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Maserati: Jetzt auch mit Allrad!

Quattro auf Italienisch: Jetzt zeigt auch Maserati dem Winter die kalte Schulter.

11.03.2014 | 11:50 | (autonet)

Winter? Welcher Winter? Das haben sie sich bei Maserati sicher auch ein bisschen anders vorgestellt: Da brechen sie schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres mit allen Konventionen und bringen nach dem ersten Diesel-Motor in der Firmengeschichte auch noch einen Allradantrieb - und dann macht Frau Holle einfach Sommerferien mitten im Winter. Kein Eis, kein Schnee - und deshalb keine Kunden? Von wegen, sagt Firmenchef Harald Wester und fühlt sich von den aktuellen Bestelleingängen bestätigt: Beim Ghibli im Schnitt jeder zweite Kunde und beim Quattroporte nicht viel weniger machen ihr Kreuzchen beim Kürzel Q4 und können sich auf eine Extraportion Traktion freuen, die einem auch dann zu Gute kommt, wenn der Winter einmal Pause macht.

Allradantrieb mit Österreich-Anteil

Möglich macht das eine von Magna entwickelte Lamellenkupplung, die direkt am Getriebe angeflanscht ist und in wenigen Millisekunden bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die Vorderachse umleitet. Im so genannten ICE-Modus noch mit gebremstem Schaum und großer Vorsicht unterwegs, werden Ghibli und Quattroporte damit in der Sport-Stellung zu Slalom-Künstlern, die behände durch die Serpentinen wedeln. Als wären ein paar der überflüssigen Zentner von den üppigen Limousinen abgefallen, packen die Italiener jetzt kräftiger zu und treten stärker, wenn der Kurvenausgang in Sicht ist. Während im Allrad-Display die Prozentwerte Ping-Pong spielen und die Kraftverteilung ständig angepasst wird, wächst mit jeder Kurve das Vertrauen, das Tempo wird höher und die Radien werden immer enger. Und auch beim Zwischenspurt auf der langen Geraden tritt man ein bisschen beherzter aufs Pedal, wenn man weiß, dass im Nu alle vier Räder zupacken und die Kraft nicht nur mit den Reifen der Hinterräder verraucht.

Nur 60 Kilo schwerer

Diesen Gewinn an Spaß und Sicherheit gibt es ohne lästige Risiken und Nebenwirkungen. Denn den eleganten Heckschwung an der Kurveneinfahrt beherrschen die Gigolos aus Modena auch weiterhin und wer im Sportmodus unterwegs ist, der wundert sich bisweilen über das Maß an Querbeschleunigung, das die Elektronik zulässt, bevor sich die Lamellen der Allrad-Kupplung schließen. Das Mehrgewicht von 60 Kilo geht beim stattlichen Format der beiden Luxusliner ohnehin unter, der Verbrauchszuschlag von 0,2 Litern beim großen und 0,1 Liter beim kleinen Viertürer wird einem Maserati-Fahrer so gleichgültig sein wie die Kalorien im Tiramisu am Ende eines toskanischen Gourmet-Gelages. Einzig die 0,2 zusätzlichen Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 und vielleicht die zwei km/h weniger Topspeed könnten den geneigten Sportlimousinen-Fahrer vielleicht stören. Aber andererseits: Wer spielt heute schon noch Autoquartett?

Derzeit nur mit dem V6-Benziner

Bislang gibt es den Allradantrieb nur in Kombination mit dem 410 PS starken V6-Motor. Doch dabei wird es nicht lange bleiben, stellen die Italiener in Aussicht. Denn zumindest für Europa brauchen sie auch die Paarung mit dem V6-Diesel, wenn sie den Ghibli gegen Audi A6 und BMW Fünfer positionieren wollen. Schließlich fahren die Business-Limousinen aus Bayern bei uns fast immer auf allen Vieren. Und entwickeln muss Maserati dieses Doppel ohnehin. Denn der Q4-Einsatz in Ghibli und Quattroporte ist nur das Warm-Up für den Geländewagen Levante, der im Herbst nächsten Jahres startet - und hierzulande ohne Allrad-Diesel erst recht keine Chance hat.

 

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