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Mini 2014: Alles beim alten und doch besser

Mini hält es weiterhin mit traditionellen Designwerten und besser sein Kernmodell behutsam nach. Bloß unter der Haube wird radikal erneuert und ans bayrische Mutterhaus angenähert.

22.11.2013 | 00:00 | (autonet)

Die Briten haben es ja bekanntlich mit Traditionen: Pünktlich zum 107. Geburtstag von seinem Erfinder Sir Alec Issigonis wurde am 18. November 2013 das runderneuerte Modell des kleinen, stylischen Briten namens Mini in Oxford präsentiert.

Zunächst mal: The Rolling Stones, live aus der Anlage, eh klar. Dann die hohe Politik: Großbritanniens Verkehrsminister Patrick McLoughlin wird auf die Bühne chauffiert, begleitet von einer englischen Bulldogge. Die häßlichen wie possierlichen Tierchen sind ja schon länger sowas wie Mini-Maskottchen, der vierbeinige Kraftprotz ist auch im neuen Mini TV-Spot zu sehen, er steht gewissermaßen wie auch der kleine Kult-Flitzer für britische Tradition, Individualität und Treue.

Hier kommt dann auch gewissermaßen die Marke BMW, Eigentümerin von Mini, ins Spiel. Denn genauso wie die überzüchtete, englische Bulldogge sich ohne menschliche Hilfe nicht mehr eigenständig fortpflanzen kann, benötigte auch der Autohersteller in Oxford Hilfe zum Fortbestand. Um die Jahrtausendwende fingen die Bayern die strauchelnde, britische Traditionsmarke aus den Trümmern von British Leyland auf, stylten mit Hilfe von akribischen Zielgruppen-Analysen die Blaupause schlechthin für Urban-automobile Hipster-Träume und legten damit eine Erfolgsgeschichte im heiß umkämpften Kompakt-Segment auf den Asphalt, die sich sehen lassen kann. Mittlerweile halten wir bei insgesamt sieben Derivaten in diversen Ausformungen, die unter dem Mini-Wappen laufen. Und die Beliebtheit bei der Käuferschaft scheint trotz teilweise engagierter Preisgestaltung kaum endenwollend.

Expansion ist klar angesagt. Also war die Präsentation des neuen Mini gleichzeitig der Startschuss für die neue Produktionsstätte in Oxford zu verstehen. Sensationelle 900 Exemplare sollen wöchentlich die extra dafür gebaute Halle verlassen, erhältlich ist der neue Mini in Österreich aber trotzdem erst ab März 2014. Zur Markteinführung stehen die Modelle Mini Cooper (136 PS, Euro 19.990,00), Cooper S (192 PS, Euro 25.290,00) und Cooper D (116 PS, Euro 21.590,00) zur Verfügung.

Äußerlich ist der Kleine wieder sexy und charmant designt, seine inneren Werte wurden mit einer neuen Motorengeneration bereichert. Aber auch bei Infotainment, Fahrerassistenzsystemen und Ausstattung kann er zunehmend mit seinen größeren Verwandten aus der Münchener Premiumliga mithalten: BMW-Features wie LED-Scheinwerfer, ein Head-Up-Display, das Emergency Call-Notsystem sowie der schlaue Connected XL Journey Mate mit Real Time Traffic halten nun auch bei Mini Einzug.

Bei aller Kompaktheit muss erwähnt sein: der Neue ist um rund zehn Zentimeter länger als der Vorgänger, gewachsen ist demnach auch der Innenraum. Dort haben Passagiere und Gepäck nun noch mehr Platz, trotzdem bleibt die ganze Sache noch immer eine urbane Angelegenheit, überhaupt wird ja alles größer und dicker, da schwimmt der Mini locker mit.

Good News: das Rundinstrument bleibt. Aber ein neues Anzeige- und Bedienkonzept erhöht die Funktionalität. Fahrgeschwindigkeit und Motordrehzahl sowie Kraftstoffvorrat werden mit Hilfe von übereinander gelagerten Rundinstrumenten angezeigt. Innerhalb der Tachometer-Skala befindet sich nun ein Farbdisplay für Check-Control-Meldungen, Fahrzeugstatusanzeigen und auch optische Hinweise der aktivierten Fahrerassistenzsysteme.

Verabschiedet hat man sich vom leider vom Schlüsseleinschub. Sobald sich der Fahrzeugschlüssel im Innenraum befindet, kann der Motor per Knopfdruck gestartet werden. Was bei nicht mit Keyless Go ausgestatteten Modellen stets zur Folge hat, dass man beim Aussteigen den Schlüssel drinnen vergisst. Vielleicht geht’s ja da aber auch nur mir immer so ...


Richtig ans Eingemachte geht’s unter der Haube. Der Start des neuen Mini ist mit einem Generationswechsel im Antriebsbereich verbunden. Erstmals kommen sowohl Drei- als auch Vierzylinder-Motoren zum Einsatz, deren gemeinsames Merkmal die MINI TwinPower Turbo Technologie ist. Das Ziel ist klar: Reduzierung der Verbrauchswerte um bis zu 27% gegenüber den Vorgängermodellen.

Neuer Spitzenreiter der Effizienzwertung ist hier trotz des Generellen Niedergangs der Selbstzündertechnik (zumindest kommts einem manchmal so vor ...) der Mini Cooper D mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,6 l/100 km. 

Der berühmte Fahrerlebnisschalter aus den BMWs findet sich nun auch im Mini, die vorwählbaren Setups hören hier auf den Titel „MINI Driving Modes“. Mit einem Drehschalter am Fuß des Schalt- beziehungsweise Automatik-Wählhebels können neben der Standardeinstellung MID Mode ein SPORT- sowie ein GREEN Mode aktiviert werden. Hierbei wird nicht nur auf Kennlinei und Ansprechverhalten, sondern auch auf Sound, die ambiente Beleuchtung, die Schaltcharakteristik des Automatikgetriebes und die Abstimmung des dynamischen Fahrwerks Einfluß genommen. Im GREEN Mode wird schlüssigerweise auch der Energiebedarf elektrisch betriebener Zusatzfunktionen wie Klimaanlage und Außenspiegelbeheizung optimiert.

Hybrid? Vorerst noch nicht. Aber der neue Mini kann immerhin auch schon „Segeln“, wenn er mit Automatik kommt. Das bedeutet: quasi mit Null Emission dahingleiten, bei entsprechendem Gasfuß-Gefühl. 

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