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Typ mit Kanten: Der Jeep Wrangler Unlimited ist eine Trutzburg von einem Offroader. Die Uneeinnehmbarkeit hat auch ihren Preis: in unseren Test-Fall 46.990 Euro
 
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Jeep Wrangler Unlimited: Happy Birthday?

Zum 70. Geburtstag der Marke wurde der Wrangler gründlich renoviert. Wir testen, was das Jubiläumsmodell besser kann.

16.08.2011 | 00:00 | (autonet)

Will man ernsthaft ins Gelände fahren, dann braucht man gar nicht lange zu suchen: Land Rover Defender, Mercedes G, Jeep Wrangler – das sind die Kandidaten, die ein Steckenbleiben am ehesten verhindern. Der älteste dieser drei feiert heuer seinen 70. Geburtstag: der Jeep Wrangler. 1941 wurde das Ur-Modell des Jeep gebaut, in Auftrag gegeben von den US-Militärs zum unschönen Anlass des Zweiten Weltkriegs.

Moderne Zeiten
Seit damals hat sich viel getan: Der Jeep ist größer, hübscher, universeller geworden und heißt seit 1987 „Wrangler“. Die aktuelle Version wurde 2007 eingeführt, damals mit einigen großen Umbrüchen. Erstmals gab es eine viertürige Version namens Unlimited, erstmals kam ein Dieselmotor in dieser Baureihe zum Einsatz. Nun war es Zeit für ein Update.

Was ist neu?
Die wichtigsten Neuerungen fanden allesamt im Innenraum statt. Man sieht es sofort: Der Instrumententräger ist weitaus moderner designt, dazu gibt’s zeitgemäße Soft-Touch-Oberflächen. Die Belüftungsdüsen besitzen in unserer gehobenen Sahara-Ausstattung hübsche silberne Rahmen, dazu gibt’s einen massiven Beifahrer-Haltegriff, dessen Sechskantschrauben mit dem unverwüstlichen Image von Jeep kokettieren. Neu ist auch das Lederlenkrad mit Tasten für den Tempomaten und die Sound-Bedienung. Viele neue Ablagen, endlich elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel und ein modernes Entertainmentsystem machen das Leben mit dem Wrangler deutlich angenehmer. Das Entertainmentsystem besteht aus mehreren Bausteinen: ein Radio mit CD-Wechsler, der Uconnect-Freisprecheinrichtung und dem HDD-Navigationssystem mit Touchscreen. Wählt man alle drei Bausteine, zahlt man gut 2000 Euro. Mehr Stil am Berg
Die vielleicht markanteste Änderung an der Außenseite ist die Möglichkeit, das Hardtop auch in Wagenfarbe zu bekommen. Das ist allerdings nur in unserer Sahara-Version möglich und kostet inklusive der abgedunkelten Scheiben rund 3000 Euro. Im Gegensatz zum Vorgängermodell wurden dabei die Seitenscheiben und die Heckscheibe größer, was nicht nur den Wrangler besser aussehen, sondern auch die Passagiere besser hinaussehen lässt. Weiterhin bietet das Hardtop auch die Freedom-Top-Funktion: Zwei Elemente über den Vordersitzen lassen sich in drei Minuten ohne Werkzeug entfernen und im Kofferraum verstauen – dann genießt man im Handumdrehen Cabrio-Flair.

More Power
Eine kleine Änderung fand auch unter der Haube statt: Die Motorleistung des schon in die Jahre gekommenen 2,8-Vierzylinder-Diesels (zugeliefert von VM Motori)n stieg noch einmal von 177 auf 200 PS. Richtig spürbar wird dieses Plus an Leistung aber nicht; in Kombination mit der sanft schaltenden Fünfgangautomatik ist der große Wrangler alles andere als ein Sportler; vor allem im unteren Drehzahlbereich würden wir uns mehr Lebendigkeit wünschen. Der Verbrauch geht aber angesichts der nicht gerade auf Windschlüpfrigkeit getrimmten Karosserie und des hohen Eigengewichts von knapp 2,2 Tonnen in Ordnung: 11 Liter waren es in unserem Test.

Das Resümee
Der Wrangler wurde mit diesem Update nicht neu erfunden, aber wieder einmal universeller gemacht. Die Renovierungsarbeiten im Innenraum sind überaus gelungen, und auf die Entertainmentfunktionen (vor allem Freisprechen) will man heute auch in einer Offroad-Ikone nicht mehr verzichten. Unterm Strich ist der Wrangler Unlimited jetzt ein Stück mehr in Richtung Alltag und Komfort gerückt, ohne Abstriche in seiner 4x4-Regentschaft hinzunehmen. Und mit dem neuen lackierten Hardtop ist er hübscher als je zuvor. Happy Birthday, Jeep!

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