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Sind die Reaktionen weiterhin positiv, dann soll der Hybrid-angetriebene Etherea 2014 oder 2015 auf den Markt kommen. Hier die erste Mitfahrt in Bildern.
 
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Infiniti Etherea: Ist das der neue Kompakte?

autonet.at fährt als einziges österreichisches Magazin im Infiniti Etherea – der zwei Millionen Dollar teuren Studie eines zukünftigen Kompakten – mit. Hier erfahren Sie, ob sich das Warten lohnt.

20.06.2011 | 00:00 | (autonet)

Infiniti stammt aus den USA, wo man kompakte Autos in der Vergangenheit so dringend brauchte wie eine Reisethrombose. Doch jetzt ist ja alles anders: Infiniti wird schrittweise zur weltumspannenden Marke und ist seit Sommer 2010 auch in Österreich präsent. Da braucht man natürlich Autos mit kleinerer Schuhgröße, wenn man gegen die arrivierten Premiummarken einen Stich machen will. Und die wird’s auch geben. Zunächst kommt bereits 2013 ein vollelektrisches Kompaktauto, das zur Gänze die Technik des Konzernbruders Nissan Leaf übernehmen wird. 2014 oder 2015 soll dann schließlich ein richtig saftiger Premium-Kompakter folgen – und damit sind wir beim Etherea.

Showcar in Genf
Der Etherea wurde am vergangenen Genfer Automobilsalon enthüllt und warf sofort ein paar Fragezeichen auf. Ist das eine futuristische Studie? Oder will uns Infiniti damit etwas Konkretes sagen? Infiniti-Europe-Pressesprecher Wayne Bruce klärt im Autonet-Interview die Sachlage: „Es gibt drei Arten von Konzeptstudien: Die ersten sind Fingerübungen der Designer und entbehren jeder Realität; die zweiten sind praktisch serienreife Autos, die man mit komischen Seitenspiegeln und übergroßen Rädern als Showcar tarnt; und die dritten sind realitätsnah, haben aber noch Raum für Veränderungen. Zu letzteren gehört der Etherea. Wir evaluieren derzeit die Reaktionen und haben dann noch genügend Zeit, einzelne Bereiche umzuändern – aber vom Grundsatz her können wir uns einen kompakten Infiniti so vorstellen.“

Die neue Linie
Wie sich der neue Infiniti am Markt einordnet, demonstriert Infiniti mit aller Offenheit – indem man einen Audi A3 Sportback daneben stellt. 4,4 Meter Außenlänge, fünf Türen, Frontantrieb, that’s it. Natürlich ist der Vergleich auch ein bissel unfair: Auf der einen Seite der altbackene, schon sehr in die Jahre gekommene Audi, auf der anderen Seite ein Auto aus der Zukunft – da hat’s der Etherea leicht, die Neugier auf seine Seite zu bringen. Die dynamischen Formen, stark gewölbten Flächen und markanten Linien sind wahre Blickmagneten, dazu kommen noch die schrägen Proportionen mit kurzen Überhängen und witzige Details wie die säbeldünne A- und die gewellte C-Säule.

Viel Showcar-Glitter
Vieles am Etherea muss man für eine mögliche Serienfertigung freilich sofort vergessen: Kameras statt Außenspiegel? Schmetterlingstüren ohne B-Säule? Eine Windschutzscheibe, die ansatzlos ins Dach übergeht? Das alles dient dem spektakulären Auftritt und wird entweder der technischen Machbarkeit oder dem Rotstift der Finanzer zum Opfer fallen. Aber einige Details am Etherea sind doch viel konkreter als man meinen würde: Die Form und Bauart der Scheinwerfer zum Beispiel soll ein neues Markenzeichen für Infiniti werden. Alle zukünftigen Modelle werden daher diesen Look zitieren. iPhone-Instrumente
Ebenfalls schon auf dem Sprung in die Serie ist das Konzept der Instrumente. Statt hunderter Knöpflein gibt es hier einen großen Bildschirm mit bloß fünf Schaltern darunter. Auf dem Bildschirm selbst bedient man das gesamte Navi- und Entertainmentsystem ähnlich wie auf dem iPhone. Auch die Oberfläche erinnert an Apples Kult-Telefon und ist längst nicht so lausig wie bei vielen gängigen Touchscreens im Auto. Dazu kommt noch eine ansprechende Grafik und schon möchte man sich am liebsten in die Zukunft beamen lassen und alle bestehenden Systeme nur mehr im Museum ansehen. Hübsch sind übrigens auch die eigentlichen Armaturen; hier dominiert ein silberner Drehzahlmesser, während die Geschwindigkeit digital angezeigt wird.

Hybrid – oder so
Für den Antrieb in dieser Studie sorgt ein Hybridsystem, bestehend aus einem 2,5-l-Vierzylinder mit Kompressoraufladung und einem E-Motor. Gemeinsam sollen auf diese Art 245 PS zusammenkommen. Allzu viel Gewicht darf man dieser Konfiguration freilich nicht geben, wobei Infiniti nach dem 364 PS starken Hybridantrieb im M35h sicher auch an kleineren Lösungen arbeitet. Klar ist auch, dass in der zukünftigen Kompaktlimousine ganz konventionelle Motoren – und wohl ausschließlich Vierzylinder – arbeiten werden. Sorgen um deren Potenz und Eleganz braucht man sich nicht zu machen: Bis es soweit ist, werden die meisten dieser Aggregate aus der Motorenkooperation mit Mercedes stammen.

Resümee: Zu schön, um unwahr zu sein
Auffällig, sportlich, edel im Detail und ganz schön praktisch: Mit dieser schon recht konkreten Vision eines Premium-Kompaktautos ist Infiniti am richtigen Weg. Der einzige Haken an der Konzeptstudie Etherea: Noch drei bis vier Jahre Wartezeit, bis sich der Vorhang vor dem Serienmodell lüftet.

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