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Qoros 3: Der Chinese mit europäischen Vätern

Ein neuer Player betritt den Automobilmarkt. Und er kommt aus China. Hat Qoros wirklich Chancen, die europäische Mittelklasse aufzumischen?

09.03.2014 | 19:47 | (autonet)

Die zur Schau gestellten Automobile gefallen auf dem Stand in Genf. Kein schlechter erster Eindruck, kein subjektiv-negatives "Eh klar!" stellt sich ein, wenn man vor dem Qoros 3 steht. Dieses Auto hat Chancen in Europa. Ebenso wie sich ein Seat hier gut verkauft. Oder ein Kia. Oder ein Dacia. Und auch die Crashtest-Werte passen. Was spricht also gegen einen Qoros?

Newcomer

Nichts. Rein gar nichts. Ausser vielleicht eine natürlich angeborene Argwohn des Europäers gegenüber neuer Marktbetreter aus Fernost. Sowas erlebten wir zuletzt anfang der Neunziger-Jahre, als die Koreaner kamen. Wirft man einen Blick ins aktuelle Straßenbild, scheint es, als hätten wir diese erfolgreich überwunden - zugunsten von Hyundai, Kia und Co.

Europäisches Entwicklerteam

Zumal die Menschen hinter Qoros sowieso alle aus Europa stammen. Man könnte böse sagen, die "Alte Garde" der heimischen Fahrzeugentwickler wurde hier knapp vor der Pension noch schnell nach Fernost abgeworben. Aber das Team rund um Obermacher Klaus Schmidt (Ex-BMW) wirkt keineswegs altersmüde. Im Gegenteil: die Herren Friedrich Major (Produktion, Ex-VW und -Opel), Martin Meßler (Technik, Ex-Ford) oder Volker Steinwascher (Design, Ex-VW) sprühen nur so vor Motivation. Deren größte Antriebsfeder es scheinbar war, ein völlig neues Auto vom weißen Blatt Papier weg entwickeln zu können. Im Euro-Style. Mit allen Ingredienzen, die dort eben wichtig sind (und den Chinesen im eigenen Land ja auch gut gefallen). Man hat also klar erkannt, dass Billy Joel recht hat, wenn er singt: "When in Rome, do like the Romans do".

Kompakter Hatchback

Im Vorjahr, beim ersten Auftritt der Marke, stand der Qoros 3 Sedan in Genf, heuer trat man bereits mit dem Hatchback auf und sogar schon ein Kombi-Modell wurde gezeigt. Die Anmutung bewegt sich subjektiv betrachtet irgendwo zwischen Seat, Skoda und Kia, Eigenständigkeit ist den Modellen aber durchaus zu attestieren: man wird einen Qoros erkennen. Vor allem der Hatch wird für Europa in Stellung gebracht. Mit zwei, bei AVL in Graz entwickelten, 1,6 Liter Benzinern (126 und 156 PS) kommt er allerdings zunächst schmal motorisiert in die Läden (zuerst in die Chinesischen, Europa ist für 2015 geplant).

Sedan schon in der Slowakei

Einen ersten Euro-Testballon startete das Unternehmen (dahinter steht der junge, chinesische Autobauer Chery sowie die Industrieholding Israel Corporation) übrigens in der Slowakei, wo ein Händler in Bratislava den Qoros 3 Sedan seit neuestem bereits ausliefert. Um unter 20.000 Euro und in einer abgespeckten Variante als jene, mit der man Deutschland, Österreich und den Rest erobern möchte.

"Sing a Song"

Den Namen spricht man übrigens höchst einfach "khoros" aus, wie man's schreibt sozusagen. Dies verriet uns Shanice Wang, charmante Marketing-Frau bei Qoros, in Genf. Und weil chinesische Namen zumeist  etwas bedeuten (im Gegensatz zu amerikanischen, wie wir seit Pulp Fiction wissen), haben wir Shanice auch gleich gefragt, was Qoros bedeutet. Die Antwort war kurz wie verwunderlich: "Menschen kommen zusammen und singen ein Lied".

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