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Äußerlich ist der neue Swift vom Auslaufmodell kaum zu unterscheiden. Die Neuerungen spielen sich vorrangig unter dem Blechkleid ab. Als da wären: ein neuer, effizienterer Benziner und ein komplett neugestaltetes Cockpit.
 
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Suzuki Swift: Schon gefahren

Der originelle Kleinjapaner wurde komplett überarbeitet, hat einen neuen, effizienteren Benziner und ein deutlich hochwertigeres Interieur verpasst bekommen. autonet.at ist den neuen Swift bereits testgefahren.

31.08.2010 | 00:00 | (autonet)

Kennen Sie dieses Rätselspiel: Auf zwei nur scheinbar identen Bildern müssen die marginalen Unterschiede gefunden werden. Dem nicht unähnlich ist das, was derzeit in der Autobranche passiert. Da wird ein Modellfacelift vorgestellt und die Unterschiede zum Vorgänger sind nur mit der Lupe, wenn nicht gar mit dem Mikroskop zu eruieren. Beispiele dafür sind etwa der jüngst vorgestellte Smart und der Mini. Auch vor dem gerade in München präsentierten neuen Suzuki Swift steht geneigter Betrachter vorerst etwas ratlos, gilt es die optischen Diversifikationen auszumachen. Zum Glück gibt es da die Marketingabteilung des japanischen Herstellers, die uns wie folgt über das neue am Swift-Exterieur aufklärt: „Das Styling greift den dynamischen, europäisch inspirierten Ansatz des Vorgängers auf, interpretiert ihn aber auf sehr Emotionale Weise.“ Aha, na dann!

Zeitloses Design
Im Klartext: Viel Neues gibt´s nicht bei der Außenhautgestaltung des kleinen Japaners. Hierzu muss aber auch gesagt werden: Macht nix! Mit seinen runden, bulligen Formen gehört der Swift seit seiner Markteinführung 2005 und erst recht seit dem ersten Facelift 2008 eindeutig zu den originelleren Vertretern seines Segments - ohne dabei, wie einige Mitbewerber, visuell verhaltensauffällig zu sein. Eine gewisse Zeitlosigkeit im Design ist diesem Stadtvehikel also nicht abzusprechen. Gedeixelt wurde bei der 2010er-Ausgabe lediglich etwas an den Abmessungen: Der neue Swift ist 9 Zentimeter länger und 5 Millimeter breiter als der Vorgänger. Ein Umstand, der, wenn man es weiß, dann doch einen etwas standfesteren Eindruck hinterlässt.

Neues Interieur
Als das was er sein will, nämlich ein komplett neues Auto, präsentiert sich der Swift von Innen betrachtet. Beim Interieur bleib kein Stein auf dem Anderen. Das Cockpitdesign ist nun auf der Höhe der Zeit. Die Armaturen sind klar gezeichnet, die Klimaanlage und das Infotainment-System sind optisch anspruchsvoll in die Mittelkonsole integriert, statt eines Drehschalters an der Lenksäule gibt es nun einen Startknopf. Die dominierende Farbe ist Schwarz, aufgepeppt von Zierteilen in Aluoptik. An der Verarbeitung gibt es nichts zu mäkeln. Daran ändert auch die durchgehende Verwendung von Hartplastik nichts.

Effizienterer Benziner
Eine gravierende Neuerung gibt es auch einen Halbstock tiefer, nämlich im Motorraum. Dort verrichtet statt des 1,3-l-Benziners nun ein 1,2er seine saugende Arbeit. Die Leistungsdaten sind mit 94 PS, einer Beschleunigung von 0 auf 100 in 12,3 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h annähernd gleich geblieben. Punkto Effizienz aber ist der neue kein Vergleich: dank der variablen Ventilsteuerung konnte der Verbrauch von 5,8 auf 5,0 Liter und die CO2-Emission von 140 auf 116 Gramm reduziert werden. Mit der neuen, aber leider nur optional erhältlichen Start-Stop-Automatik sinkt der Verbrauch noch einmal um 0,1 Liter und der Kohlendioxidausstoß um 3 Gramm.

Lesen Sie auf der nächsten Seite wie sich der neue Suzuki Swift fährt. Laufruhig und leise
Wer darauf abzielt, behände im Verkehrsfluss mitzuschwimmen, wird seine Freude am neuen Otto finden. Treibt man die Drehzahlen in die 4.000er-Region entwickelt der Benziner fast so etwas wie Temperament, allerdings auch ein gesteigertes Trinkverhalten. Nicht verhehlen kann der Sauger eine leichte Schwäche im unteren Tourenbereich. Auf der sinnlichen Ebene macht sich der neue Otto durch eine verbesserte Laufkultur bemerkbar. Auch das Geräuschniveau wurde verbessert. Selbst bei Autobahngeschwindigkeit arbeitet sich das Aggregat akustisch nicht in den Vordergrund. Mit einem sechsten Gang könnte der Pegel noch mal um das eine oder andere Dezibel abgesenkt werden.

Optimierter Diesel
Nicht ganz unangetastet blieb auch der 1,3-l-Diesel. Der 75-PS starke Selbstzünder schluckt nun 4,2 statt wie bisher 4,5 Liter. Der CO2-Wert wurden von 120 auf 109 Gramm runternivelliert. Der im Vergleich zum Benziner etwas spritzigere Charakter des Commonrailers ist vor allem dem bereits ab 1.750 Touren einsetzenden, doch deutlich höheren Drehmoment von 190 Newtonmeter zuzuschreiben. Akustisch hat allerdings klar der Benziner die Nase vorn.

Straffer und direkter
Leichte, aber dennoch durchaus effektvolle Modifikationen wurden auch dem Fahrwerk zuteil, das nun etwas straffer ausgelegt ist. Der um 5 Zentimeter längerer Radstand kommt neben dem Platzverhältnis im Fond auch der Fahrstabilität zugute. Die Lenkung des neuen Swift wurde etwas direkter abgestimmt.

Bessere Ausstattung
Der Marktstart des neuen Swift erfolgt Ende September, allerdings vorerst nur als Fronttriebler. Die besonders in Österreich gefragte Allradversion wird gegen Ende des Jahres nachgereicht. Die „Sport“-Version ist für Ende 2011 avisiert. Nachgebessert wurde bei der Ausstattung des Swift, der bereits in der Einstiegsversion über sieben Airbags und ESP verfügt. Die Preise stehen noch nicht fest, dürften sich aber von jenen des Auslaufmodels nicht großartig unterscheiden: ab 11.390 Euro.

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