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Weiß wie die Unschuld und Rot wie das Feuer - der Abarth Grande Punto Esseesse mit 180 PS.
 
  • Bild: Peter Schönlaub
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Abarth Grande Punto Esseesse: Forza Funkenflug!

Wie man ein radikales Auto noch radikaler macht – das 5600 Euro teure Esseesse-Kit macht es möglich. Wir haben das italienische Heizgerät auf Herz und Hirn getestet.

09.11.2009 | 00:00 | (autonet)

Schon der Name Abarth verspricht Schärfe und Sportlichkeit. Aber es geht noch ärger: Mit dem Einbau des Esseesse-Kits wird aus einem radikalen Auto ein noch radikaleres. 5600 Euro kostet dieses werkseitige Tuning für den Abarth Grande Punto inklusive Einbau. Um diesen Betrag bekommt man exakt 151 neue Teile. Besonders aufwändig ist die Leistungssteigerung des Motors. Ein Garrett-Turbolader übernimmt die Hauptrolle, dazu gibts neue Einspritzdüsen, einen Sportluftfilter, eine veränderte Software und einen Endschalldämpfer, der die italienischen Arien der Geschwindigkeit mit voller Stimme singt. In punkto Fahrwerk bekommt man eine weitere Tieferlegung der Karosserie, gelochte Bremsscheiben, High-Performance-Bremsbeläge sowie stattliche 18-Zoll-Felgen in Weiß oder Titanfarbe.

Noch mehr Power
Das aufwändige Motortuning macht sich bezahlt: Der kleine 1,4 T-Jet leistet damit 180 statt bislang 155 PS. Genauso markant steigt das Drehmoment, von 230 auf 270 Newtonmeter. Dieser Aufschwung macht noch beherztere Fahrwerte möglich: Mit 215 Stundenkilometer Spitze und einer Beschleunigung von Null auf 100 km/h in nur 7,2 Sekunden zählt der Abarth Grande Punto Esseesse zu den schnellsten Kleinen am Markt. Umso erfeulicher, dass sich die Verbrauchswerte in Grenzen halten: 6,9 Liter gibt das Werk für den kombinierten Verbrauch an, bei unseren Testfahrten waren es etwas mehr als acht Liter.

Italienischer Lifestyle
Einen großen Anteil am Reiz des kleinen Heizgeräts hat aber auch das Erscheinungsbild. Der Abarth Grande Punto spielt mit unseren sportlichen Instinkten und findet bei der Gratwanderung zwischen Schlichtheit und Übertreibung genau den richtigen Weg: Dunkel getönte Scheinwerfer-Abdeckungen, verbreiterte Radhäuser, Felgen im Rallye-Look, Doppelrohrauspuff, schwarze Fenster im Fond und – aufpreispflichtige – Dekorstreifen schüren die Flamme unserer Begeisterung. Auch innen spielt der Abarth gekonnt auf der Klaviatur des motorsportlichen Designs. Besondere Highlights sind die mit Alcantara bezogenen Sportsitze und die große, in Wagenfarbe lackierte Zierblende auf der Instrumententafel – samt Abarth-Skorpion.

Was der Abarth Grande Punto Esseesse außer Sportlichkeit noch zu bieten hat und warum wir uns drei Hände wünschen, erfahren Sie auf Seite 2.
Saubere Ausstattung, volles Sicherheitspaket
Nicht nur kleines Sportcar, sondern auch ein Premiumprodukt aus dem Fiat-Konzern: Die Ausstattung des Abarth Grande Punto macht fast wunschlos glücklich. Da gibt es bereits die Klimaanlage mit Pollenfilter, ein Soundsystem mit Subwoofer und USB-Anschluss, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, einen Tripcomputer und das wunderschöne Dreispeichen-Lederlenkrad. Als sinnvolle Optionen kann man einen Regensensor (156 Euro), einen Tempomat (259 Euro) oder den schon erwähnten Zierstreifen an der Karosserie wählen. Letzterer kommt in Kombination mit roten Außenspiegeln (240 Euro). Sicherheitsseitig ist man bereits komplett: Sechs Airbags, ESP, ABS und viele weitere aufmerksame Assistenten sind schon an Bord.

Verschärfte Gangart
Man kann es sich vorstellen: Das Fahren mit dem Abarth Grande Punto Esseesse macht Laune. Der Motor spricht sauber an und dreht mit Sturm und Drang bis zur Drehzahlgrenze. Im oberen Bereich wird’s allerdings recht laut, um nicht zu sagen: ohrenbetäubend. Und auf scharf gefahrenen kurvigen Strecken stößt die Traktion an ihre Grenzen: Dann zerrt und zieht es in der Lenkung, dass man beide Hände zum Lenken braucht – und eine dritte zum Schalten. Auf der Autobahn, bei konstant schnellem Tempo, ist der Grande Punto aber deutlich angenehmer als sein kleiner Bruder, der 500 Abarth. Das liegt nicht nur an der besseren Dämmung, sondern auch am Sechsganggetriebe, das die Drehzahl senkt und damit Lärm und Verbrauch verringert. Auch das Fahrwerk ist nicht ganz so extrem wie im ultrakurzen 500 – bei spürbarer Härte wird die Leidensfähigkeit auf keine allzu strenge Probe gestellt. Wer das Fahrgefühl noch weiter zuspitzen will, kann freilich die „Power Boost“-Taste drücken. Im Gegensatz zum normalen Abarth Grande Punto gibt’s damit aber nicht noch mehr Leistung, sondern eine direktere Lenkung und ein spontaner ansprechendes Gaspedal.

Das Resümee
Auch als zugespitzter Sportler ist der Abarth Grande Punto Esseesse uneingeschränkt alltagstauglich. Mit anständigem Kofferraum, akzeptablen Verbrauchswerten und einem kleinen Rest an Komfort kommt man gut durchs Leben. Dass man dabei auch schnell ist, dafür garantieren der hochgepushte Motor und das straffe Fahrwerk. Mindestens ebenso wichtig wie die Technik ist hier aber das Design: Die Ästhetik reicht bis ins Detail und sorgt dafür, dass man sich immer wieder neu verliebt. Das Fahren mag eine schnelle Nummer sein – aber die Beziehung kommt von Herzen.

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