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Walter Röhrl testet den Mazda MX-5
 
  • Bild: (c) Oliver Wolf
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Mazda MX-5 im Profitest

Der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl testet den Mazda MX-5.

10.05.2016 | 11:56 | Kleine Zeitung

Ich sag's gleich, ich bin ein Fan. Und zwar seit den ersten Metern, die ich mit dem neuen Mazda MX-5 gefahren bin. Der Japaner ist für mich ganz einfach der Inbegriff eines Roadsters. Ein kleiner, leichter und leistbarer Sportwagen: So etwas auf die Räder zu stellen, das haben die europäischen Hersteller in den letzten 20 Jahren leider verabsäumt.

Optisch sieht der MX-5 fesch aus, ein bisschen wie ein kleiner Jaguar. Aber am beeindruckendsten ist, dass die Japaner bei der vierten Generation des Cabrios ein Gewicht von 1000 Kilogramm realisieren konnten. Vor allem, weil es ihm an nichts fehlt, was man heute von einem Auto erwartet, aber trotzdem so konsequent auf die schlanke Linie geachtet wurde.

Und obwohl der MX-5 um 10,5 Zentimeter kürzer ausfällt als sein Vorgänger, ist das Platzangebot ordentlich. Natürlich wird es in einem Roadster immer etwas kuschelig sein, aber sogar ich mit meinen 1,95 Metern stehe nicht am Stoffdach an, wenn es geschlossen ist.

MAZDA MX-5 G160 REVOLUTION

Preis. Ab 32.690 Euro; Testwagen 33.390 Euro.
Motor. Vierzylinder-Benziner, 1998 ccm, 160 PS, 200 Nm bei 4600 U/min, 0-100 km/h in 7,3 s, Vmax 214 km/h, 6,6 l/100 km, 154 g CO2/km. Test: 7,9 l.
Maße. 3915/1735/1225 mm L/B/H, 130 l Kofferraum, 1015 kg. 

Wir sind mit dem Topmodell unterwegs, einem Saugbenziner mit zwei Liter Hubraum, 160 PS und Differenzialsperre. Der Motor hängt wunderbar am Gas, hat genug Drehmoment und einen tollen Spruch, der aber auch nicht zu penetrant ist.

Der erfreulichste Effekt des geringen Gewichts ist aber die Leichtfüßigkeit, mit der sich der MX-5 bewegen lässt. Die Formel für mehr Fahrspaß ist einfach: weniger Gewicht. Er marschiert um die Kurve wie ein Gokart, die Lenkung gibt einem gutes Feedback und obwohl die Abstimmung durchaus Schärfe hat, bleibt der Hecktriebler stets gutmütig.

Der Mazda MX-5 ist für mich der Inbegriff eines kleinen, leichten und leistbaren Roadsters.“

Wie immer bei den Japanern ist das Getriebe unheimlich exakt und leicht zu schalten: klack, klack, klack - einmalig. Die Bremsen sind standfest, auch ein Nebeneffekt des geringen Gewichts.

Die Ergonomie im MX-5 ist große Klasse, sogar bei zugemachtem Verdeck ist die Übersicht nach hinten brauchbar - da patzen die meisten Cabrios. Und wenn wir schon bei der Stoffmütze sind: Der manuell zu betätigende Faltmechanismus ist einfach genial, das Dach ist mit einem Handgriff in wenigen Sekunden offen oder geschlossen.

Sofern man nicht den ganzen Hausrat mitnehmen will, ist der Kofferraum mit seinen 130 Litern für einen Kurzurlaub zu zweit ausreichend. Da fordern Roadster nun einmal Maßhalten.

Nicht umsonst hat Mazda über alle bisherigen Baureihen des MX-5 seit 1989 mehr als eine Million Stück verkauft. Die Neuauflage wird den Anspruch festigen. Er hat wirklich alles, was man sich wünschen kann. Navi, Infotainment, alles ist da. Aber eben nicht mehr - und das ist sein Geheimnis.

 

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PLUS & MINUS

+ Leichtgewicht. Der MX-5 fährt sich leichtfüßig, ist agil wie ein Gokart und sehr gut ausbalanciert.
+ Geschmackssache. Der 2-Liter-Motor hängt toll am Gas und hat Drehmoment, der kleinere 1500er (131 PS) ist eine Drehorgel. Beide haben ihre Vorzüge.
+ Tolles Paket. Wer einen Roadster für vernünftiges Geld sucht, der richtig viel Spaß macht, ist mit dem MX-5 bestens beraten.

- Knapp. Der Kofferraum fasst nur 130 Liter. Da heißt es schlau packen - aber wenn man ein Herz für Roadster hat, fällt das leicht.

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