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Hübsch und erwachsen ist er geworden der neue Hyundai i30. Der Markstart erfolgt im März ab einem Preis von sehr fairen 15.990 Euro.
 
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Hyundai i30: Der Herausforderer

Ab 15.990 Euro ist der neue Kompakte aus Korea zu haben. Für den Marktleader Golf stellt der kräftig überarbeitete Hyundai i30 nicht nur preislich eine ernsthafte Gefahr dar. Wir sind den Herausforderer aus Fernost testgefahren.

16.02.2012 | 00:00 | (autonet)

Der Kompaktmarkt ist im Aufruhr. Ende des Jahres inthronisiert Volkswagen die 7. Generation des Golf und ringsum bringen die Hersteller mit Kampfeseifer ihre Kompaktmodelle in Stellung um dem Wolfsburger Giganten etwas entgegensetzen zu können. Und das können sie. Das ist auch VW Chef Martin Winterkorn bewusst, wie sich vergangenen Herbst auf dem Frankfurter Autosalon gezeigt hat, als der der mächtigste Mann der Branche zum Stand des Konkurrenten Hyundai hinüber gewackelt ist und den neuen Hyundai i30 inspiziert hat. Legendär die heimlich mitgefilmte Szene, wie er seine Mitarbeiter griesgrämig anblafft, dass bei der Lenkradverstellung „nix scheppert“ und die verängstigten Adlati harsch fragt: „Warum können die das und wir nicht?"

Premium-like
Wie es außer der nicht scheppernden Lenkradverstellung um den Rest des neuen Hyundai i30 bestellt ist, davon haben wir uns bei den ersten Testfahrten ein Bild machen können. Und eines vorweg: Winterkorns Detailbefund lässt sich auf das gesamte Fahrzeug ausweiten. Die Verarbeitung des Interieurs ist auf Anhieb als hochwertig auszumachen, die Materialien brauchen den Vergleich mit jenen in so genannten Premium-Produkten keineswegs zu scheuen. Wohin man auch greift, alles ist weich unterfüttert und aufwändig beschichtet. Eine Freude auch das Design, das sich durch klare Linien auszeichnet und einer gewissen Eleganz nicht entbehrt.

Raumgewinn
Dass die bei der Präsentation zur Verfügung gestellten Fahrzeuge allesamt voll ausgestattet waren und sowohl über 7-Zoll Touchscreen mit ansprechender Navi-Grafik und das 1.500 Euro teure Leder-Luxus-Sitzpaket verfügten, hat den positivem Eindruck vielleicht etwas über Gebühr verstärkt. Was aber über alle Ausstattungsversion des i30 hinweg spürbar ist, ist der deutlich gewachsene Innenraum. Auf allen fünf Plätzen braucht niemand zu darben. Und auch für die im Gepäckraum untergebrachten Koffer wurde im neuen i30 deutlich mehr Volumen generiert - statt der 340 im Vorgänger sind nur 378 zu befüllen.

Gereifte Persönlichkeit
Und in dieser Tonalität geht es es auch punkto Fahrkomfort dahin. Der neue i30 vermittelt eine gereifte Straßenlage mit konziliant abgestimmter Federung, die den Eindruck zulässt, in einem Fahrzeug einer Klasse höher zu sitzen. Dazu trägt auch die optimierte Geräuschdämmung bei, die den Benziner nahezu völlig verstummen und den Diesel nur noch wie aus weiter Ferne vernehmbar werden lässt. Ein nettes Feature ist das ab der zweiten Ausstattungsstufe serienmäßige so genannte Flex Steering. Dabei kann der Lenkwiderstand individuell an die jeweilige Fahrsituation angepasst werden: „Normal“ für die Stadt, „Sport“ für kurvenreiches Terrain und „Comfort“ für die Langstrecke. Up- und Downgrade
Mehr Leistung, weniger Verbrauch ist auch bei Hyundai das Motto. Ersteres erfüllt der neue 128 PS starke 1.6 CRDi, der sich damit die Dieselriege anführt, die sich bisher aus dem 110-PS-Commonrailer gleichen Hubraums und dem 1.4 CRDi mit 90 PS zusammengesetzt hat. Der überwiegende Teil der Kunden wird laut Hyundai Österreich Boss Hansjörg Mayr infolge der angeglichenen Sprit- und günstigeren Anschaffungspreis zum Benziner-Duo, bestehend aus dem 1.4 CVVT mit 100 und dem Direkteinspritzer 1.6 GDI mit 158 PS, greifen. Alle Motoren sind optional und gegen einen Aufpreis von rund 300 Euro mit dem Effizienzprogramm Blue Drive zu haben. Start-Stopp-Automatik, Leichtlaufreifen und Lichtmaschinenmanagement senken den Verbrauch im Schnitt um 0,3 Liter. Den Preis für das beste Effizienz-Leistungs-Verhältnis bekommt hier der neue 128 PS Diesel mit einem Verbrauch von 3,7 Liter laut Werksangabe. Die Benziner bewegen sich zwischen 5 und 6,7 Liter auf 100 Kilometer. Alle Motoren verfügen über eine manuelle 6-Gang-Schaltung. Eine 6-Gang-Automatik ist ausschließlich für den stärkeren Benziner sowie die beiden 1,6-l-Diesel erhältlich.

Hübsch geworden
Technik, Komfort und Qualität sind aber nicht die einzigen Atouts des Koreaners. Der i30 will in seinem zweiten Lebenszyklus auch über sein Design wahrgenommen werden – was ihm durchaus gelingt. Das leicht mausgraue Image des Vorgängers kann der Neue abschütteln. Die neue Front mit markanten LED-Tagfahrlichtern in der Schürze, den großen, weit nach hinten gezogenen Scheinwerfern und dem stylischem Kühlergrilldesign (150 Euro)ist nachgerade zum Köpfeverdrehen geeignet. Gemeinsam mit den sanft geschwungen Linien der Flanke, den kraftvoll ausgestellten Radhäusern und dem gut proportionierte Heck mit LED-Rückleuchten (290 Euro) ergibt sich ein sehr stimmiges Bild.

Preis und Marktstart
15.990 Euro kostet der neue Hyundai i30 mit dem Einstiegsbenziner 1.4 CVVT und Basisaustattung „Europe“. Darin enthalten: Klimaanlage, LED-Tagfahrlicht, elektrische Außenspiegel, Berganfahrhilfe, ipod-Anschluss und höhenverstellbarer Fahrersitz, um nur die wichtigsten Merkmale zu nennen. Die zweite Ausstattungslinie „Europeplus“ hat elektronische Klimaanlage, Flex Steering und Lederlenkrad mit an Bord. In der Topausstattung Premium wird Kurvenlicht, Einparkhilfe hinten, elektrische einklappbare Außenspiegel, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer und der Tempomat mitgeliefert. Das Navigationspaket mit 7-Zoll-Touchscreen kostet 1.490 Euro und das Panoramaglasschiebedach 1.200 Euro. In voller Montur, also mit dem 128 PS starken Diesel und allem, was es an Ausstattung gibt, kostet der Hyundai i30 knappe 29.000 Euro.

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