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Der Stein des Anstosses bei der steiermärkischen Dienstwagenbeschaffung für den WKO-Präsidenten Hainzl: Der Lexus LS 600h
 
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Groteske um Lexus-Dienstwagen

Facettenreicher Wirbel um Dienstwagen für den steirischen Wirtschaftskammerpräsidenten.

18.01.2011 | 00:00 | (autonet)

Im Grunde sollte eine Causa wie diese relativ friktionsfrei über die Bühne zu bringen sein: Herr Ulfried Hainzl, seines Zeichens Präsident der steirischen Wirtschaftkammer braucht einen Dienstwagen. Gut, sei ihm zugestanden, ist ja immerhin Präsident der Mann, wenn auch nur der Kernölfraktion der WKO. Aber in Österreich hat halt auch das Gewicht. Nun begab es sich aber, dass der Herr Präsident plötzlich mit einer Limousine seinen regionalen Funktionärsgeschäften nachging, die man wohl eher, wenn überhaupt, einem staatstragendem Organ zugestehen würde. Und zwar einem Lexus LS 600h, gegen den sich eine S-Klasse direkt bescheiden ausmacht. Kostenpunkt: 80.000 Euro. Gut, sei ihm auch das zugestanden. Die Steiermark ist groß und der Almabtriebe, Feuerwehrfeste und Autobahnraststätteneröffnungen gibt es viele.
Die Sache beinhaltet allerdings noch einige andere Facetten: Die helle Aufregung über eine derartig überzogene Fahrzeugwahl in Oppositionskreisen wurde von Herrn Hainzl wie folgt niedergeschlagen: Man habe der WKO damit ja auch beim Sparen geholfen. Immerhin habe der Wagen einen Listenpreis von 130.000 Euro. 50.000 Euro Rabatt auf eine Luxuskarosse mit gerade Mal 500 Kilometern am Tacho? Wo bitte kauft der Mann ein. Das wollen wir auch! Des Rätsels Lösung: Bei sich selbst. Herr Hainzl ist nämlich nicht nur Präsident der WKO St. Eiermark, sondern auch Autohändler. Dreimal dürfen Sie raten welcher Marken. Stimmt! Rekapitulieren wir also: Die WKO Steiermark kauft von ihrem Präsidenten für ihren Präsidenten einen Dienstwagen. Wie praktisch. Auch für diesen Umstand hat Herr Hainzl triftige Erklärungen: Er habe schon immer einen Dienstwagen der Marke fahren wollen, die er repräsentiere. Dann wäre doch wohl eher ein Auto der Marke WKO angebracht. Außerdem sei der Wagen schon zwei Jahre in seinen Schauräumen herumgestanden. Uuuups! Der Lexus LS 600h ein Ladenhüter?
So viel Aufregung! Zum Glück gibt´s Toyota Frey, der die Wogen mit einem Streich glättet. Der Generalimporteur kauft den Lexus von seinem Vertragspartner zurück und stellt ihm diesen im nächsten Atemzug kostfrei als Dienstwagen zur Verfügung. Also eh alles kein Problem. Wozu die Aufregung.

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