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  • Bild: (c) VOLKSWAGEN (www.martinmeiners.de)
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Linsbichler fährt Volkswagen Passat: Version 8.0

Die Costa Smeralda im Nord-Osten Sardiniens ist nicht nur ein beliebtes Reiseziel der Schönen und Reichen, sondern auch der perfekte Ort, um den neuen VW Passat ausführlich Probe zu fahren. Denn irgendwie passt der neue, intern B8 genannte Passat, in dieses Umfeld.

15.10.2014 | 00:29 | (wiener)

28 Grad, Sonnenschein; und perfekter Asphalt, der befahren werden will. Da die Hauptsaison mittlerweile auch schon der Vergangenheit angehört, finden wir hier einsame Straßen. Zugegeben, ganz alleine ist man nicht. Hie und da trifft man auf einen einheimischen Sarden, der es sich anscheinend zum Hobby gemacht hat, in besonders engen Kurven zu spektakulären Überholmanövern anzusetzen und auf Zentimeter aufzufahren, sollte man nicht seinem Tempo entsprechend unterwegs sein. Spannend irgendwie. Überhaupt, wenn man ihm dann zeigt, wozu 240 Diesel-PS im Stande sind. Aber das wollen wir doch gar nicht. Wir wollen den neuen, komplett überarbeiten Passat und seine eigentliche Stärke testen: Die Alltagstauglichkeit.

Wenn Menschen Volkswagen hören, ist es meistens der Golf, den sie mit dem deutschen Hersteller verbinden. Aber eigentlich ist es der Passat, der mittlerweile seit 1973 für gute Umsatzzahlen in Wolfsburg sorgt und mit knapp 22 Millionen Produzierten Einheiten (inklusive Derivaten), die Spitze im Konzern bildet. In der nun achten Generation zeigt sich der Passat, der sowohl als Limousine, wie auch als Variant erhältlich ist, in einer komplett überarbeiteten Version und versucht, im Gefilde der Premiumkarossen nach neuer Kundschaft zu fischen. Man verpasste dem König der Firmenwagen kein Facelift, sondern überarbeitete das gesamte Auto, innen wie außen.

Neudefinition der Business-Class

Er ist flacher und breiter als sein Vorgänger. Der Radstand ist um 8 Zentimeter gewachsen und bei fast gleicher Gesamtlänge wurden die Überhänge verkürzt. Mittlerweile ein weitverbreitetes und beliebtes Mittel, um das Auto sportlich und solide auf der Straße stehen zu lassen. Und das macht er ganz gut, der Neue. Obwohl er gegenüber seinem Vorgänger um bis zu 85 Kilogramm leichter geworden ist, wirkt er massiver, liegt nun noch besser auf der Straße.

Weniger ist mehr

Das Cockpit des Passats wirkt nüchtern, aber stilsicher. Leicht findet sich der Fahrer zurecht und wird nicht durch Designspielerein zur Verzweiflung gebracht. Via Touchdisplay lassen sich alle wichtigen Instrumente und Einstellungen steuern und mittels Mirrorlink können verschiedene Apps des Smartphone in das Infotainment-System eingebunden werden. Besonders gefallen hat uns das Active Info Display, das mit seinen 12,3 Zoll und einer Auflösung von 1.440x540, die analogen Instrumente – natürlich gegen Aufpreis – ersetz. Neben Tacho und Drehzahlmesser können hier auch Navigations- und Assistenzfunktionen integriert werden.

Zuwachs erhielt auch der Kofferraum. Die Limousine bietet jetzt 568 bis maximal 1152 Liter (plus 21 Liter), der Variant 650 bis maximal 1780 Liter (plus 47 Liter) an Laderaum. Hier konnte der Bestwert des Vorgängers noch mal übertroffen werden und gilt nun als Referenz in diesem Segment.

Highline, wem Highline gebührt

Der neue Passat wird, wie auch sein Vorgänger, in den drei Ausstattungsversionen Trendline, Comfortline und Highline zur Auswahl stehen. Für den sportlichen Look sorgen die drei R-Line-Pakete („Intereur“, „Exterieur“ und „Sport“). Abgerundet wird das Angebot des neuen Passat durch neuartige Assistenzsysteme, die den Fahrer unterstützen und für Sicherheit sorgen.

Der Front Assist mit City-Notbremsfunktion inklusive Fußgängererkennung, der Emergency Assist mit automatischer Notbremsung, sollte der Fahrer nicht reagieren und ein neuer Stauassistent, der Spur und Geschwindigkeit bis zum Stillstand des Fahrzeugs regelt, sind nur ein Teil der umfangreichen Assistenz-Systeme.

Beim Ausparken beobachtet außerdem ein Assistent den Querverkehr und bremst, sollte der Fahrer etwas übersehen. Ein Trailer Assist sorgt für reibungsloses Einparken mit dem Anhänger und Area View zeigt das Auto aus der Vogelperspektive, so dass man beim Rangieren immer den Überblick behält.

Starker Antritt

Fahrer, die gerne schneller unterwegs sind und auch mal einen Sprint von 0 auf 100 in Bestzeit hinlegen wollen, finden in dem 2.0 TDi BiTurbo mit seinen 176 kW/240 PS einen Freund, der sie nicht enttäuschen wird. Ein serienmäßiger Allradantrieb in Verbindung mit dem 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe sorgt dafür, dass die 240 PS des neuen BiTurbo-Aggregats, mit einem maximalen Drehmoment von 500 Nm, gut kontrolliert werden. Massentauglicher ist da schon der frontgetriebene 110kW/150PS-Diesel, den wir als 6-Gang-Handschalter bewegen durften. Sicher meisterte er die engen Kurven der Insel und bot auch auf langen Geraden ein ruhiges, aber kraftvolles Auftreten.

Zu Marktstart kann der Kunde zwischen einem Benziner (TSI mit 125 PS) und drei Diesel-Versionen (1.6 TDI mit 120 PS, 2.0 TDI mit 150 PS und 2.0 TDI BiTurbo mit 240 PS) wählen. Weitere Motorisierungen werden schon ab Ende 2014 folgen. Neben klassischen TSI- und TDI-Modellen (150-280 PS), wird auch erstmals ein Plug-In-Hybridantrieb vorgestellt (GTE), der es auf eine Systemleistung von 160 kW/218 PS (115 kW-TSI plus 85 kW-E-Maschine) bringt und es erlaubt, den Wagen bis zu 50 Kilometer als Zero-Emission-Vehicle rein elektronisch zu bewegen.

Bestellungen für den neuen Passat können bereits abgegeben werden; die ersten Modelle können dann noch im November entgegengenommen werden. Preislich startet der neue Passat bei 29.240 Euro für die Limousine und 30.910 Euro für den Kombi.

 

 

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