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Der 2,2-Liter-Common-Rail-Dieselmotor im Honda Accord Tourer ist in zwei Leistungsstufen erhältlich. Neben der 150-PS-Version gibt es nun auch 180 PS Leistung.
 
  • Bild: Marion Rodler
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Honda Accord Type S: S-entieller Motor

Der Honda Accord Tourer stellt sich dem Intensivtest mit dem erstarkten Dieselmotor mit 180 PS.

01.12.2011 | 00:00 | (autonet)

Stolze 25 Jahre kann Honda auf die Modellgeschichte des Accord bereits zurückblicken und seit 2008 ist die achte Generation nun schon bei uns auf dem Markt. Dem Lifestyle-Kombi-Gehabe anderer Hersteller hat sich Honda bislang entschlagen. Geradlinig und glatt präsentiert sich der Transporter und will auch nichts von einer coupéhaften Dachlinie wissen. Die Front ist ebenfalls wie aus einem Guss und selbst wenn nun auch im aktuellen Modelljahr der vordere Stoßfänger ein paar mehr Kanten zeigt, so hat das in erster Linie aerodynamische Gründe und ist weit davon entfernt wie ein chinesischer Faltenhund auszusehen, was man manchen Kombi anderer Hersteller andichten könnte. Selbst die Blinker sind nun in Klarglasoptik ausgeführt. Der Kühlergrill tritt durch eine Vollverchromung deutlicher in Erscheinung. Das war es dann aber auch schon mit den Auffälligkeiten. Dem einen mag das zu brav erscheinen, für den anderen ist genau das der ausschlaggebende Kaufgrund. Wie so oft im Leben lässt sich über Geschmack nicht streiten.

Ausgezeichnet gute Sitze
Um optisch ein bisschen den sportlichen Charakter herauszustellen, prangt am Heck das Type S-Logo in rot. Mehr von der sportlichen Anmutung erfährt man allerdings im Innenraum. Die Sitze sind in hochwertigem, dunkelgrauem Teilleder ausgeführt und der Dachhimmel präsentiert sich edel in Schwarz. Rote Kontrastnähte und eine ebenfalls rote Beleuchtung des Fußraums sowie Metall-Applikationen auf dem Armaturenbrett runden das Paket ab. Zu den Sitzen sei noch gesagt, dass sie eine sehr angenehme, relativ tiefe Sitzposition bieten. Das zeichnet den Accord Tourer als gutes Langstrecken-Gefährt aus, zumal bei der Modellpflege auch Wert auf eine komfortablere Fahrwerksabstimmung gelegt wurde. Dem angepasst zeigt sich auch die Lenkung sehr leichtgängig. Explizit sportlich ausgerichtete Fahrer werden bei diesen Worten ein wenig das Gesicht verziehen. Andererseits gestalten sich spezielle Fahrmanöver dadurch angenehmer. Mit 4,75 Metern Länge und 1,84 Metern Breite steigt keinem beim Befahren enger Parkgaragen der Angstschweiß auf.

Kein echter Lademeister
Wer sich im Honda Accord Tourer in einem reifen Vertreter im Segment der Mittelklasse-Kombis wähnt wird überrascht sein, wenn er im Datenblatt das Ladevolumen nachliest. Überraschenderweise passen mit 406 Liter um 61 Liter weniger in den Kombi-Kofferraum als in jenen der Limousine. Wer die Rücksitzlehnen mit einfachen Handgriffen flach umlegt, wird von den dann bis zum Dach zur Verfügung stehenden 1183 Litern auch nicht gerade berauscht sein. Zum Vergleich: in einen annähernd gleich langen VW Passat passen bis zu 1731 Liter hinein und in einen nur 4,23 Meter langen Renault Clio Grandtour immerhin auch noch 1277 Liter. Da müssen also schon andere Werte herhalten, die den Honda Accord Tourer als interessantes Kaufobjekt auszeichnen.

Feine Leistungsanpassung
Wie wäre es zum Beispiel mit dem 2,2-Liter-Dieselmotor im Type S. Seit 2004 tut der erste von Honda selbst entwickelte Common-Rail-Motor in verschiedenen Modellen seinen Dienst. Hatte er anfangs 140 PS steigerte er sich mit der Zeit auf 150 PS und bekam nun noch einmal einen deutlichen Leistungsschub, der nun bei 180 PS seinen Zenit erreicht. 380 Newtonmeter maximales Drehmoment stehen ab 2000 Touren zur Verfügung. Forsch tritt der Accord Tourer mit der zusätzlichen Leistung an und verlangt nach raschen Gangwechseln, die bei dem fein abgestimmten Sechsgang-Schaltgetriebe nicht schwer fallen. Gleichzeitig ist der Motor leise und laut Werksangaben auch beim Verbrauch maßvoll. 5,7 Liter Diesel sind es im Durchschnitt pro 100 Kilometer, in der Stadt liegt der Wert bei 7,2 Litern. Das ist gleichzeitig auch der Wert, den wir in unserem Testzeitraum herausgefahren haben. Mit dem 65-Liter-Tank wird man so kaum weniger als 800 Kilometer von Tankstopp zu Tankstopp zurücklegen können.

Pluspunkte bei der Sicherheit
Was auch für den Honda Accord Tourer sprechen könnte, ist die Sicherheitsausstattung. Front-, Seiten- und Kopfairbags, Xenon-Scheinwerfer mit aktivem Kurvenlicht und Fernlichtassistent sowie das Stabilisierungsprogramm VSA sind serienmäßig. Optional gibt es einen adaptiven Tempomat, der zuverlässig den Mindestabstand zum Vordermann einhält, sowie ein präventives Fahrerassistenzsystem, das von Honda CMBS (Collision Mitigation Brake System) abgekürzt wird. Das System überwacht den Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug. Ist man zu knapp dran, wird man zunächst akustisch gewarnt und bekommt im Multifunktionsdisplay die Anzeige „Bremsen“. Diese Warnung ist sehr fein abgestimmt, lässt den Fahrer nicht erschrecken und wird daher auch nicht als unangenehm empfunden. Erfolgt keine Reaktion und verkleinert sich der Abstand, tritt Warnstufe 2 ein. Dann greift das System auch auf den Gurtstraffer ein, zieht dreimal rasch am Gurt, um den Fahrer so wachzurütteln und beginnt auch leicht zu bremsen. Tritt der Fahrer dann auf die Bremse wird sofort die maximale Bremsleistung zur Verfügung gestellt. In der dritten Warnstufe, wenn die Kollision unvermeidlich erscheint, werden die Gurte gestrafft und mit bis zu 60 Prozent der Bremsleistung eine Abbremsung eingeleitet. Zusätzlich gibt es auch noch den Spurhalteassistent LKAS, der bei ungewolltem Verlassen der Fahrspur aktiv in die Lenkung eingreifen kann, und das Fahrzeug wieder in die Fahrspur zurückleitet. Alle diese Sicherheitssysteme hat Honda im Advanced Safety Paket zusammengefasst, das es um 2640 Euro Aufpreis erhält.

Hoher Preis aber sehr gute Ausstattung
Ein ähnliches Extrageld, exakt sind es 2570 Euro, verlangt Honda für das integrierte DVD-Navigationssystem. Damit bekommt man auch eine Rückfahrkamera, die ein sehr gutes Bild vom Bereich hinter dem Fahrzeug liefert. Ob das den hohen Aufpreis wert ist, muss aber in Frage gestellt werden, weil die Grafik des Navigationssystems veraltet ist und die Bedienung auch nicht sehr einfach von der Hand geht. Mit der übrigen Serienausstattung darf man dagegen sehr zufrieden sein. Alarmanlage, Einparkhilfe vorn und hinten, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, elektrische Heckklappenbetätigung, Multifunktions-Lederlenkrad, Premium-Sound-System mit 6-fach CD-Wechsler, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und Sitzheizung sind Teil des Type S-Modells. In dieser Ausführung kommt die 180-PS-Dieselversion auf einen Preis von 39.680 Euro.

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