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No more Legacy: Subaru Levorg

Subaru räumt mit dem Levorg das Modellportfolio auf und schickt den Legacy in Rente. Die neue Parole lautet "Sport statt Schlamm".

24.09.2015 | 17:46 | (autonet)

Der Legacy ist tot, es lebe der Levorg. Denn auch wenn es keinen Modellnamen gibt,  den man so sehr mit Subaru verbindet, wie den der immerhin fünf Generationen lang verkauften Mittelklasse-Baureihe, sortieren die Japaner jetzt ihr Programm um versuchen ihr Glück ab 26. September mit dem Levorg. Etwas kleiner und zierlicher als der letzte Legacy und innen trotzdem geräumiger, soll der Kombi die Lücke zwischen Impreza und Outback schließen und dafür die Straße zurück erobern. Denn während der Outback den aufgebockten Allradkombi für Schlamm und Schotter gibt, duckt sich der Levorg etwas tiefer auf den Asphalt und bläst stattdessen lieber die Backen auf. Nicht umsonst nennen die Japaner das neue Modell etwas großspurig Sportstourer und haben ihm eine markante Hutze in die Haube geschnitten.

Dummerweise haben Designer und Verkäufer vergessen, den Ingenieuren von ihrer neuen Positionierung zu berichten. So haben die Techniker zwar eigens für den Levorg einen neuen Motor entwickelt, der natürlich wieder dem Boxer-Prinzip folgt. Aber der ist eher zum Sparen als zum Sporteln da. Jetzt sind 170 PS und 250 Nm aus einem aufgeladenen Vierzylinder mit 1,6 Litern Hubraum zwar nicht schlecht. Der wie immer bei Subaru serienmäßige Allrad-Antrieb bringt die Kraft sauber auf die Straße und nimmt der schlechten Jahreszeit ihre Schrecken. Und die stufenlose Automatik macht in dem Auto zum ersten Mal einen überraschend guten Job. Aber von 0 auf 100 in maximal 8,9 Sekunden und bei Vollgas 210 km/h – wer einen Sportkombi bauen und Autos wie den Dreier Touring oder das C-Klasse T-Modell herausfordern will, der muss schon ein bisschen mehr aufbieten. Mehr als mit seiner Kraft überzeugt der neue Boxer bei einem Normverbrauch von 6,9 Litern deshalb mit seiner Kultur: Flüsterleise und wunderbar vibrationsarm taugt der Levorg zum Dauerläufer auf der Autobahn und macht die Frage nach einem Diesel fast überflüssig. Und nach allen anderen Motoren auch. Das haben die Japaner offenbar kommen sehen – und deshalb erst gar keine anderen Triebwerke ins Programm genommen.

Zum ordentlichen Maß an Fahrkultur bietet der Levorg auch einen soliden Alltagsnutzen: Das Platzangebot ist bei 4,69 Metern Länge und 2,65 Metern Radstand ganz ordentlich, im Fond sitzt es sich ungewöhnlich bequem und der Kofferraum schluckt 522 und lässt sich auf 1 446 Liter erweitern. Dazu gibt es einen schmuck integrierten Touchscreen für die Navigation, einen kunterbunten zweiten Bildschirm für den Bordcomputer und allerlei Allrad-Grafiken und sehr modern wirkende Instrumente. Das ist umso erstaunlicher, weil der Rest des Cockpits einen eher altbackenen Eindruck macht und auch auf der Ausstattungsliste ein paar Positionen fehlen, die mittlerweile in dieser Klasse zumindest gegen Aufpreis Standard sind: Zwar gibt es LED-Scheinwerfer und eine Spurführungshilfe. Aber eine Abstandsregelung, eine automatische Notbremse oder eine Einparkhilfe fürs Lenkrad – all damit kann der Subaru nicht dienen. Und eine elektrische Heckklappe sollte bei einem Mittelklasse-Kombi nun auch kein Hexenwerk mehr sein.

Legacy lebt ...

Zwar feiern sie den Levorg als völlig neue Baureihe, für die sie nicht umsonst auch einen neuen Motor entwickelt haben. Doch so ganz ist die Geschichte des Legacy damit noch nicht vorbei. In Japan nicht, weil es dort in der sechsten Generation zumindest noch eine Legacy-Limousine gibt. Und auch in Europa ist der Fortbestand gesichert. Denn Levorg ist kein albernes Kunstwort, erläutern die Marketing-Spezialisten bei Subaru, sondern eine Abkürzung für Legacy Revolution Touring. Zumindest dem Namen nach geht das Vermächtnis also weiter.

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