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Klein ist nicht gleich günstig. Bestes Beispiel dafür: Das Smart fortwo Cabrio. In der von und gefahrenen, voll ausgestatteten Version fielen 20.229 Euro an.
 
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Smart Cabrio mhd: Der Stadthalter

Auch 13 Jahre nach seiner Markteinführung kann dem Smart punkto Großstadtkompatibilität keiner das Wasser reichen. Wir sind die 71 Benziner-PS starke Cabrio-Version des facegelifteten Micro-Benz gefahren und waren ein wenig ob des Verbrauchs erstaunt. Interessant auch der Preis unseres voll ausgestatteten Smart: 20.229 Euro.

06.04.2011 | 00:00 | (autonet)

Wir sind ihn ja schon einige Male gefahren, den Smart in seiner mittlerweile 13-jährigen Geschichte. Allerdings sind die Testfrequenzen aufgrund der langen Modellzyklen recht groß. Und so vergisst man ein ums andere mal, wie grandios sich dieses Auto in der Stadt bewegen lässt. Flüssiger, problemloser und aggressionsbefreiter lässt es sich in dicht besiedeltem Gebiet kaum vorankommen – zumindest auf motorisierte, mehrspurige Art und Weise. Davon haben wir uns nun wieder anlässlich des Intensivtest des neuen, facegelifteten, rundum aufgewerteten Smart Cabrio überzeugen können.

Kleiner ist (noch immer) keiner
Und es ist immer wieder dasselbe, bekommen wir einen Smart in die Reißen: Man muss sich erst einmal daran gewöhnen, in welch winzige Lücken der Smart passt. Aufgrund der Konditionierung auf Autos raumgreifenderer Dimensionierung, ist man geneigt, Freiflächen, in die der Smart mit links passen würde, stets ebendort liegen zu lassen - nämlich links. Also, die Herrschaften, nur Mut und rein in den handtuchgroßen Stellplatz. Etwas Mut und Fingerspitzengefühl erfordert es auch, den Smart ganz dicht an den Hinter- bzw. Vordermann heran zu manövrieren. Denn: Man mag es kaum glauben, aber um die Übersichtlichkeit ist es nicht allzu gut bestellt. Und Parkpiepserln bei einem Smart sind ebenso lächerlich wie nicht erhältlich. Als Faustregel gilt aber: Wenn Sie die Lackschäden an vor und hinter ihnen parkenden Fahrzeugen makrofotografisch ausmachen können, empfiehlt es sich, langsam auf die Bremse zu steigen. Hat man sich dann wieder im Smart eingelebt, ist man schlagartig von einer Unbill des Alltags befreit: der Parkplatznot.

Entschärftes Nicken
Das alles ist aber, wie gesagt, nach dreizehnjähriger Marktpräsenz bekannt. Da erzählen wir ihnen nichts Neues. Bekannt ist auch, dass die Halbautomatik im Smart den Gangwechsel, sagen wir mal, nicht gerade in vorbildlich flüssiger Manier vornimmt (bitte nicken, wenn Sie hier beipflichten). An dieser Front gibt es aber Linderndes zu vermelden. Den Rest kann man dann noch mittels geschickter Gaspedalbetätigung weitgehend ausmerzen. Das was an Zugkraftunterbrechung beim Shift bleibt, ist mittlerweile schon so etwas wie eine liebgewordene Schrulle eines der nach wie vor innovativsten Fahrzeugkonzepte am Markt. 

Erstaunlich durstig
Der von uns gefahrene 1-l-Benziner mit 71 PS treibt das Wägelchen durchaus proper voran. Das Drehmoment von 92 Newtonmetern und der Beschleunigungswert von 0 auf 100 in 13,7 Sekunden sind bestens geeignet, flüssig am Stadtverkehr zu partizipieren. An der Ampel versetzt der so genannte micro hybrid drive (mhd) den Motor in Stillstand, was den Verbrauch drosseln soll, es aber nicht ganz so tut, wie man es erwartet. 5,7 Liter war der beste Wert, den wir während unserer zweiwöchigen Testphase erreichten, aber auch das nur unter einiger Anstrengung. Realistisch im geschäftigen Von-A-nach-B sind 6,2 Liter.

Nah am Draußen
Diese Regenwolken verziehen sich aber, öffnet man das Verdeck und entledigt den Smart rund ein Fünftel seiner Substanz, sprich: entfernt die Dachholme. Dann sitz man derart im Freien, wie man das bei sonst kaum einem anderen Cabriolet tut. Fast vermeint man, im Vorbeifahren das junge Grün der knospenden Flora sanft berühren zu können. Frisch auch das, was sich an Innenarchitektonischem bietet: die Verspieltheit vergangener Tage ist passé. Nun regieren strengere, elegante und vor allem funktionellere Formen. Ganz einen auf erwachsen macht der Smart mit dem integrierten 6,5-Zoll-Navi/Multimedia-Touchscreen in der Mittelkonsole zum Aufpreis von 836 Euro.

Kost´ was
Und da wären wir auch schon bei des Pudels Kern: 16.468 Euro kostet das Smart fortwo Cabrio mhd in der Top-Version „passion“ (in der von uns gefahreren voll ausgestatteten Version sogar 20.229 Euro). Zwar kann dem offenen Smart-Vergnügen bereits ab 14.250 Euro gefrönt werden, allerdings ist dann die Bezeichnung der Grundausstattungslinie „pure“ sehr wörtlich zu nehmen. Auf Notwendigkeiten wie Klimaanlage und Nettigkeiten wie elektrische Fensterheber, Leichtmetallfelgen, Gepäckraumabdeckung und in Wagenfarbe lackierte Front-, Heckschürze und Seitenschweller muss dann aber verzichtet werden. Wenn das wenigstens die Betriebskosten aufwiegen würden . . .

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