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Test: Fiat 500L
 
  • Bild: Gregor Josel / Manfred Zeisberger
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Test: Fiat 500L

Fiat 500L: Kleiner Großer Italiener

14.08.2013 | 00:00 | (autonet)

Kleiner großer Italiener mit Crema


Irgendwie war es ja ziemlich klar, dass Fiat die erfolgreiche Fiat 500er-Serie ausweiten wird. Nachdem auch die Kultmarke Mini schon mit dem Country- und dem Paceman das ursprüngliche Konzept des ultrakompakten City-Style-Flitzers sprengte, war es nur eine Frage der Zeit bis man auch dem Fiat 500 ein Wachstumshormon verabreichte um damit auch das wichtige Familien-Thema anzuschneiden. Denn für viele stilbewußte 500er-Fahrer stellte sich bei anstehender Familienerweiterung die Frage nach dem entsprechenden Ersatz für den geliebten 500er. So designten die Italiener einen Mini-Van im Look des 500er, wenngleich die beiden nicht mehr wirklich etwas miteinander zu tun haben. Eines hat der 500L jedoch in jedem Fall von seinem kleinen Urvater übernommen: den gewissen italienischen Lifestyle. Dafür spricht neben der individuellen Ausstattung und dem unverkennbaren Design auch die Tatsache, dass es für den 500L optional auch eine Espressomaschine für die Mittelkonsole gibt. Ob das Brühen eines Espressos nun genauso strafbar ist wie Telefonieren, sei nun mal dahingestellt. Jedenfalls kann man so den Inspektor vielleicht mit einer Tasse Espresso gnädig stimmen. Doch obacht: Auch eine falsche Crema gilt durchaus als strafbares Delikt...

Was die Optik betrifft nimmt der 500L tatsächlich klare Anleihen an seinem kleineren Pendant. Speziell die Front macht die Genetik des 500L auf den ersten Blick klar. Betrachtet man sich den Italo-Van aus der Frontalperspektive und ohne Referenzpunkt im Hintergrund, fiele gar nicht wirklich auf, dass er erheblich größer ist als der Standard 500.

 

Der Innenraum ist designmäßig auf der verspielten Seite. Chice lackierte Oberflächen werden kombiniert mit modernen Features und Instrumentierungen. Das Platzangebot ist ausgesprochen großzügig, wobei die Kopffreiheit in zweiter Reihe mit dem Panoramadach, das in der getesteten Ausstattungsvariante „Lounge“ zur Serienausstattung gehört, enden wollend ist. Noch ein weiteres kleines Manko bringt das massive Glasdach mit sich: Bei sehr großer Hitze und direkter Sonneneinstrahlung heizt sich das Fahrzeug äußerst schnell auf und ist dann nur mehr schwer mittels Klimaanlage abzukühlen, denn das Panoramadach verfügt „nur“ über ein lichtdurchlässiges Rollo und keine komplett schließende Abdeckung. Das Kofferraumvolumen kann von bereits sehr anspruchsvollen 400 l auf bis zu 1.315 l erweitert werden. Mit der umklappbaren Beifahrersitzlehne verfügt man so über eine bis zu 2,4 m lange Ladefläche. Damit lässt sich auch das höchste Billy Regal vom schwedischen Möbelhaus komod nach Hause liefern. Zusätzlich zur Standard-Ausstattung bietet das „Lounge“-Paket des Testwagens noch eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, das Display „Active Color Matrix“, Fensterheber hinten, automatisch abblendende Innenspiegel, Klapptische auf der Rückseite der Vordersitze, ein Lederlenkrad in Bicolor-Optik sowie auch einen Licht- und Regensensor.

Mit den 85 PS des 1,3 l Multijet- Motors ist der 500L nun nicht gerade übermotorisiert, gibt sich aber durchaus komfortabel, was die Beschleunigungsqualitäten betrifft. Dem zuträglich sind jeden- falls die 200 Nm Drehmoment des kleinen Diesels. Im Durchschnitt verbraucht der kleine Große damit rund 5,9 l.

Der Fiat 500L 1,3 Multijet 85 ist in der Top-Ausstattung „Lounge“ ab 21.700 € zu haben.
Der Einstiegspreis für das geräumige 500er-Modell liegt bei 16.600 Euro für den 1,4 Liter Benziner mit 95PS.

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