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Ein hübscher Geselle, der neue cee´d. Ob er innen hält, was er außen verspricht, steht im Test.
 
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Kia cee"d 1.6 CRDi: Der Emporkömmling

Da hat sich aber wer gemausert! Der neue Kia cee´d hat die grauen Zeiten hinter sich gelassen und gibt sich neuerdings als Beau. Ob der Kompaktkoreaner den äußeren Schein auch unter der Oberfläche zu wahren vermag, haben wir getestet.

13.08.2012 | 00:00 | (autonet)

Langsam wird etwas redundant, das mit dem . . . blabla . . . Shootingstar . . . blabla . . . Erfolgsstory . . . Designwunder . . . und so weiter. Ja, Kia ist auf seinem vorläufigen Imagehöhepunkt angelangt. Im zweiten Jahr einer ganzen Reihe gefeierter Neuerscheinungen haben sich die Koreaner nun mit dem neuen cee´d zum vorläufigen Finale Furiosum empor gehantelt. Aber um die Kirche auch mal im Dorf zu lassen: Es ist ja nicht so, dass die Koreaner das Automobil neu erfinden würden. Aber es ist in Zeiten einer immer weiter aufgehenden Preis-Qualitätsschere (das heißt: Gutes wird immer teurer und Billiges immer schlechter) auch sehr bemerkenswert, dass es noch Hersteller gibt, die durchdachte, qualitative und innovative Produkte zu halbwegs moderaten Preisen anbieten und dieses Qualitätsbewusstsein nicht auf dem unseligen Altar der um sich greifenden Rationalisierung geopfert wird – noch zumindest . . .

Freund des Auges
Aber bevor wir pessimistisch in die Zukunft blicken, überlassen wir der optimistischen Gegenwart die Bühne. Auftritt: der Kia cee´d 1.6 CRDi mit 6-Gang-Automatik in der „Einserpanier“ Active pro. Er macht was her der Kompakte mit seinem entschiedenen Blick, der geduckten Haltung und den guten Poportionen. Sehr unpeinlich und ohne übertriebe Gesten ein Blickfang. Das Interieur gibt ein ähnliches Bild ab: funktionell aber nicht langweilig mit einer Haptik, die man auch in der Premium-Konkurrenz ohne viel Federlesen akzeptieren würde. Schon allein der Zündschlüssel: verdeckte man das Logo, man würde versuchen, damit den nächst besten Bayern oder Schwaben zu öffnen. So zeigt sich der cee´d an der Oberfläche.

Macht mehr her
Sitzt man einmal drinnen, macht sich das Gefühl breit in einem Auto jenseits der Kompaktklasse zu hocken. Obwohl im Vergleich zum Vorgänger nur sehr mäßig aus dem Leim gegangen, wartet der Neue mit äußert generösen Raumverhältnissen auf. Wer nachmisst wird zwar draufkommen, dass sich der cee´d im Klassenschnitt bewegt. Allerdings erzeugen Details wie das abgesenkte Dashboard und die damit verbundene großflächige Windschutzscheibe, die bequemen und voluminösen Sitze und das nicht über die Maßen abfallende Dach eine Platzanmutung, wie es eben ansonsten ab der Mittelklasse Usus ist.

Gleitet, klappt und tollt
Und wie fährt sich der bis dato so in den Himmel Gelobte? Auch auf die Gefahr hin mit zuviel der Hudelei Fadesse zu erzeugen: ganz im Sinne des bereits Erwähnten – (fast) tadellos. Das wäre zum einen das Fahrwerk: gut austariert zwischen komfortabel und nicht unsportlich. Wo es etwas krankt sind kurze Stöße, die dann doch etwas geräuschvoll ins wageninnere vordringen. Auf gut geteerten Langstrecken allerdings kommt der cee´d in Gleiten. Der 1.6 CRDi mit 128 PS liefert die passende Begleitmusik dazu: ein ausgeglichener Geselle, der sich mitunter auch aus der Reserve locken lässt und dann geeignet ist, für einige Kurzweil am Steuer zu sorgen. Allzu bitter bereuen wird man den schärferen Schritt bei getesteten Durchschnittswerten um 7 Liter jedenfalls nicht – schlimmsten Falls ist dem Bordcomputer ein Wert knapp über acht Liter zu entnehmen.

Fazit
Wenn Wünsche über bleiben beim neuen cee´d, dann vielleicht der nach einem Doppelkupplungsgetriebe. Das würde den Koreaner vollends in Premiumsphären heben. Was uns allerdings darüber hinwegtröstet ist dann doch ein Preis, der als am Boden geblieben bezeichnet werden kann. Unser Test-cee´d mit allem drum und dran schlug sich mit 26.990 Euro zu buche. Und um mit der Eingangs erwähnten Redundanz zu schließen: 7 Jahre Garantie gibt´s obendrein. Eine kluge Wahl.

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