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RENAULT ESPACE V; (c) Renault
 
  • Bild: WB/Guenther Peroutka
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Renault Espace Neu

Die ansprechende Optik ist das Highlight der fünften Generation des Espace.

06.05.2016 | 14:35 | autonet

Seine äußere Erscheinung ist als das eindeutige Highlight bei der Weiterentwicklung oder besser Neuerfindung des Modells zu werten. Wenn man auf das Urmodell zurückblickt, haben die beiden Fahrzeuge nur noch die Raute am Kühlergrill gemeinsam, und diese ist der Gegenwart angepasst. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis die Sports-Utility-Welle auch in die bis dahin eher konservative Klasse der Vans vordrang.

Eine sportliche, deutlich flachere Form, die am Heck leicht abfällt, verleiht dem Siebensitzer-Van die Silhouette eines Shooting-Brake-Kombis und macht ihn zum Railjet der Straße. Die hohe Fensterkante unterstreicht diesen Eindruck, macht aber das Einparken ohne elektronische Hilfen fast unmöglich. Zum Glück hat der von uns getestete "Initiale Paris" zum einen einen Rundum-Abstandswarner und zum anderen eine Rückfahrkamera, wodurch man versucht ist, sich auch an unmöglich kleinen Parklücken zu versuchen.

Bei 140 ist Schluss

Das "Revier" des Espace ist freilich nicht unbedingt die Innenstadt, wobei die dynamische Allradlenkung "4controll" den Wendekreis durchaus überschaubar hält. Auf der Autobahn ist er dann aber erst so richtig in seinem Element. Auch hier sollen die mitlenkenden Hinterräder die Fahrstabilität verbessern, was sich in der einen oder anderen Gefahrensituation bemerkbar macht, wir im Normalbetrieb zwischen Wien und Linz zum Glück aber nicht testen konnten.

Negativ aufgefallen ist dagegen, dass der Tempomat bei 140 km/h sein oberes Limit erreicht hat. Nicht, dass wir in Österreich jemals schneller fahren würden, überrascht waren wir trotzdem. Der Motor und die Laufruhe laden aber regelrecht zum zügigen Vorankommen ein, was die Tempobeschränkung aus wirtschaftlichen Gründen wieder sinnvoll erscheinen lässt.

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Im Innenraum findet man einen großen Touchscreen vor, der in die Mittelkonsole übergeht, was ein wenig Raumschiffatmosphäre aufkommen lässt. Mit dem Element und ein paar Knöpfen lässt sich fast alles bedienen, personalisieren und speichern, was man zum Fahren braucht oder als moderner Fahrer einfach haben muss.

Zumindest in der voll ausgestatteten Variante "Initiale Paris" bleiben keine Wünsche offen, da Rückenmassage, Ambientebeleuchtung und "Handsfreeparking" mit an Bord sind. Bei den Fahrassistenten hat Renault mit der Premiumklasse nachgezogen, es ist sogar ein Head-up-Display vorhanden, wenn die Projektion auch nur auf eine aufklappende Scheibe auf dem Armaturenbrett erfolgt und nicht direkt auf die Frontscheibe.

Einmal hat sich der Notbremsassistent lautstark gemeldet, Schlimmeres verhindert und damit gezeigt, dass diese unauffälligen, oft belächelten Helfer in modernen Autos auf jeden Fall ihre Berechtigung haben. Aber natürlich ist es am besten, wenn sie unauffällig bleiben.

Auffallen dürfen hingegen die Motoren, von denen es drei zur Auswahl gibt: einen Turbobenziner mit 200 PS und zwei Selbstzünder mit 130 und 160 PS. Wobei zu erwarten ist, dass die meisten österreichischen Kunden zum stärkeren Diesel greifen werden-was bei den Ausmaßen des Espace auch zu empfehlen ist. Darüber hinaus liegen beide Dieselmotoren unter der CO2 Norm für den reduzierten Sachbezug bis 2019, der dann bei 121 g/km liegen wird.

Auch bei einem vernünftigen Familien-oder Geschäftsauto kommt es nicht nur auf den Verbrauch und den Komfort an, denn man will hin und wieder doch auch die Fahrt genießen. Vor allem die Sitzposition, die mehr einem Kombi als einem Van gleichkommt, unterstützt den Gesamteindruck der Sportlichkeit, was in Verbindung mit dem soliden Fahrwerk einfach zum Fahren einlädt. Einzig das Automatikgetriebe könnte die sechs Gänge durchaus noch eine Spur dynamischer schalten.

Der Kostenfaktor

Zu guter Letzt müssen wir natürlich über die Kosten sprechen. Was einem da als Erstes auffällt: Der neue Espace ist nicht mehr vorsteuerabzugsfähig, was besonders Kleinunternehmern und Selbstständigen negativ auffallen wird.

Ansonsten sind die Kosten mit 35.700 € für die Basisversion überschaubar. Beim "Initiale Paris" kann der Wagen allerdings schon an der 50.000-€-Marke kratzen. Eine Menge Geld für viel Auto, das vor allem optisch hervorsticht. (neto)

Das Testfahrzeug wurde kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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