkswagen-Konzernprodukt sicher nicht unbeabsichtigt ist. Von diesem hebt sich der Tscheche dank nicht zu schrägem Heck und nicht zu tief gezogener Seitenlinie ab, womit es bei beachtlichem Kofferraumvolumen bleibt: Bei aufrecht stehenden Rücksitzen kann man 415 Liter Ladegut einladen. Legt man die Fond-Lehnen um, passen bis zu 1.380 Liter hinein. Die Durchreiche im breiteren Teil der im Verhältnis 40 zu 60 teilbaren Rückenstützen ist ein weiteres Praxisdetail, das als Option in Verbindung mit einer Mittelarmlehne inklusive Getränkehalten für die zweite Reihe ordern kann.

Etliche Praxis-Features, zusammengefasst unter dem bekannten „Simply Clever“-Slogan, sind auch im Rapid Spaceback Serien-Zugaben: unter anderem das Warnwesten-Fach unterm Fahrersitz und der Eiskratzer im Tankdeckel. Nicht alleine damit punktet Skoda in allen Modellen. Ebenso mit vernünftigen und sparsamen Antrieben weiß man bei Skoda zu begeistern. So auch im neuen Spaceback. Zur Wahl stehen zum Marktstart drei vierzylindrige turbo-geladene Benziner und zwei Diesel-Versionen. Der 1,2-Liter-TSI mit 86 oder 85 PS sowie der 1,4-Liter-TSI mit 122 PS. Auf der Selbstzünderseite steht der 1,6-Liter TDI, entweder mit 90 oder mit 105 PS. Der kleinste Benziner und der 90-PS-Selbstzünder sind mit manuellem Fünfgang-Getriebe kombiniert. Für den stärkeren 1.2 TSI gibt’s sechs händisch sortierte Gangstufen. Der 1.4 TSI ist mit Sieben-Stufen-DSG zusammengespannt. Für den 1.6 TDI besteht eine Option auf Doppelkupplungsgetriebe. Nachfolgen wird eine besonders verbrauchs- und emissions-bescheidene Version des 90 PS-1.6 TDI mit einem CO2-Ausstoß von 99 g/km. Die derzeitigen Antriebe konsumieren laut Werksangabe im Norm-Mix zwischen 4,0 und 5,5 Liter Treibstoff pro hundert Kilometer, bei CO2-Emissionen zwischen 106 und 127 Gramm pro Kilometer.

Um festzustellen, ob zwischen der Limousine und dem Kurzheck im Fahrbetrieb ein Unterschied auszumachen ist, hielten die Straßen und Sträßchen zwischen Verona und dem südlichen Ufern des Gardasees ein variationsreiches Programm bereit. Klar wurde sofort, dass der kurze Rapid besser federn und dämpfen kann. Daran haben die Skoda-Techniker gefeilt (und sie lassen diese Optimierung auch gleich der Limousine zukommen). Ansonsten fährt sich der mit ab 1.150 Kilo recht leichte Spaceback genauso wie der Viertürer, ausgehend von einem eher vernünftig- als kämpferisch-sportlichen Ansatz. Besonders beim Diesel fällt erneut auf, wie gut den Tschechen die Geräuschdämmung geglückt ist. Auch den stärksten Benziner muss man gegebenenfalls bei Drehzahl-Laune halten.

Laune macht ein Feature aus dem recht reichhaltig bestückten Optionen-Katalog: Das große Panorama-Dach aus getöntem Glas. Es kann mit einer verlängerten Heckscheibe garniert werden, was dem Spaceback einen verschärft sportlichen Auftritt beschert. Weiters sind doppelter Ladeboden, Klimaautomatik, HiFi- und Navigationssystem, Parksensoren, Xenonlicht, Alu-Räder etc. zu haben, teils in Form von Ausstattungsstufen – Active, Ambition, Elegance – teils in Vorteils-Paketen zusammengefasst.

Die Basis-Preise starten für die Benziner bei 16.330 Euro, für den 1.2 TSI mit 86 PS, für die Diesel bei 18.230 Euro, für den 1.6 TDI mit 90 PS. Auf den Österreich-Markt fährt der Spaceback ab 18. Oktober. Bestellbar ist er seit Mitte September. Matchen soll er sich mit dem Kia cee’d und dem Hyundai i30 sowie mit dem Ford Focus. Skoda Austria rechnet damit, dass sich neunzig von hundert Rapid-Käufern für die Schrägheck-Version entscheiden werden.

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