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Der Hyundai i40 ist die koreanische Antwort auf Passat, Mondeo und Co. Wir haben den Neuzugang im Mittelklassesegment mit dem 136 PS starken 1.7 CRDi getestet.
 
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Hyundai i40 1.7 CRDi: Der Angstgegner

Hyundai setzt mit dem i40 Insignia, Passat und Mondeo kräftig was entgegen. Wir haben den großen Koreaner mit dem 136 PS Turbodiesel getestet - und waren sehr angetan.

17.11.2011 | 00:00 | (autonet)

Es war einmal so, da griff zu Koreanern, wessen pekuniärer Background die Anschaffung eines Deutschen nicht zuließ. Heute verhält sich die Sache ein wenig anders. In Zeiten, in denen Prestige nicht mehr das entscheidende Kaufkriterium ist, in denen generell das Thema Auto vor allem in urbanen Kreisen einen sehr unterrepräsentierten Stellenwert einnimmt, greift die Kundschaft immer mehr zu Produkten, die einen so genannten good bargain darstellen. Soll heißen: Wenig zahlen, viel bekommen. Bei diesem Anspruch müssen die Aufpreiskaiser aus deutschen Landen w.o. geben und mutieren immer mehr zu reinen Elite-Vehikel. Hyundai und Kia hingegen haben den automotiven Wertewandel erkannt und bedienen dieses Bedürfnis perfekt. Bestes Beispiel dafür: der Hyundai i40.

Charismatische Erscheinung
Schon allein sein Auftritt: alles andere als verschämt. Mit großen Gesten reiht sich der 4,77 Meter lange Korea-Kombi dort ein, wo es sich bislang Passat, Mondeo und Insignia schon recht gemütlich gemacht haben. Die dynamisch geschnittene Front mit auffälligem LED-Tagfahrlicht, die geduckte Silhouette mit kühn gezogenen Kanten und eine sportliche Rückansicht mit ausgeprägt schräger Heckscheibe sind Attribute eines gut ausgebildeten Selbstbewusstseins. Und in dieser Manier geht’s innen weiter: gediegene, farblich gedeckte Atmosphäre, ein guter Neuwagengeruch (das ist wichtig), Materialien, die sich gut angreifen und ein unaufdringlich gestaltetes Cockpit mit übersichtlich angeordneten Bedienelementen. Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann sind es Details wie Displaygrafiken, die nicht ganz mit der hochwertigen Attitüde des Rests mithalten können.

Tourenwagen
Den Langstreckentest hat der i40 ganz nach Erwarten mit Auszeichnung bestanden. Da ist der Hyundai in seinem Metier. Den rechten Ellenbogen auf einen breitflächigen, gut gepolsterten Mitteltunnel gestützt, den linken Fuß dank smooth und reaktiv arbeitender 6-Gang-Automatik zum süßen Nichtstun angehalten und straff unterfütternden Rückens geht´s fein dahin. Das Fahrwerk erledigt die ihm zugeteilte Aufgabe neutral. Autobahngeläuf wird ruhigen Schritts durchmessen und in Kurven erfreut der i40 durch präzises Handling. Solide Leistung bei geringem Verbrauch
Abgerundet wird die Komposition durch den 1.7 CRDi mit 136 PS, der sich in sehr dezenter Tonalität zu Wort meldet – selbst im Kaltstart. Die Leistung ist im Allgemeinen ausreichend bemessen, wenngleich es bei voller Besetzung und ungünstigen topografischen Gegebenheiten dann doch mal zu einem Hänger kommen kann. Da kann dann auch die Sport-Taste nicht mehr viel ausrichten. Das ist aber nichts, was die Freude über das sehr gemäßigte Trinkverhalten des Aggregats nicht vergessen machen könnte. Auf der Autobahn waren es knapp 6,8 und innerstädtisch 7,8 Liter. Gäbe es dann noch eine Start-Stopp-Automatik, wir wären restlos zufrieden.

Nicht kleinlich
Der Kofferraum misst 553 Liter. Werden die Sitze umgelegt, was leider nicht vom Kofferraum aus funktioniert, können 1.719 Liter beladen werden. Als etwas fummelig hat sich die Kofferraumabdeckung und vor allem das Trennnetz erwiesen. Aber immerhin, es gibt eines und zwar ohne Aufpreis. Und genau das ist es, was den Hyundai i40 so interessant macht. Nämlich seine generöse Ausstattungspolitik. Schon in der Basisversion „Europe“ sind um 23.990 Euro Features wie Lederlenkrad, Einparkhilfe vorne und hinten, Tempomat, Klimaanlage, Lichtsensor, statisches Kurvenlicht, Berganfahrhilfe und iPod- Anschluss inklusive Kabel.

Mehr für weniger geht nicht
Der von uns getestete Hyundai i40 in der Ausstattung „Premium“ hatte zusätzlich noch 17-Zoll-Alufelgen, Sitzheizung vorne und hinten, beheiztes Lederlenkrad, einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz, Regensensor, Xenon-Scheinwerfer und adaptives Kurvenlicht an Bord. Die unter dem Strich anfallenden 33.780 Euro sind anderswo lediglich die Anzahlung.

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