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Annähernd gleich mit dem Vorgänger misst der neue Audi A6 Avant 4,93 Meter in der Länge, das Ladevolumen steigt aber auf bis zu 1680 Liter. Mitte September beginnt die Markteinführung.
 
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Audi A6 Avant: Wer ist hier der Boss?

Deutlich am Verbrauch gearbeitet und eine Vielzahl an neuer Technik wurde in den A6 Avant gepackt.

20.07.2011 | 00:00 | (autonet)

Es gilt die Kräfteverhältnisse wieder zurecht zu rücken. Seit 1998 hat der Audi A6 Avant ununterbrochen die Spitzenposition im Segment der Oberklasse-Kombis gehalten. Im ersten Halbjahr des heurigen Jahres hat sich diese Situation etwas verschoben. Die fünfte Generation des Ingolstädter Business-Transporters ist ausgelaufen und BMW hat einen neuen 5er Touring an den Start gebracht und damit die Pole Position übernommen. Die will man bei Audi so schnell wie möglich wieder zurück und hat daher im Mai mit dem Vorverkauf der sechsten Generation (Audi 100 Avant miteingerechnet) begonnen. Mitte September beginnt die Markteinführung. In den mittleren und höheren Führungsetagen darf man sich also bereits zu Beratungen über Preis- und Ausstattungsliste zurückziehen. Der Anteil an Unternehmern und Firmenkunden in diesem Segment beträgt immerhin 85 Prozent.

Neue, alte Größenverhältnisse
Während von Modellgeneration zu Modellgeneration die Autos allgemein immer größer und schwerer werden, hat Audi beim neuen A6 Avant einen Schnitt gemacht. Die Abmessungen im Vergleich zum Vorgänger haben sich fast nicht verändert und dank Leichtbaumaterialien konnte das Gewicht um bis zu 70 Kilogramm reduziert werden. Ungemütlich wird es dennoch nicht für Passagiere und Gepäck. Die Vorderachse wurde um sieben Zentimeter nach vorne versetzt, was einen kürzeren Überhang vorne und einen längeren Radstand bedeutet. Obwohl sich die Dachlinie leicht nach hinten senkt, behalten die Fond-Passagiere ausreichend Kopffreiheit. Wie von einem Avant-Modell gewohnt steht die Heckscheibe relativ flach. Der Kofferraum fasst 565 Liter und wartet mit zahlreichen praktischen Details auf.

Der Trick mit dem Kick
Neu ist, dass man die Rücksitzlehnen ganz einfach durch Ziehen an Hebeln in der Gepäckraumwand umkippen lassen kann. Es bleibt zwar eine leichte Schräge, das maximale Ladevolumen beträgt aber großzügige 1680 Liter, 20 Liter mehr als beim Vorgänger. Die Laderaumlänge misst 1,93 Meter. Serienmäßig finden sich praktische Dinge wie ein Schienensystem mit Taschenhaken, Befestigungsgurt und Verzurrösen sowie eine Schmutzwanne unter dem Ladeboden zum Transport verschmutzter Gegenstände. Optional gibt es noch zusätzliche Fixiersets und eine elektrisch betätigte Heckklappe, bei der auch die Gepäckraumabdeckung elektrisch entlang der D-Säule nach oben fährt. Hat man sich in der Optionenliste auch für den Komfortschlüssel entschieden (zusammen 1730 Euro Aufpreis), wird das Öffnen der Heckklappe noch komfortabler. In Prohaska-Manier kann man den „Spitz von Izmir“ nachstellen, sprich eine leichte Kick-Bewegung in Richtung des hintern Stoßfängers wird von Sensoren erkannt und die Heckklappe öffnet sich. Sollte sie dabei auf einen Widerstand treffen, salopp formuliert, der Wohlstandsbauch im Weg sein, stoppt sie natürlich.

Armada an Assistenten
Alternativ oder zusätzlich gibt die Optionenliste aber noch viel mehr her: von Voll-LED-Scheinwerfern vorn über Head-up-Display, Nachsichtsystem mit Fußgängererkennung, dem praktischen Parklenkassistenten bis hin zum Spurhalteassistenten, der durch leichte Lenkeingriffe den Wagen in der Fahrspur hält. Oder aber man investiert sein Geld in die optische Aufwertung durch das sportliche S-Line-Paket, feinste Ledersitze oder attraktive Holzdekors in Nussbaumwurzel-, Eschemaser- oder Eichenholz. In der aufwendigsten Version des MMI Navigationssystems kann das System bei Verbindung mit dem Internet Kartendaten von Google Earth einblenden und noch besser auf aktuelle Verkehrsbehinderungen Rücksitz nehmen. Außerdem können bis zu acht Endgeräte die WLAN-Routerfunktion des Systems nutzen.
Bis zu 21 Prozent weniger Verbrauch
Wie schon beim Gewicht haben sich die Techniker auch beim Antrieb des A6 Avant eine Abspeckkur verschrieben, selbstverständlich nicht, was die Leistung betrifft, vielmehr geht es dem Verbrauch an den Kragen. Bis zu 21 Prozent weniger konnte im Vergleich zu den Vorgängermotoren erzielt werden. Benzinmotoren machen in diesem Segment einen verschwindend geringen Anteil aus, daher bietet Audi auch nur zwei Motoren an: einen 2,8-Liter-V6-Saugmotor mit 204 PS und den kompressoraufgeladenen 3.0 TFSI mit 300 PS. Ersteren gibt es als Fronttriebler mit manuellem Sechsgang-Getriebe oder Multitronic-Automatik oder als Allrad-quattro mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe S Tronic. Der 300-PS-Benziner ist ausschließlich als quattro mit S Tronic zu beziehen. Beide Motoren gönnen sich im Schnitt 7,4 bzw. 8,2 Liter Sprit auf 100 Kilometer.

Dieselmotoren als Musterschüler
Der Effizienzmeister im neuen Audi A6 Avant ist der 2.0 TDI mit 177 PS. Der einzige Vierzylindermotor im Programm ist mit Frontantrieb und Sechsgang-Schaltgetriebe oder Multitronic erhältlich. Wie alle anderen Antriebsvarianten greift er serienmäßig auf ein Start-Stopp-System und Bremskraft-Rückgewinnung zurück. So lässt sich ein Durchschnittsverbrauch von fünf Litern Diesel im Normzyklus realisieren. Der CO2-Ausstoß beträgt 132 Gramm pro Kilometer. Wer einem Vierzylinder nichts abgewinnen kann hat als nächstmögliche Option den 3-Liter-V6-TDI mit 204 PS. Dieser gönnt sich mit Handschaltung und Frontantrieb 5,2 Liter Diesel im Schnitt. Auf Wunsch ist er ebenfalls mit Multitronic oder als quattro mit S Tronic erhältlich. Vorläufiges Topmodell zur Markteinführung im September ist der 3.0 TDI mit 245 PS als quattro mit S Tronic. Maximal 243 km/h schnell sprintet er in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Durchschnittsverbrauch beträgt 5,9 Liter.

Zum Jahreswechsel folgt ein TDI mit 313 PS
Eine echte Fahrspaßvariante hält Audi dann zum Jahreswechsel bereit. Für erste Testfahrten stand der neue 3.0 TDI mit Biturboaufladung allerdings schon bereit. Der von einem kleineren und einem größeren in Reihe geschalteten Turbolader zwangsbeatmete Motor leistet bärenstarke 313 PS und legt den Standardsprint auf 100 km/h in 5,3 Sekunden zurück. Dem nicht genug stattet Audi den Motor mit einem eigenen Soundaktuator in der Abgasanlage aus und verhilft ihm so zu einem sonoren, bulligen Motorengeräusch. So wird das Kind im Manne geweckt und der werkseitig angegebene Durchschnittsverbrauch von 6,4 Litern Diesel auf 100 Kilometer Makulatur. Wegen des massiven Drehmoments von 650 Nm wird der starke Diesel mit der Achtgang-Tiptronic gekoppelt sein, die schon aus dem Audi A8 bekannt ist.

Fahrwerk: Von Komfort bis Sport
Dem breiten Leistungsspektrum der Motoren entsprechend haben die Techniker auch viel Aufwand bei der Fahrwerkstechnik betrieben. Eine Vorderachse mit fünf Lenkern ist allen Versionen gemein, ebenso die neue elektromechanische Lenkung und das Audi Drive Select, das in unterschiedlichen Stufen Einfluss auf Gaspedal-Kennlinie, Schaltpunkte der Automatik und Servounterstützung Einfluss nehmen kann. Für die aufgeladenen Motoren gibt es zusätzlich das „Efficiency“-Programm, das eine verbrauchsschonende Fahrweise unterstützt. Optional gibt es auch im neuen A6 Avant die adaptive Luftfederung. Die beiden Topmotorisierungen sind außerdem mit dem Sportdifferenzial ausrüstbar. Dabei können die Antriebskräfte variabel zwischen den beiden Hinterrädern verteilt werden – ein zusätzlicher Traktionsgewinn.

Ab 45.370 Euro ist man im Spiel
Wer durch die Optionenliste wütet, kann den Preis des Audi A6 Avant gut und gerne verdoppeln und die 100.000-Euro-Marke deutlich sprengen, wird dann aber wohl in seinem Führungskräfte-Zirkel in Argumentationsnotstand kommen. Verträglicher hört es sich dann schon an, wenn man auf die Basis-Listenpreise eingeht. Den Anfang macht der 177-PS-TDI mit 45.370 Euro. In den V6-Gefilden markiert der 2.8-Liter-Benziner mit 49.370 Euro den Einstieg. Deutlich mehr Zuspruch wird allerdings der 204-PS-TDI ab 49.900 Euro haben. Mit gut 40 Prozent wird nach Audi-Erwartungen allerdings der 3.0 TDI mit 245 PS das Volumensmodell. Er ist ab 59.520 Euro erhältlich und wird vorerst nur von 300-PS-Benziner übertroffen, den es ab 62.970 Euro gibt. Die Preise für den A6 Avant mit 313-PS-TDI-Motor sind noch nicht bekannt.
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