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Der Paceman will dem Evoque Konkurrenz machen. Premiere feiert der Coupé-Offroader Ende September auf der Pariser Autroshow.
 
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Mini Paceman: Prototyp gefahren

Mit dem Paceman steht die siebente Mini-Version in den Startlöchern. Das Offroad-Coupé kommt Anfang 2013. Wir durften schon probefahren.

30.07.2012 | 00:00 | (autonet)

Erst blasen sie den Mini auf, und jetzt dampfen sie ihn wieder ein: Denn als ebenso sportliche wie schnittigen Ableger des Countryman bringt BMW jetzt den Paceman auf den Weg. Der Zweitürer, der intern schon als „X6 für Arme“ geführt wird, zielt vor allem auf den Range Rover Evoque und feiert seine Weltpremiere Ende September auf dem Pariser Salon. In den Handel kommt er Anfang nächsten Jahres und die Preise dürften dann bei etwa 25.000 Euro beginnen.“

Noch etwas verschämt . . .
Bei der Erstbegegnung gibt sich das kleine Coupé noch ein wenig geheimnisvoll und tarnt die Finessen des neuen Designs unter einer psychedelischen Klebefolie. Doch man muss nur ein klein bisschen abstrahieren oder die Fotos der Detroit-Studie von 2011 aus dem Archiv kramen – dann weiß man, wie der Hase läuft. Und ganz egal, wie viele der horizontalen Linien es in die Produktion bei Steyer in Graz geschafft haben und künftig die Karosse strecken – den Verzicht auf zwei Türen, das nach hinten deutlich abfallende Dach und die stark geneigte Heckscheibe erkennt man schon jetzt. So wird der Paceman vier Zentimeter tiefer als der Countryman, bietet dafür aber auch 2,5 Zentimeter weniger Bodenfreiheit und 20 Liter weniger Kofferraum.

Kletterpartie
Obwohl nur noch ein Zweitürer, sitzt man in dem Wagen übrigens trotzdem besser, als im konventionellen Mini. Schließlich bleibt es bei unveränderten 2,60 Metern Radstand, bei nahezu identischen 4,11 Metern Länge und bei den beiden Einzelsitzen, die vom pfiffigen Stausystem Center-Rail getrennt werden. Nur kann man die Rücksitze anders als im Countryman nicht mehr verschieben. Dadurch kommen die Sitze ein wenig näher an den Boden und die ohnehin schon eingeschränkte Kopffreiheit schrumpft nicht noch weiter. Für Menschen über 1,70 Meter taugt der Rücksitz nichts, zumal schon der Einstieg eine arge Kletterpartie ist. Aber dem Nachwuchs kann man die zweite Reihe so durchaus zumuten.

Sportlicher Allradler
Die Technik wird dem Anspruch vom kleinen Bruder des X6 durchaus gerecht. Denn wie der Countryman bietet der Zweitürer den Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung, die erhöhte Bodenfreiheit sowie die bulligen Stoßfänger und Schutzleisten. Und wenn die Ingenieure nicht flunkern und die ersten Kilometer nicht täuschen, dann ist auch das Fahrwerk etwas straffer abgestimmt. Außerdem macht sich in schnellen Kurven der niedrigere Schwerpunkt bemerkbar.

"One" gestrichen
Unter der Haube lässt die BMW-Tochter die Muskeln spielen: Damit der Spaß nicht auf der Strecke bleibt, werden die schwächeren Motorvarianten kurzerhand gestrichen. Deshalb geht es los mit dem 122 PS starken Cooper und dem Mini D mit 112 PS. Darüber rangiert der Cooper D mit 143 PS und bis im Sommer nächsten Jahres des Cooper Works mit 218 PS kommt, markiert der Cooper S die Spitze: Er hat 184 PS und bringt das Coupé mit 280 Nm so flott in Fahrt, dass der Paceman tatsächlich die Pace macht: Knapp 220 km/h sind drin.

Familienplanung nicht abgschlossen
Obwohl der Paceman schon Mini Nummer Sieben ist, gehen den Machern nicht die Ideen aus: „Wir haben mit der kleinen Plattform und unserem Werk in Oxford gelernt wie wichtig es ist, dass man auf mehreren Beinen steht“, sagte Volker Hildebrand, der den Paceman seinerzeit noch als Designchef mit auf den Weg gebracht hat, zur Studien-Premiere 2011 in Detroit: Vielleicht nicht mit ganz so vielen Varianten, aber im gleichen Stil werden die Bayern das mit der großen Plattform aus Graz jetzt wiederholen. „Schließlich ist unsere neue Bodengruppe viel zu Schade, um nur ein Modell zu tragen“, so Hildebrand weiter. Diese Einstellung teilt offenbar auch der neue BMW-Vorstand Harald Krüger, in dessen Ressort die Marke Mini fällt. Kaum im Amt, schürt er schon die Spekulation auf weiteren Nachwuchs. Bis zu zehn Mini-Modelle, so lässt er verlauten, seien in naher Zukunft denkbar.

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