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Mit dem RX 450h hat Lexus ein Luxus-SUV mit Verbrauchswerten eines Mittelklasse-Autos im Modellprogramm. Zu haben ist der RX 450h in Österreich ab 67.452 Euro.
 
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Lexus RX 450h: Der Hybrid-König unter den SUV

Lexus tritt mit innovativen Hybridautos gegen Mercedes, BMW und Co. an: Beim Luxus-SUV RX 450h startet schon die zweite Generation und unternimmt enorme technische Anstrengungen. Der offizielle Verbrauchswert von 6,3 Liter ist in der Klasse unerreicht. autonet.at stellt den SUV-König auf die Probe.

01.07.2010 | 00:00 | (autonet)

Keine andere Marke bietet so viele Hybrid-Modelle wie Lexus an. Die höhere Tochter von Toyota hat bei der innovativen Zukunftstechnik deutlichen Entwicklungsvorsprung. Dennoch tut sich Lexus in Europa noch schwer, während man in den USA derzeit schon mehr Autos verkauft als BMW, Mercedes oder Audi. In Österreich ruhen viele Hoffnungen auf dem CT 200h, der ab März 2011 mit Hybridantrieb gegen Audi A3 und Co. antritt und damit ein viel breiteres Publikum anspricht. Gleichzeitig bleibt die Marke auf allen Ebenen innovativ: Lexus Frey und Toyota Frey eröffnen im Herbst in Salzburg ein Eco-Autohaus, das wie kaum ein anderes in Europa Energie einspart und die Umwelt schont. Inzwischen ist der RX 450h das Vorzeigemodell: Während die Konkurrenz erste Hybrid-Gehversuche macht, tritt das Luxus-SUV bereits in zweiter Generation an – und die enorm aufwändige Technik verspricht Rekordwerte wie 6,3 Liter Normverbrauch, was für einen SUV mit knapp 300 PS fast unglaublich klingt.

Leistung en masse
Der Hybridantrieb des RX 450h fasst einen effizienten, 249 PS starken V6-Benziner und zwei Elektromotoren zusammen, die System-Gesamtleistung beträgt 299 PS. Die große Kunst von Lexus besteht in der Choreographie der Motoren und Steuereinheiten, der Wandler und Wellen. Kurze Strecken können im reinen Elektromodus zurückgelegt werden, meistens unterstützen einander Benzin- und Elektromotoren gegenseitig. Für den Fahrer vollziehen sich all diese Abläufe unbemerkt.

8,5 Liter auf 100 km realistisch
Gleich zur spannendsten Frage, dem Verbrauch: Wie immer beim Hybridantrieb ist er stark von der Fahrweise abhängig. Tatsächlich konnten wir bei ersten Tests niedrige Sechs-Liter-Werte erreichen, dafür muss man vorausschauend dahingleiten und maximal auf 100 km/h beschleunigen. Dennoch werden zum Beispiel Pendler, die in der Früh bei stärkerem Verkehr in die Stadt reinrollen, diese Werte erreichen. Sie profitieren dann zusätzlich vom geringen Hybridverbrauch in der Stadt – weil der RX 450h bei Stop&Go-Verkehr oft rein elektrisch fährt, ist er im urbanen Umfeld nicht zu schlagen. Hoch wird der Verbrauch nur, wenn man es sehr flott angeht, egal ob auf der Autobahn, auf Landstraßen oder am Berg – dann können die E-Motoren nicht mehr soviel helfen und der Verbrauch steigt in die Dimensionen, die ein größeres SUV mit V6-Benziner und Allradantrieb eben braucht. Das können dann schon 13 Liter sein. Für die meisten Fahrer wird sich aber einiges Sparpotenzial ergeben, bei gemischter Fahrweise sind 8,5-Liter-Verbrauchswerte locker drinnen.

Läuft er schon?
Neben dem Verbrauch muss man bei Hybrid immer das Fahrerlebnis einbeziehen, besonders bei einem technisch so anspruchsvollen Konzept. Nach dem Starten bleibt der RX 450h völlig vibrationsfrei und lautlos, weil er im reinen Elektromodus ist. Das bleibt auch beim Wegfahren so, wir rollen in gespenstischer Ruhe vom Parkplatz. Nur draußen hört man zarte Töne von ein paar anderen Autos, die vorbeifahren. Kurz darauf schaltet sich der Benzinmotor zu, wenn man jetzt stärker auf das Gas tritt, mischt sich sonorer Motorklang dazu, etwas in Richtung V8-Sound getrimmt. Erst wenn man den V6 fordert, merkt man die Anstrengung am helleren V6-Klang. Die Leistung ist nie ein Thema, es ist in allen Lagen souveräne Kraft da. Durch die stufenlose Automatik gibt es keine Schaltrucke, auch in diesem Fall gilt: Ideal im Komfortbetrieb, wo das Getriebe durch das statte Drehmoment der E-Motoren super funktioniert. Nicht so ideal für Sportler, die sich mitunter das Spiel mit den Drehzahlen wünschen. Die Gesamtabstimmung passt dazu: Auch Lenkung und Fahrwerk sind komfortorientiert. Präzise genug und angenehm zu fahren auf flotteren Etappen, aber auf richtigen Sport wird verzichtet.

Die Mouse im Auto
Beim Styling weicht der neue RX nicht stark vom Vorgänger ab. Er macht aber alle wichtigen Modernisierungsschritte und hat einen guten Auftritt, der etwas dezenter und zurückhaltender ausfällt als etwa bei einem BMW X5. Geblieben ist auch die hervorragende Material- und Verarbeitungsqualität im Innenraum. Der Sound des Mark-Levinson-Hifi-Systems sticht ebenfalls hervor, begleitet von einer sehr guten Geräuschdämmung, die den Fahrer in eine Wolke hüllt. Neu ist das an eine Computer-Mouse angelehnte Bediensystem, das sehr intuitiv funktioniert.

Fazit
Bei den Preisen liegt man auf dem Niveau der luxuriösen Diesel-Konkurrenz, das Duell ist also höchst spannend.

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