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Mit dem Delta will Lancia nun auch in der Kompaktklasse ein Wörtchen mitreden.
 
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Lancia Delta: Leise dieselt das Reh

Eigenwilligkeit, Stil und Komfort aus den besten Tagen der Menschheit: Die Italiener erfinden die Luxuslimousine im praktischen City-Format.

29.06.2009 | 00:00 | (autonet)

Irgendwie denken wir beim Delta immer noch an Rallyefahren und Rauchsäulen, doch es ist besser, all diese Erinnerungen endgültig in die Geschichtsbücher zu stecken. Der neue Delta ist ein Auto völlig anderer Prägung – und das sieht man ihm an.

Vorne Hornisse, hinten Bienenkönigin
Der Wille, herkömmliche Automobilsegmente zu überspannen, zwingt ihm nämlich eine zunächst seltsame Anmutung auf: vorne Hornisse, hinten Bienenkönigin, könnte man sagen. Immerhin bietet diese glatt geschliffene Tropfenform auch handfeste Vorteile: ein stattliches Volumen etwa oder eine feine Aerodynamik. Die eigenwillige Form unterstreicht aber auch die Geisteshaltung, mit der Lancia in den frühen Jahren erfolgreich war: nonchalante Schrulligkeit.
 
Mit diesem stilistischen Statement wird der Delta wohl kaum im Brei der Kompaktklasse untertauchen, das Design wird also zu den Schwimmflügeln für den ersten Aufritt von Lancia in der umkämpftesten europäischen Autoklasse seit 15 Jahren.

Gebot der Stunde: Ästhetik
Design allein wäre freilich zu wenig. Wer geneigt ist, Premiumpreise zu bezahlen, will Luxus in Hülle und Fülle. Und den bekommt er auch. Schon nach dem Aufschlagen der Tür erkennt man das Bekenntnis zum Besonderen; es manifestiert sich in Leder, Alcantara und chromglänzenden Applikationen.

Die Sitze selbst sind völlig befreit von so banalen Pflichten wie Seitenhalt, was aber in dieser Welt keine Kritik wachruft: Einen Eames-Fauteuil würde man ja auch nicht nach Lendenwirbel-Support beurteilen. Ebenso erheben die Instrumente nicht perfekte Ablesbarkeit, sondern die Ästhetik zum Gebot der Stunde.

An Raum herrscht indes kein Mangel, dank der verschiebbaren Rückbank lässt er sich noch besser portionieren. So bekommt man im Fond die Beinfreiheit einer Staatslimousine oder einen Kofferraum, mit dem man einen Weinkeller ausquartieren kann. Das System hat allerdings auch einen Nachteil: Legt man die Sitzlehnen um, dann muss man sich mit einer unpraktischen Stufe herumschlagen.

Superber Multijet-Diesel
Der Motor unseres Testautos, der superbe Multijet-Diesel, fügt sich perfekt in die Lebenswelt des neuen Delta: Er ist leise, vibrationsarm, drehmomentstark. Wohl könnte er auch zur härteren Gangart schreiten, was man ihm aber nicht abverlangen wird – die wahre Stärke liegt doch im Wissen, nicht im Wirken.
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