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Skoda Superb Combi: Nomen est Omen

Mit dem Superb hat Skoda seit einigen Jahren einen potenten Konkurrenten zu Passat, A6, BMW 5er und Co. im Programm. Speziell in der Kombiversion überzeugt der Tscheche vollends.

10.02.2014 | 13:14 | (autonet)

Es wäre den Projektentwicklern aus dem restlichen VW-Konzern nicht zu verdenken, würden sie ab und zu im Skoda-Headquarter vorstellig werden, um die Herrschaften dort zu fragen, was sie sich eigentlich mit dem Superb gedacht haben. Denn schon in der ersten Generation hatte – speziell der Kombi – das Potenzial, viele Kunden von den konkurrierenden, hauseigenen Marken wie VW oder Audi abzugraben. 2013 wurde der Superb nun einem Facelift unterzogen. Das Hauptaugenmerk wurde hier freilich auf die Heckpartie der Limousine gelegt, die in der ersten Version oft ein Kritikpunkt gewesen war. Der Topseller der ersten Generation war hierzulande jedoch ohnehin das Kombimodell, doch auch hier wurde kräftig nach- gebessert und Schwächen weiter geschwächt und Stärken noch besser herausgearbeitet.

Alles neu bis zur A-Säule

Optisch wurde vor allem an der Front Hand angelegt. Bis zur A-Säule wurde der Superb komplett neu gestaltet und der neuen, selbstbewussteren Designsprache der Marke angepasst. Kühlergrill, Fahrzeuglogo, Front- und Nebelscheinwerfer, Stoßfänger, vordere Kotflügel und die Motorhaube sind neu. Das neue Škoda Logo ist nun zentral auf der leicht nach unten ragenden ,Nase‘ der Motorhaube positioniert. Für besondere Ausdrucksstärke des neuen Superb-Gesichts sorgen die komplett neu entwickelten Frontscheinwerfer. In der getesteten Ausstattungsvariante „Elegance“ verfügt der neue Superb Combi über Bi-Xenon-Scheinwerfer mit automatischer Leuchtweitenregulierung, dynamischem Kurvenlicht und integriertem LED-Tagfahr- licht. Auch die 17-Zoll-Leichtmetallfelgen sind in der Ausstattung Elegance serienmäßig mit dabei.

Unglaublich viel Platz

Größtenteils unverändert geblieben ist der Innenraum des großen Skoda Combis. Der Testwagen verfügt über eines der beiden neuen Lenkräder, in diesem Fall das 4-Speichen-Multifunktionslederlenkrad. Nach wie vor völlig rätselhaft ist es, wie Skoda es schafft, dieses Fahrzeug optisch eigentlich nicht wirklich überdimensional wirken zu lassen, andererseits im Innenraum Platzverhältnisse zu schaffen, die einzigartig in diesem Segment sind. Die Beinfreiheit in zweiter Reihe ist mit 157mm auf dem Niveau einer Chauffeurs-Limousine. Das Gepäcksabteil schluckt dabei allerdings noch immer unglaubliche 633 l. Legt man alles um, so finden im Heck des Superb Combi satte 1.865 l Platz. Damit schlägt der Superb Combi den Audi A6 und auch den 5er BMW und liegt nur rund 90 Liter unter dem Kofferraumvolumen eines Mercedes E-Klasse Kombis. Das Ladeabeteil ist nicht nur riesig, sondern hat auch so praktische Features wie einen optionalen variablen Ladeboden, verschließbare Ablagen hinter den Radhäusern, Taschenhaken, Verzurrösen und optionale Haltenetze. Weiters gibt es eine herausnehmbare LED-Leuchte, die während der Fahrt automatisch geladen wird. Die Heckklappe des Testwagens kann elektrisch geöffnet werden. Dabei fährt je nach Einstellung die Kofferraumabdeckung automatisch in die mittlere Position. Alles Features, die man sonst nur aus höheren Klassen kennt.

Die Ausstattung ist mit dem überschaubaren und intuitiven Infotainment-System und den verschiedenen Features hochwertig und völlig ausreichend. Neu ist auch, dass der Beifahrersitz optional von hinten elektrisch verschoben werden kann. Die Einstelltasten sind an der Innenseite des Beifahrersitzes angebracht und können somit auch von Fondpassagieren leicht bedient werden.

Technisch überarbeitet

Ebenfalls mit dem Facelift hat Skoda den Superb auch technisch weitreichend überarbeitet. Erweitert wurde das Funktionsspektrum des (optionalen) Parkassistenten. Das neue System unterstützt zusätzlich neben dem Ein- und Ausparken parallel zur Fahrbahn auch das rückwärtige Quer-Einparken im rechten Winkel. Serienmäßig verfügt der große Skoda in allen Varianten über ein Start- Stopp-System und Bremsenergierückgewinnung. Der Testwagen wird angetrieben vom 2,0 l TDI- Motor mit 140 PS und sehr saftigen 320Nm Drehmoment. In Verbindung mit dem manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe lässt sich der tschechische Lade-Gott damit durchaus dynamisch bewegen. Selbst bei voller Beladung zeigt der Superb hier keinerlei Schwächen.

Kaum Durst

Wirklich erstaunlich sind vor allem die Verbrauchswerte, die laut Werksangaben in dieser Motorisierungsvariante um rund 16 Prozent auf 4,6 Liter gesenkt werden konnte. Auf der Strecke Wien-Graz-Wien verbrauchte der Skoda Superb Combi mit immerhin rund 300 kg Zuladung und zwei Passagieren im Durchschnitt nur beeindruckende 5.0 l auf 100 km. Im Mix pendelte sich der Wert auf 5,4 l ein und liegt damit gerade mal 0,8 Liter über den manchmal so phantasiereichen Werksangaben. Alles in allem bleibt als Fazit die Tatsache, dass Skoda mit dem Superb Combi das Kombi-Thema schlicht und ergreifend perfekt umgesetzt hat. Ein besserer Preis/Leistungsverhältnis ist wohl nicht machbar. Wer sich nun trotz all dem noch an der Marke stört, der ist selber schuld und darf getrost deutlich mehr Geld ausgeben, als er es bei Skoda für den Superb tun müsste!

Skoda Superb Combi 140PS TDI 6-G Green tecLeistung: kW103 (140 PS) bei 4.200 U/min; Drehmoment: 320Nm zwischen 1.750-2.500U/min; Hubraum: 1968ccm; 0-100km/h: 10,2 Sek.; Topspeed: 211 km/h; Verbrauch (werksseitig): 4,6 l/100km; CO2-Ausstoß: 121g/km; Testverbrauch: 5,4 Liter; Basispreis-Testmodell: 33.800 Euro;

 

 

 

 

 

Und hier noch ein Spot zum neuen Superb Combi:

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