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Das Coupé, das es allen recht machen will: Der Hyundai Veloster im autonet.at-Intensivtest
 
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Hyundai Veloster: Das Semi-Coupé

Heimlich, still und leise sind die Hyundai-Modelle zu echten Blickmagneten mutiert. An vorderster Stelle ist hier der Veloster zu nennen. Ob der Fahreindruck mit der sportlichen Optik mithalten kann, lesen Sie hier.

26.10.2011 | 00:00 | (autonet)

Das letzte Mal, als wir Passanten so unverhohlen gaffen sahen, saßen wir im BMW 1er M Coupé. Da war es klar. Dass man aber in einem Hyundai derart exponiert ist, ist etwas Neues. Zuerst glaubt man ja, das Kennzeichen hängt herunter, die Frontschürze schleift am Boden oder irgendein anderes Malheur lenkt die Blicke auf sich. Aufgescheucht durch soviel Aufmerksamkeit, machen wir selbst eine Runde ums Gefährt. Und da fällt es uns auf: Der Veloster ist ein wahrlich schneidiges Teil. Die Front ist durchzogen von dynamischen Kurven und scharfen Kanten, die Silhouette: sportlich schmal, und das breite Heck mit den in den Diffusor eingelassenen Endrohren macht echt was her. Definitiv vorbei die Zeiten, als man sich in einem Sportcoupé aus Südkorea lächerlich gemacht hat.

Semi-Coupé
Das eigentlich Spezielle am Veloster bleibt den Meisten beim schnellen Drüberschauen allerdings verborgen: Das Korea-Coupé hat hinten nur eine Türe und zwar auf der Beifahrerseite. Behirnt haben auch wir das erst, als wir versucht haben den Fahrersitz nach vorne zu klappen um hinten Platz zu nehmen. Das geht nämlich gar nicht. Zugegeben: Peinlich für jemanden, der sich von Berufs wegen eingehender mit der Materie Automobil auseinandersetzt. Aber auch unsere Fotografin hat das nicht gecheckt als wir ihr den Veloster zum ablichten überantwortet haben. Es gibt kein Foto vom Veloster mit geöffneter hinterer Türe. Zur Veranschaulichung haben wir deshalb ein Werksfoto in unsere Fotoshow reingeschummelt.

Gut so
Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass wir heuer in einer Hyundai Coupé Platz nehmen. Vor kurzem stand der Genesis zur Beurteilung an. Bei ihm ist es weniger die optische Komponente, die für nachhaltige Eindrücke sorgt. Der Genesis ist bei all seiner etwas grau geratenen Oberfläche ein Sportler erster Güte (nachzulesen ist das hier). Geht es um die Optik, würde man eher dem Veloster des Genesis Temperament zuschreiben. Von der kompromisslosen Athletik des schärferen Bruder ist der Veloster allerdings meilenweit entfernt. Und das ist auch gut so: Würde man hübsch (Veloster) und günstig (Veloster) mit brachial (Genesis) paaren, es grenzte an Fahrlässigkeit. Bedingter Spaß
Aber auch, wenn die Optik mit der Fahrcharakteristik des Veloster nicht ganz Hand in Hand geht, fad ist der 1.200 Kilo leichte Hübschling nicht - vorausgesetzt, man tummelt sich in höheren Drehzahlbereichen. Tourengedopt lässt sich der Koreaner zackig des Weges führen. Liegen tut er gut und das Fahrwerk ist ausgewogen. Wo er sich doch die eine oder andere Scheibe vom Genesis abschneiden hätte können, ist bei der direkten Lenkung. Zudem würden dem manuellen 6-Gang-Getriebe kürzere Schaltwege nicht schlecht stehen (schlag´s nach bei Mazda). Wenn allerdings am Ende des Tages ein Durchschnittsverbrauch von rund 7,5 Liter am Bordcomputer aufscheint, ist man über das leicht schaumgebremste Wesen und die damit verbundene geringere Motivation, die Sau raus zu lassen, gar nicht so unglücklich. Wer allerdings auf Effizienz pfeift und den Veloster mit der Optik entsprechenden Performance will, kann sich darüber freuen, dass im kommenden Jahr eine turbobeatmete 175-PS-Version ansteht.

Spielerisch
Wer es cockpittechnisch gradlinig, dezent und aufgeräumt mag, den wird das Frontpanel im Veloster vielleicht überfordern. Verspieltere Naturen allerdings werden sich über das „schräge“ Design und den etwas wilden Materialmix freuen. Über jeden Zweifel erhaben sind Verarbeitung und Ergonomie. Scheppern tut nichts und die zum Betrieb des Veloster notwendigen Hand- und Fußgriffe gehen sehr flüssig vonstatten, die Sitze sind ein guter Kompromiss zwischen sportlich und komfortabel und über einen mangel an Ablagen braucht sich niemand zu mokieren.

Fazit
Der Hyundai Veloster bedient eine so große Bandbreite an Ansprüchen, Wünschen und Anforderungen, dass er eigentlich nichts anderes werden kann als ein Erfolg: Designaffine Menschen kommen hier genauso auf ihre Rechnung, wie vornehmlich der Praktikabilität zugewandte, der Sportlichkeit wird hier ebenso Rechnung getragen, wie der Effizienz. Und der Preis für so viel Mehrheitsfähigkeit von 22.990 Euro aufwärts wird der Verbreitung des koreanischen Semi-Coupés zusätzlich äußerst zuträglich sein.

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