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Renault Zoe: Modern Times

Die nächsten zehn Monate stehen wir unter Strom. Und testen den Renault Zoe auf seine Alltags-Skills, nicht ohne seinen Lifestyle-Appeal zu bewerten.

28.02.2014 | 17:35 | (autonet)

Am sonnigen, letzten Februarnachmittag bekam ich also nun von Renault unseren neuen, lautlosen Begleiter für die nächsten zehn Monate überreicht. Es ist dies bei weitem nicht der erste Dauertester, den wir ausfassen. Aber merkbar ist: es fehlt einem ein wenig an Routine, wenn man so ein, hm, unkonventionelles Fahrzeug entgegennimmt. In Betrieb nimmt. Und sich mit ihm für eine doch längere Zeitspanne beginnt anzufreunden.

Kabellos

Zunächst fehlt gleich was. Ein Kabel nämlich, welches unseren Zoe mit einer handelsüblichen Schwachstrom-Steckdose connecten könnte. Nur das Starkstrom-Kabel, das sich zwar mühelos mit knapp 200 Typ2-Ladegelegenheiten über Österreich verteilt, oder aber der eigens zu erwerbenden Schnellladevorrichtung für daheim verbinden würde, bekommen wir vorerst. Das macht die im Display aufscheinenden 130 Kilometer Restweite zur wertvollen Pretiose. Die zu streicheln beim Betrieb eines E-Autos sowieso das höchste und wichtigste Gut sein muss.

Ausrede

So wird man künftig den einen oder anderen Auswärtstermin einschieben, nicht nur, um kurz mal aus der Redaktion abzuhauen, sondern auch um den Zoe aufzuladen. Hoffentlich ist entlang der Listenstationen auch einiges an gut sortierten Kaffeehäusern.

Erste Ausfahrt

Wie immer beim Elektrisch-Fahren ertappt man sich schnell dabei, vorm Gasgeben Angst zu haben. Man will seine Sohle regelrecht dafür bestrafen, das Pedal überhaupt nur anzutippen und sieht sich im geistigen Auge bereits stromlos ausrollen, wenn man einmal etwas engagierter zur grünblinkenden Ampel hinstartet. Sofort entspinnt sich im Hirn ein Wettkampf, ein Matcherl mit der Reichweitenanzeige. Ertappt man sich dabei, ein Wohlgefühl zu erfühlen, wenn man zur Kreuzung forsch hinrollt und dabei gefühlte Tonnen an Strom in die Batterie rekuperiert. Das obergeilste ist es dann, wenn man den bereits um ein, zwei Kilometer abgesunkenen Reichweiten-Wert (der freilich, wie immer bei Bordcomputern, nichts wie eine Annahme ist ...) nach ein paar effizient durchrollten Kreuzungen wieder auf den Ausgangspunkt zurücksetzt, quasi also Strom erzeugt hat. Und dass man Kurven mit einem wie dem Zoe freilich nicht mehr auch nur ansatzweise anbremst, sondern immer und überall mit geringstmöglicher Rücksicht auf Verluste den Schwung mitnimmt, versteht sich von selbst.

Guter Eindruck.

Die Strecke vom Importeur zurück in den Verlag ist im Falle von Renault keine lange. Laaer Berg - Geiselberg, das sind rund drei Kilometer. Für die ich, laut Anzeige, doch 5 Kilometer Reichweite aufbrauchte. Gut, ich legte einen Zwischenstopp beim nächstgelegenen Supermarkt ein und die ersten, schnellen Fotos ...

... wollten ja auch noch gemacht werden. Feststeht: Zoe-Fahren macht Spaß. Die Armaturenlandschaft fühlt sich gut an, sieht ebenso aus und signalisiert aus jeder Faser, aus jeder Anzeige: Umdenken ist gefragt. Dabei wurde keineswegs mit peinlichen Futurismen gearbeitet, im Gegenteil. Der Zoe sagt dir: alles ist gut. Fahr Auto, so wie immer. Aber denk an die Effizienz. Damit Du so weit wie möglich kommst.

Wir freuen uns auf spannende zehn Monate unter Strom ...

Renault ZoeLeistung: 43 kW (59 PS), kurzfristige Spitzenleistung: 65 kW (88 PS) von 3.000 bis 11.300 U/min; Drehmoment: 220 Nm von 250 bis 2.500 U/min; Batterie-Kapazität: 22 kW/h; Beschleunigung (0-100 km/H): 13,5 s; Topspeed: 135 km/h; Reichweite: 210 km; Ladezeit: bei Schnelladung mit 43 kW sind 80 Prozent in 30 min aufgeladen; Basispreis-Testmodell: 21.180 Euro exkl Batterie; Batteriemiete (je nach Vetragsmodell) von 79 bis 142 Euro monatl.

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