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New Mini: MINImalismus maximiert

BMW hat seine englischen Töchter auf eine neue Plattform gestellt. Das Resultat ist mehr Mini, als zuvor.

13.02.2014 | 10:03 | (autonet)

Was neu ist, am neuen Mini, erschließt sich nicht sofort auf den ersten Blick. Da muss man schon genauer hinschauen. Oder das gerade auslaufende Modell daneben stellen. Dann fällt auf, dass man ihm nun auf etwas höherer Ebene in die Augen schaut, die Scheinwerfer sind wieder ein Stück nach oben gewandert, was man durch Zukauf von LED-Tagfahrlicht noch deutlicher hervorheben kann. Was auch auffällt ist, dass er trotz Rundum-Wachstums – 98 mm in der Länge, 44 mm in der Breite, 7 mm in der Höhe, 28 mm beim Radstand - wieder mehr nach Mini ausschaut. Die Proportionen sind – wieder – in eine stimmige Relation gerückt. Auch wenn das Konzept „an jedem Eck ein Rad“ ein wenig dadurch durchbrochen ist, dass der vordere Überhang etwas länger geworden ist.

Breit & frech

Dafür hat die Spurweite hinten 34, vorne um 42 mm zugelegt. Was ihm ein gehöriges Quantum an Breit- und Großspurigkeit, auch Chuzpe – Frechheit - verleiht. Diese ist nach wie vor zugelassen für maximal vier Personen, die nun 51 Liter mehr Gepäck ins nun 211 Liter fassende Kofferabteil schlichten können. Mehr Platz gibt’s dazu in der ersten Reihe für die Oberschenkel. Die Sitzflächen sind um 23 Millimeter länger. Zugrunde liegt der Dehnung und Streckung - wobei der Mini mit 3,821 Metern nach wie vor unter der Vier-Meter-Marke bleibt - eine neue Plattform. Eine, auf die der Mutterkonzern BMW seine künftigen Fronttriebler stellt, und auf der kommende Brit-Derivate wie ein (verlängerter) Viertürer und was da sonst noch geplant ist basieren werden.

Raumpflege

Im Gegensatz zu den vorsichtig neu modellierten Äußerlichkeiten haben die Entwickler im Innenraum kräftig umgeräumt: Tacho und Drehzahlmesser liegen nun hinterm Volant im Blickfeld. Seitenblicke gelten jetzt dem großen zentralen Rundinstrument, das von einer LED-Lichtleiste umrahmt ist, wenn man sich über Fahrzeugbefindlichkeiten, Radiostationen, Anruflisten, Navigation und so weiter informieren möchte. Bei der Steuerung der diversen Funktionen zeigt sich die direkte Verwandtschaft zu BMW, anhand des Drehreglers auf dem Mitteltunnel. Damit ist die Raumpflege noch nicht zu Ende: Die Fensterheber sucht man in der Schalterleiste mittlerweile vergeblich. Die sind in die Türen versetzt worden. Auch so etwas wie einen Zündschlüssel-Einschub wird man nicht finden, gestartet wird per – roter - Kipp-Taste an der Mittelkonsole. Immerhin gibt’s noch einen traditionellen Handbremshebel. Insgesamt wird sich jeder sofort auskennen, der schon einmal in einem BMW gesessen ist.

Doppelt beatmet

Was man nicht sieht, dafür spürt – in mehrfacher Hinsicht – ist das Maßnahmen-Paket, das unter die Blechhaut gegriffen hat. Fahrwerks- und lenkungsseitig ist das eine deutlich spürbare  Straffung und Präzisierung sowie höhere Feinfühligkeit. Antriebsseitig sind das neue Motoren. Ob sich hier englische Einfluss im Sinne von Einspurigen bemerkbar macht, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass Motorradhersteller von der Insel gerne Dreizylinder verbauen. Ähnliches setzt sich Zug um Zug im automobilen Bereich durch und damit auch bei Mini (und damit BMW). Neu sind kleinvolumige Aggregate mit, eben, drei Zylindern. Bei diesen neuen Motoren handelt es sich jeweils um 1,5-Liter-Exemplare mit doppelter Turbo-Aufladung. Das beschert dem Benziner eine Leistung von 136 PS, dem Diesel (der aus dem Motorenwerk in Steyr, OÖ stammt) 116 PS, für den Cooper und den Cooper D. Dazu stellt man auch einen guten Bekannten an den Marktstart, den ebenfalls doppelt beatmeten Zweiliter-Vierzylinder mit 192 PS für den Cooper S. Serienmäßig sind alle Motorisierungen mit manuellem Sechsgang-Getriebe gekoppelt. Eine Automatik mit sechs Stufen ist Aufpreis-Option.

Dreiviertel Verbrauch

Um diese Antriebe in Bezug auf ihre Verbrauchs-Genügsamkeit ins Rampenlicht zu rücken hat die Marketing-Abteilung die Wortschöpfung MINImalism kreiert. Darunter zu verstehen ist nicht nur die Effizienz der „Mini TwinPower Turbo Technologie“ sondern auch die serienmäßige Start-Stopp-Funktion und die Einführung dreier Fahr-Modi mit den vielsagenden Bezeichnungen „GREEN“, „MID“ und „SPORT“. Bravster in Hinsicht auf Konsum soll sein der Cooper D, mit einem Durchschnitts-Verbrauch von 3,5 Litern auf der Normmix-Runde (CO2: 92 g/km). Damit schlucken die neuen Minis zwar nicht die Hälfte dessen, was der Vorgänger zu sich genommen hat. Der Hersteller beziffert die Reduktion jedoch mit mehr als einem Viertel, nämlich 27 Prozent.

Individualisierung

Von weniger Minimalismus ist die Ausstattungs-Politik gekennzeichnet. Hier macht sich der Einfluss des Mutterhauses stark bemerkbar. Die Auswahl der Option ist deutlich maximiert. Das inkludiert auch eine der Mini-Domänen: die Auswahl an Lack- und Interieurfarben plus –materialien – Tweed! - sowie deren Kombinationen. Weiters verhelfen Alu-Räder, diverse Dekore – Streifen -, Anbauteile – wie Heckspoiler – und so weiter zur individuellen Konfiguration. Dazu kommt so gut wie das komplette BMW-Programm an – optionalen - elektronischen Helfern wie Stau-, Fernlicht-, Fahr-, Warn- und Parkassistent. Auch gibt’s ein Head Up-Display und eine Rückfahrkamera. Und die elektronische Nabelschnur, die bei den Bayern „Connected Drive“ heißt, wird bei den Engländern „Mini Connected“ genannt. Die gibt’s, wenn man die fix verbaute SIM-Card aus dem Extras-Angebot geordert hat.

Die Preistabelle weist am untersten Ende 17.990 Euro aus (inkl. NoVA). Das kostet der Einstiegsbenziner, Mini One, mit 102 PS. Er wird gemeinsam mit dem Einstiegs-Diesel, dem Mini One D mit 95 PS (ab 19.690 Euro), demnächst nachgereicht. Das derzeitige Top-Modell Cooper S kommt in der Basis-Ausstattung auf ab 25.740 Euro.

Marktstart ist am 15. März.

Hier noch ein Video zur "Vision New Mini":

 

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