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Amphibienmonster aus Russland

Ein russischer Tüftler baut den rabiatesten Allrounder der Welt. Geröll, Matsch oder Flussbecken, der Sherp ATV bezwingt jedes Terrain – mit zarten 44 PS.

17.02.2016 | 11:54 | (autonet)

Karg, kalt, dreckig – zugleich stark und mächtig. All die Attribute, welche die Vielfalt des russischen Landschaftsbilds beschreiben, vereint der Sherp ATV in seinem Design. Riesige Niederdruckreifen, welche die spärlichst kompakte Karosse aus wasserdicht verschweißtem Blech umhüllen, lassen den Sherp zum härtesten Fahrzeug der Welt werden. Ob eingebrochene Eis-See im tiefsten Sibirien oder felsige Tundra-Steigung, dem Sherp ATV ist so ziemlich jedes Landschaftsbild recht. Um dem Mix aus Offroader und Amphibienfahrzeug den passenden Antrieb zu verpassen, hat sich der Erfinder des Ungeheuers, Alexei Garagashyan aus Sankt Petersburg, von russischen Militärpanzern inspirieren lassen.

Minimal ist Maximal

Eigens entwickelte Achsen und ein spezielles Antriebssystem sorgen dafür, dass der Kampfkäfer auf Differentiale verzichten kann, sodass die Riesenräder mit Zahnrädern und Ketten angetrieben werden. Eine Lenkung im klassischen Sinn gibt es auch nicht, die Reifen schlagen in der Kurve nicht etwa wie üblich ein, sondern eine Seite wird, wie eben bei Panzern, einfach abgebremst. Der japanische Kubota-Diesel bringt aus den 1,5 Litern Hubraum zwar nur 44 Pferdestärken hervor, jedoch geht es dem Boliden nicht etwa um Speed, sondern darum, jeder noch so kargen Wetterbedingung zu trotzen und solide Bodenhaftung zu versprechen. Die simple Konstruktion und das eigentlich nicht vorhandene Interieur, bestehend aus einer Sitzbank, die sich zu einer Liegefläche ausklappen lässt, sorgen dafür, dass sich das Gewicht des russischen Berserkers auf ein Minimum reduziert. Das beschriebene Design und die Fähigkeiten lassen erahnen, dem Sherp ist zwar jeder Unterboden recht, kann sich das Gefährt jedoch seine Spielwiese aussuchen, tobt der Bolide dann doch lieber im Schlamm, als sich auf Asphalt an Vorschriften zu halten. Dort fühlt er sich aufgrund seiner maximalen Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h nämlich so wohl, wie ein Golf in metertiefem Sumpf. Den kampfbereiten Spaß kann man sich um rund 70.000 US Dollar bereits in die heimischen Wälder, Seen und Berge holen. 

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